„Da waren wir erst am Wochenende“: Felssturz in Südtirol trifft Urlauber ins Mark – Warnung folgt


Tausende Kubikmeter Gestein donnern in die Tiefe: Nach Felssturz in Südtirol drohen weitere Abbrüche

Stand: 15.09.2026, 07:30 Uhr

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Ein Video zeigt den gewaltigen Felssturz bei Sulden in Italien. Doch die Gefahr ist noch nicht vorbei. Experten warnen eindringlich.

Sulden – Ein ohrenbetäubendes Krachen, dann stürzen Tausende Kubikmeter Fels in die Tiefe: Ein Video aus Sulden zeigt, wie sich am Samstag (12. September) ein gewaltiger Felssturz in Italien ereignete – und Experten warnen bereits vor weiteren Abbrüchen.

Der Felssturz am Samstag, 12. September, in Sulden hatte es in sich. Immerhin wurde niemand verletzt.

Der Felssturz am Samstag, 12. September, in Sulden hatte es in sich. Immerhin wurde niemand verletzt. © Instagram

Verletzt wurde nach bisherigem Kenntnisstand niemand. Die Gesteinsmassen gingen an der Vorderen Schöntaufspitze in einem unbewohnten Bereich nieder und die betroffenen Wanderwege waren bereits vor dem Ereignis gesperrt gewesen. Doch Entwarnung gibt es keine. Nach dem großen Abbruch hat sich die Lage am Ortler nicht beruhigt – im Gegenteil: Seither wurden mehrere weitere, kleinere Felsabbrüche registriert. Christian Knoll vom Bergrettungsdienst CNSAS in Sulden warnt laut suetirolnews.it, dass weitere Gesteinsmassen abbrechen könnten. Die Helfer haben das Gebiet bereits mit einer Drohne überflogen und fotografisch erfasst. Der Berg wird nun engmaschig überwacht.

Felssturz bei Sulden reißt nicht ab: Experten warnen vor weiteren Abbrüchen

Als mögliche Ursache gilt ein Zusammenspiel aus Wetter und Geologie: Wasser aus den jüngsten Niederschlägen sei in Risse im Gestein eingedrungen, gefroren und habe die Spalten dadurch weiter aufgesprengt, heißt es in dem Bericht. Zusätzlich bereitet Fachleuten das Fehlen von Permafrost Sorgen, der Felsformationen in großer Höhe normalerweise zusätzlich stabilisiert. Nach aktuellem Stand bestehe zwar keine unmittelbare Gefahr für Menschen, da der Bereich abseits von Siedlungen und Wegen liege – doch wie sich der Hang weiterentwickelt, ist offen.

Sulden

Sulden ist ein Bergdorf mit etwa 400 Einwohnern im inneren Suldental im westlichen Teil Südtirols. Es liegt nahe der Grenze zur Schweiz.

Schockierte Bergsteiger schrieben unter das Video bei Instagram: „Da waren wir erst vorletztes Wochenende“, „Beeindruckend … & sehr beängstigend!“ Einige warnen aber auch vor einem sich häufenden Szenario: „Sowas wird wohl in Zukunft deutlich öfters vorkommen, hoffentlich erwischt’s keinen.“ Ein anderer meint sarkastisch: „Vielen Dank an die Öl- und Gas-Politik, die das ermöglicht hat.“

Felssturz bedroht aktuell auch Naturschutzgebiet in Deutschland

Felsstürze wie jener bei Sulden zeigen, wie unberechenbar Gebirge auf Erwärmung und Wetterextreme reagieren können. In besonders dramatischen Fällen können solche Ereignisse ganze Talschaften bedrohen, wie zuletzt Katastrophen in Nepal gezeigt haben, wo abbrechende Felsmassen ganze Siedlungen verschütteten und Flüsse aufstauten. Auch Alpendörfer sind davon bedroht. Wie nah alles ist, zeigte sich auch im August. Vor den Augen von entsetzten Urlaubern donnerte in den Dolomiten ein riesiger Felssturz ins Tal. Das Naturereignis ereignete sich in der Nähe eines beliebten Touristenhotspots.

Auch in Deutschland ist man deshalb wachsam: Wegen eines drohenden Felssturzes ist im Landkreis Göppingen ein Teil eines Naturschutzgebietes gesperrt worden. Ein Riss im Felsen sei zu erkennen, teilte die Stadt Göppingen mit. Seit Freitag gilt die großräumige Sperrung rund um die Felsformation Spielburg bei Hohenstaufen. Ein Ingenieurbüro sei bereits beauftragt, den Felsen zu begutachten. Mindestens bis das Ergebnis der Untersuchung vorliegt, soll der betroffene Bereich gesperrt bleiben. (Quellen: suetirolnews.it, alpin.de) (mke)