The Odyssey: Christopher Nolan reagiert gelassen auf die „irrelevante“ Fan-Kritik - Batman sei Dank
„The Odyssey“ läuft noch nicht einmal in den Kinos, doch im Netz brennt bereits die Hütte. Jetzt äußerte sich Regisseur Christopher Nolan selbst zur Kritik an seinem kommenden Epos - und bleibt ganz entspannt. Der Grund: Aus seiner Zeit mit „Batman“ hat er eine wichtige Lektion gelernt.
Das Kinojahr 2026 steuert auf einen seiner absoluten Höhepunkte zu: Nächste Woche startet Christopher Nolans 250 Millionen Dollar schweres Mammutprojekt „The Odyssey“, das in knapp drei Stunden Homers antike Sage auf die große Leinwand bringt.
Doch während sich die ersten Pressestimmen nach der Londoner Weltpremiere mit Lob überschlagen und bereits von „makelloser Filmkunst“ sowie einer „technischen Meisterleistung“ sprechen, erntete der offizielle Trailer im Netz einen gewaltigen Shitstorm.
Die Fans stören sich vor allem am Cast, den modernen Dialogen, den US-Akzenten der Stars und etlichen historischen Ungenauigkeiten. Nolan lässt der digitale Backlash jedoch völlig kalt, wie er nun selbst klarstellte.
„Das gehört dazu“
Wie der Regisseur im Gespräch mit dem Telegraph (via GamesRadar) erklärte, sei es vor allem seiner Vergangenheit mit „Batman“ zu verdanken, dass er absolut tiefenentspannt bleibe. Denn wer zehn Jahre lang das Erbe einer der größten Popkultur-Ikonen verwaltet hat, verliert so schnell nicht die Nerven.
„Das gehört einfach dazu. Aber wissen Sie, diese Diskussionen, die geführt werden, bevor die Leute den Film überhaupt gesehen haben – die sind immer irrelevant. Denn niemand, der sich daran beteiligt, weiß bisher, was der Film eigentlich ist“, so Nolan.
Dabei weiß der Filmemacher genau, wovon er spricht. Denn als er Anfang der 2000er Jahre das Ruder für den Neustart des DC-Helden übernahm, stieß er auf ähnlich kritische Stimmen und eine festgefahrene Fanbase.
Der Regisseur weiter: „Aber erinnern Sie sich: Ich habe 10 Jahre meines Lebens mit Batman verbracht. Als ich zu ‚Batman Begins‘ stieß, hatten Autoren und Künstler fast 65 Jahre lang an dieser geliebten Figur gearbeitet, und es gab eine Menge tief sitzender Ansichten darüber, was er repräsentiert. Und was ich in meiner Zeit mit dieser Trilogie gelernt habe, ist, dass man sich über all das überhaupt keine Sorgen machen darf.“
Fokus auf die eigene Vision
Darüber hinaus erklärte Nolan, dass das Geheimnis einer guten Adaption darin liegt, sich von den Erwartungen der Masse freizumachen und der eigenen kreativen Stimme zu vertrauen. Egal, ob es sich um einen Comic oder den antiken Mythos von Homer handelt.
„Was man tun muss, ist, den Originaltext zu ehren, indem man ihn auf die stärkste Art und Weise interpretiert, die man persönlich umsetzen kann“, sagte der Regisseur.
Und dass sein etwas eigensinniger Ansatz gut funktioniert, hat die „Dark Knight“-Trilogie mehr als eindrucksvoll bewiesen, die bis heute als Meilenstein des Superhelden-Kinos gilt. Deshalb ist sich Nolan sicher, dass auch die Skeptiker bei „The Odyssey“ am Ende den Wert des Films erkennen werden.
Dazu führte er aus: „Am Ende haben die Fans der Marke – selbst wenn wir etwas getan haben, was sie so nicht gemacht hätten – die Aufrichtigkeit des Versuchs genossen, eine so gute Version wie möglich auf die Leinwand zu bringen. Alles, was ich tun kann, ist, den bestmöglichen Film auf die aufrichtigste Art und Weise zu machen. Es unterscheidet sich stark von dem, wie es jemand anderes tun würde, aber genau das ist eine Adaption.“
Wer sich selbst ein Bild von Nolans nächstem Werk machen möchte, kann sich ab dem 16. Juli 2026 selbst davon überzeugen. Dann startet „The Odyssey“ nämlich in den deutschen Kinos. Und spätestens dann wird sich zeigen, wer recht behält: die unruhige Internet-Community oder die begeisterte Fachpresse.
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