Tesla hebt ab. Die Rechnung auch.


Stand: 17.10.2026, 06:44 Uhr

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Tesla Roadster fliegt

Der Tesla Roadster sieht aus wie Science Fiction, ist aber echt. © IMAGO / Bestimage

Raketendüsen, Luftmanöver, hohe Anzahlungen: Elon Musks neuer Roadster liefert großes Theater. Ob daraus ein Geschäft wird, entscheidet sich am Boden.

Die Brüder Wright wollten die Menschheit in die Luft bringen. Elon Musk nimmt erst einmal den Sportwagen: Tesla hat einen Roadster-Prototyp mit Kaltgas-Triebwerken bei kurzen Flugmanövern gezeigt. Die Produktion soll laut Musk 2028 beginnen. Reservieren lässt sich der Sportwagen schon jetzt – mit beträchtlichem finanziellem Vorlauf.

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Bei der Vorstellung am 15. Oktober 2026 nahe Waco in Texas zeigte Tesla einen Prototyp, der über abgestellte Fahrzeuge flog und sich in der Luft drehte. Ein Saugsystem hielt den Wagen sogar kopfüber auf einer Rampe.

Andere Hersteller präsentieren neue Polsterfarben. Musk verhandelt mit der Schwerkraft.

Roadster: In 0,81 Sekunden auf 97 km/h – Produktion erst 2028

In einer vorgeführten Beschleunigungssequenz erreichte der Roadster nach Tesla-Angaben aus dem Stand 60 Meilen pro Stunde in 0,81 Sekunden. Das entspricht rund 97 km/h. Das Serienmodell werde noch schneller, kündigte Musk an.

Interessant wäre allerdings auch die Geschwindigkeit bis zur Auslieferung: Die neue Roadster-Generation hatte Tesla bereits 2017 präsentiert. Ursprünglich sollte sie 2020 kommen, inzwischen nennt Musk 2028 als Produktionsstart. Wer damals reservierte, durfte vor allem eine Disziplin trainieren: Geduld.

250.000 Euro – bevor der Kaufpreis feststeht

Tesla sieht drei Varianten vor. Die „Performance“-Ausführung kommt ohne zusätzliche Triebwerke aus. „Thrust“ erhält Kaltgas-Düsen zur Beschleunigung. Die „Rocket“-Version bekommt weitere Düsen für Flugmanöver.

Für die Reservierung in Deutschland verlangt Tesla bei Performance insgesamt 50.000 Euro, bei Thrust 250.000 Euro. Die Beträge sind Reservierungszahlungen, keine ausgewiesenen Kaufpreise.  Bei Thrust folgen auf die ersten 5.000 Euro weitere 245.000 Euro binnen zehn Tagen.

Die flugfähige Rocket-Ausführung bleibt Kunden vorbehalten, die Tesla einlädt. Ihre Flugfunktion ist laut Unternehmen im öffentlichen Straßenverkehr nicht zugelassen. Hinzu kommen regionale Einschränkungen.

Der Berufsverkehr darf also aufatmen: Ein überfliegender Tesla gehört vorerst nicht zu seinen alltäglichen Problemen.

Die eigentliche Flugleistung heißt Aufmerksamkeit

Der Vergleich mit den Brüdern Wright hat natürlich Grenzen. Zwischen einem historischen Durchbruch der Luftfahrt und einem spektakulären Automanöver liegt mehr als ein Jahrhundert. Ob der Roadster einen ähnlich bedeutsamen Entwicklungsschritt markiert, lässt sich aus einer Vorführung nicht ableiten.

Als Inszenierung ist der Auftritt dennoch ein Lehrstück. Tesla zeigt etwas, das sich sofort verstehen, filmen und weitererzählen lässt. Die technische Leistung liefert die Bilder, Musk die Dramaturgie.

Für Unternehmer steckt darin eine brauchbare Frage: Welche eigene Innovation lässt sich so anschaulich demonstrieren, dass Kunden darüber sprechen?

Die zweite Frage ist weniger glamourös: Lässt sie sich zuverlässig liefern? Aufmerksamkeit gewinnt man mitunter in Sekunden. Ein belastbares Produkt braucht länger. Beim Roadster hat selbst die Zukunft inzwischen reichlich Vergangenheit.

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Tesla Roadster: Vorführung und Versprechen