Strothe I gewinnt Stadtpokal der Korbacher Jugendfeuerwehren


Stand: 24.08.2026, 20:00 Uhr

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So sehen die Gewinner aus: Strothe I (1644,50 Punkte), Rhena (1637 Punkte) und Goldhausen I (1613,50 Punkte) belegten die vorderen drei Plätze.

So sehen die Gewinner aus: Strothe I (1644,50 Punkte), Rhena (1637 Punkte) und Goldhausen I (1613,50 Punkte) belegten die vorderen drei Plätze. © Foto: Astrid Rau

Viel Abwechslung mit Spaß und Spiel sowie einen spannenden Wettkampf um den Stadtpokal haben am Wochenende 86 Jugendliche der Korbacher Feuerwehren mit ihren 30 Betreuern beim Stadtzeltlager in Eppe erlebt.

Korbach-Eppe – Ausrichter waren die Ortsteilwehren aus Eppe und Hillershausen. Spannend wurde es bei der Siegerehrung. Gewinner des Stadtpokalentscheids wurde Strothe I mit 1644,5 Punkten. Rhena wurde Zweiter mit 1637 Punkten und Goldhausen I Dritter mit 1613,5 Punkten. Den Wander-Stadtpokal sicherte sich Lengefeld I mit 1551 Punkten. Es folgten Eppe, Lengefeld II und Nieder-Ense.

Vor dem Wettkampf am Samstag, waren die Jugendlichen Freitagabend Teil einer unfreiwilligen Katastrophenschutzübung gewesen: Gerade wollten die Jugendlichen nach dem gemeinsamen Abendbrot im Epper Feuerwehrhaus zu ihrem traditionellen Fackelmarsch zurück zum Zeltlager neben der Aartalhalle aufbrechen, da erhielt der ebenfalls anwesende Stadtbrandinspektor Carsten Vahland einen Anruf der Leitstelle in Korbach. Eine riesige Gewitterzelle sei im Anmarsch. Sofort brachen die Betreuer aus Sicherheitsgründen den Fackelmarsch ab und evakuierten die Kinder in Feuerwehrfahrzeugen in die Aartalhalle.

Tags darauf äußerten sich viele über das disziplinierte Verhalten der Jugendlichen. Andreas Schulte vom Feuerwehrverein Hillershausen sagte: „Wir waren so überrascht, wie diszipliniert die Jugendlichen reagiert haben, wie aus dem Lehrbuch.“ In kaum einer Viertelstunde seien alle in Sicherheit gewesen. „Da zeigt sich die starke Jugendarbeit der Feuerwehr: Wenn’s gilt, dann gilt’s“, urteilte Schulte anerkennend. Von Unwettern blieben die Jugendlichen in Eppe dann allerdings verschont, es regnete nur mäßig.

Am Wettkampfsamstag stellten die Jugendlichen zunächst ihr theoretisches Feuerwehrwissen unter Beweis. Zur anschließenden Leistungsübung starteten sieben Mannschaften in der Wertungsrunde. Hier galt es, einen „trockenen Löschangriff“ mit C-Rohren vorzuführen. „Trocken“ bedeutet, dass die Schläuche kein Wasser führen. Das wäre für viele der erst zehn bis 17 Jahre alten Nachwuchskräfte auch zu anstrengend: Bereits ein leerer C-Schlauch wiegt ungefähr vier Kilogramm, befüllt sogar 25 Kilo.

Aber auch so bewiesen die Jugendlichen ihr Können: Im Team legten sie eine Wasserversorgung, dann teilten sie sich auf, um im Eiltempo Löschschläuche vorzubereiten und mehrere Hindernisse bis zum Angriffspunkt zu überwinden. Kaum angekommen hatten sie dann Feuerwehrknoten zu binden.

All das erforderte ein Maximum an Konzentration und monatelange Vorbereitung, damit alles wie am Schnürchen klappt. Denn wie bei den Erwachsenen der Einsatzabteilungen ist bei den Jugendlichen jeder Handgriff und der Wortlaut der Befehle genauestens vorgeschrieben.

