Tennisclub Münster feiert 50 Jahre: Vier Plätze in zwei Monaten gebaut


Stand: 14.08.2026, 07:21 Uhr

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Eine unterhaltsame Tennis-Show gehörte zum Programm der 50-Jahr-Feier.

Eine unterhaltsame Tennis-Show gehörte zum Programm der 50-Jahr-Feier. © Michael Just

Der Tennisclub Münster besteht seit 50 Jahren. 1977 entstanden die ersten vier Plätze in nur zwei Monaten – mit 72 LKW-Ladungen Sand und Hilfe der US-Streitkräfte.

Münster – „Einen Tennisplatz? Sowas brauchen wir hier nicht, das ist doch nur für Reiche”. Dieser Satz bleibt Michael Reiter, Gründungsmitglied des Tennisclubs Münster (TCM), im Gedächtnis. Vor allem bei alteingesessenen Münsterern stieß sein Vorhaben in den 1970er-Jahren auf Ablehnung, während viele Neubürger, darunter er selbst, das Spiel mit dem Filzball etablieren wollten. Da schien der damalige Münsterer Bürgermeister Karl Herd schon offener, auch wenn sich Reiter gute Argumente zurechtlegte: „Ich verdeutlichte ihm, dass Tennis auf dem Weg zum Breitensport ist und die Bevölkerung beim nächsten Urnengang seine Unterstützung vielleicht honoriert.”

Eine ganze Reihe von Mitgliedern hat der Tennisclub Münster für langjährige Zugehörigkeit zum Verein und besondere Verdienste geehrt.

Eine ganze Reihe von Mitgliedern hat der Tennisclub Münster für langjährige Zugehörigkeit zum Verein und besondere Verdienste geehrt. © Michael Just

In Spitzenzeiten mehr als 400 Mitglieder

Das Ergebnis fiel positiv aus: Für die Vereinsgründung stellte die Gemeinde ein Gelände in Erbpacht für 99 Jahre zur Verfügung. Reiter war der erste Vorsitzende und zählte nun zu den Ehrengästen bei der 50-Jahr-Feier auf dem Gelände neben dem Freizeitzentrum. 111 der rund 200 Mitglieder waren dabei.

Ehrungen

Bei der Feier zum 50-jährigen Bestehen des Tennisclubs Münster wurden auch eine ganze Reihe von Ehrungen vorgenommen. Für langjährige Treue wurden Melissa Börekci, Rene Mürdter, Wilhelm Otten, Lara Schneider, Michael Stobbe (20 Jahre), Sebastian Seib (25 Jahre), Jacob Geyer, Norbert Herd, Marc-Andre Herd, Elisabeth Stork, Edgar Stork (35 Jahre), Rene Lieder (40 Jahre) sowie Marco Vogtel und Wolfgang Vogtel (50 Jahre) ausgezeichnet. Ein Dank für besondere Verdienste ging an Kai Heckwolf und Willy Schmitt. Allen voran standen natürlich die Gründungsmitglieder Wolfgang Vogtel, Christa und Michael Reiter, Friedrich Endres und Manfred Brunn. (mj)

Erster Vorsitzender Wilhelm Otten hat eine Chronik erstellt und warf einen Blick zurück. So hatte der Verein in Spitzenzeiten von Boris Becker und Steffi Graf in den 1980er-Jahren über 400 Mitglieder. Im neuen Jahrtausend durchschritt der TCM eine Talsohle und blickte 2015 auf nur noch 150 Köpfe. Aktuell hat er relativ konstant um die 200 Mitglieder.

Acht Tennisplätze stehen zur Verfügung. 1977 erstellte man in gerade mal zwei Monaten die ersten vier. Mit Hilfe von 72 LKW-Ladungen Sand wurde das einstige Sumpfland verfüllt und von den benachbarten US-Streitkräften aus der Muna planiert. „Das war die Geschwindigkeit von damals. Schon in den 1990er-Jahren erlahmte dieser Elan, der Bau des Sanitärbereichs zog sich über Jahre hin”, so Otten. Heute werde er bei Arbeitseinsätzen den Eindruck nicht los, „dass Schaufel, Besen und Harke für den einen oder anderen Neuland sind.“ Immerhin kämen rund 80 Prozent der Mitglieder zu den Terminen.

Zum Jubiläum überbrachte Gerhard Heil die Grüße des Sportkreises. „Blicke ich auf die vielen Jugendlichen, muss ich mir um die Zukunft keine Sorgen machen”, sagte er. Der Vorsitzende bestätigte die ausgezeichnete Jugendarbeit. Und dennoch offenbare sich auch hier, dass die Gesellschaft ein Problem mit Leistungsbereitschaft habe: „Aktuell wird es immer schwieriger, Jugendmannschaften zu haben, die bereit sind, sich kontinuierlich dem Wettkampf zu stellen.”

Vorbild sind die älteren Spieler: Sie sorgten dafür, dass die vergangenen Jahre aus sportlicher Sicht zu den erfolgreichsten der Vereinsgeschichte wurden. 2024 spielten gleich fünf Herren- und Damen-Teams in den Altersklassen 50, 65 und 70 auf Landesebene. Ein Jahr zuvor war die bisher erfolgreichste Saison überhaupt: sechs Meistertitel und fünf Aufstiege. Des Weiteren avancierte Werner Eckert zum besten Spieler der TCM-Historie: Mehrere Jahre hintereinander holte er den Hessenmeistertitel, erst bei den H65 und dann bei den H70. (Michael Just)