Nachmittags hatten die Jugendlichen viel Freude bei den Spielen ohne Grenzen, bei denen auch wieder Teamarbeit und viel Selbstbeherrschung gefordert waren.

100 Prozent: Feuerwehr Lengefeld freut sich über das Traumergebnis

Nachdem bei den Korbacher Feuerwehr-Stadtpokalwettkämpfen die Jugendlichen am Samstag ihr Können gezeigt hatten, traten am Sonntag sechs Teams der Einsatzabteilungen aus den Korbacher Stadtteilen an. Sieger wurde Lengefeld mit dem Traumergebnis von 100 Prozent. Es folgte auf dem zweiten Platz Goldhausen (99,66 Prozent) und auf dem dritten Platz Strothe (98,26 Prozent). Den Wanderpokal der Stadt Korbach erhielt das viertplatzierte Team aus Nordenbeck.

Das bei den Fragebögen geforderte Wissen der Erwachsenen ist wesentlich umfangreicher als bei den Jugendlichen. Am Wettkampftag muss jeder Teilnehmer in nur zehn Minuten einen individuellen Bogen mit 15 Fragen lösen – aus einem Pool von insgesamt rund 700 feuerwehrspezifischen Fragen.

Starke Ergebnisse: (von rechts) Sieger Lengefeld mit 100 Prozent, Goldhausen auf Platz zwei mit 99,66 Prozent und der Drittplatzierte aus Strothe mit 98,26 Prozent.

Starke Ergebnisse: (von rechts) Sieger Lengefeld mit 100 Prozent, Goldhausen auf Platz zwei mit 99,66 Prozent und der Drittplatzierte aus Strothe mit 98,26 Prozent. © Astrid Rau

Danach traten die Teams im praktischen Wettkampf zur GABC-Übung (Gefahrstoff-Einsatz) an. Das Szenario: In einem Werk ist ein Gefahrstoff ausgetreten und in Brand geraten. Zudem liegt eine Person im Gefahrenbereich. Nachdem der Gruppenleiter beim fiktiven Werksangehörigen nähere Informationen zu dem Unfall abgefragt hatte, reichten kurze Befehle, und die Teammitglieder stürmten los. Sie teilten sich in Zweierteams auf, legten die Wasserversorgung, und schon raste der Angriffstrupp die rund 80 Meter bis zum Einsatzziel. Der Löschschlauch, den die beiden Atemschutzgeräteträger dabei mitzogen, stand dabei schon unter Wasser.

Wie beachtenswert allein diese Leistung ist, kann man als Laie erahnen, wenn man weiß, dass allein die Ausrüstung am Mann bis zu 25 Kilogramm auf die Waage bringen kann und mit dem vollen Schlauch noch einmal dutzende Kilo dazukommen. Während der Angriffstrupp die Zielmarken ins Visier nahm, war bereits der Rettungstrupp zum Unfallopfer unterwegs – hier eine 50-Kilo-Puppe, relativ leicht, gemessen daran, dass ein echter Mann 80 bis 100 Kilogramm wiegen kann.

Sämtliche Handgriffe und Befehle der Feuerwehrleute sind dabei genau vorgeschrieben, um auch im Ernstfall sicheres Abarbeiten der einzelnen Schritte zu gewährleisten. Für die Durchführung dieser Übung stehen einer Löschgruppe mit neun Personen maximal 7,5 Minuten, einer Staffel mit sechs Personen maximal 8,5 Minuten zur Verfügung.

Bei der Siegerehrung am frühen Nachmittag zeigte sich Bürgermeister Stefan Kieweg beeindruckt, dass die „Leistungsdichte so eng zusammenliegt, dass hier heute jeder als Sieger herausgehen kann“. Er bedauerte jedoch, dass aus den 13 Korbacher Stadtteilen nur insgesamt sechs Mannschaften zum Wettbewerb angetreten waren.

Von Astrid Rau