Totale Sonnenfinsternis: Warum Spanien 123 Gebiete sperrt und das Militär nach Mallorca schickt


Stand: 10.08.2026, 18:30 Uhr

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Armee, Feuerwehr und Seenotrettung koordinieren Einsätze bei Fahrten zwischen den Inseln. Sie liegen in der Zone der vollständigen Phase des einzigen astronomischen Ereignisses dieses Jahrhunderts.

Mallorca – Das spanische Verteidigungsministerium ist den Forderungen des Govern der Balearen nachgekommen und wird eine taktische Einheit an verschiedene Punkte der Sierra de Tramuntana auf der Insel Mallorca entsenden. Der Einsatz erfolgt mit Blick auf die totale Sonnenfinsternis am Mittwoch (12. August), die nicht nur diese Insel, sondern das gesamte Balearen-Gebiet betreffen wird.

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Dieser Artikel von Javier Iniguez De Onzono entstand in Kooperation mit Euronews

Ziel ist es, sensible Zonen rechtzeitig zu sichern und auf einen erwarteten, außergewöhnlich hohen Zustrom von Besucherinnen und Besuchern vorbereitet zu sein.

Am 12. August findet eine Sonnenfinsternis statt.

Am 12. August findet eine Sonnenfinsternis statt. © picture alliance/dpa/AP | Natacha Pisarenko

Die zusätzlichen Kräfte ergänzen die bereits eingesetzten 93 Waldbrandbekämpfer auf der größten Insel des Archipels. Hinzu kommen 23 weitere auf Menorca, 39 auf Ibiza und sechs auf Formentera, die angesichts der trockenen Vegetation und des starken Besucheraufkommens als unverzichtbar gelten.

Der Govern plant zusätzliche Flüge zur Luftüberwachung, denn die aktuelle Wetterlage erhöht das Brandrisiko am Tag der Finsternis deutlich und erfordert eine lückenlose Kontrolle aus der Luft.

Zusätzliche Kräfte für Brandgefahr und Sicherheit an Land und auf See

Gleichzeitig hat die Seenotrettung ihren Einsatz auf dem Meer mit 70 Fachkräften für den Tag des Phänomens verstärkt, um im Fall von Havarien oder Zwischenfällen schnell eingreifen zu können. Der Militäreinsatz auf Mallorca beschränkt sich jedoch nicht auf den Mittwoch, sondern ist als mehrtägige Operation konzipiert.

Das Vorgehen läuft bereits und soll fünf Tage dauern, um sowohl die Vorbereitungsphase als auch die Zeit unmittelbar nach der Finsternis abzudecken.

Beschränkungen in der Tramuntana und Sperrung wichtiger Straßen

Govern-Sprecher Antoni Costa nannte keine genaue Zahl der Soldatinnen und Soldaten, die die Präsenz des Militärs auf der Insel verstärken werden, verwies aber auf die strategische Bedeutung der Maßnahme.

Sie konzentrieren sich darauf, die Zufahrten zur Tramuntana zu sichern, wegen des dort derzeit besonders hohen Brandrisikos und der schwierigen Zugänglichkeit mancher Gebiete. Damit soll verhindert werden, dass sich Ausflüglerinnen und Ausflügler unkontrolliert in schwer erreichbare Zonen begeben.

Die Straße Ma-10 bleibt für den allgemeinen Verkehr zwischen Andratx und Pollença von 15:00 bis 21:00 Uhr gesperrt, wenn der erwartete Hauptandrang stattfindet. Zutritt erhalten nur Anwohner, Eigentümer, Beschäftigte, Gäste, Kundinnen und Kunden mit bestätigt gemeldetem Parkplatz sowie öffentliche Verkehrsmittel und VTC-Fahrzeuge, also Mietwagen mit Fahrer.

Neben der Sperrung der Ma-10 wird der Zugang zu zahlreichen Aussichtspunkten, Buchten und Naturräumen der Gemeinden eingeschränkt, meldet die Zeitung „Diario de Mallorca“, um Überfüllung zu verhindern.

Aussichtspunkte, Strände und Seewege werden reguliert

Alle Sperren lassen sich auf einer speziellen Webseite nachvollziehen, die der Govern eingerichtet hat und die alle relevanten Kontroll- und Beschränkungsmaßnahmen auflistet. In der Region rechnet man mit einem Massenandrang, da viele Menschen die seltene Chance nutzen wollen, das Ereignis in der Zone der totalen Phase zu erleben.

Eine spezielle ISO-zertifizierte Sonnenfinsternisbrille in Jette, Brüssel, im Vorfeld der Sonnenfinsternis am 12. August 2026.

Nur spezielle Sonnenfinsternisbrillen liefern wirksamen Schutz. © Imago/Werner Lerooy

Touristen, Einheimische und eigens angereiste Hobbyastronomen werden erwartet, was zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen erforderlich macht. Die Vereinigung der nautischen Unternehmen der Balearen meldet, dass praktisch alle Boote bereits vermietet sind, um das Ereignis vom Wasser aus zu beobachten, wie SER Mallorca berichtet.

Der Verkehrsbetrieb EMT in Palma richtet einen Sonderbusdienst nach s'Arenal ein, einem Vorort südlich der Hauptstadt mit deutlich breiterem Küstenabschnitt, um den erwarteten Besucherfluss zu kanalisieren. Zugleich bereitet er sich darauf vor, den Strand der Hauptstadt ab 12:00 Uhr bis zur Grenze zur Gemeinde Llucmajor zu sperren, um übermäßige Menschenansammlungen am zentralen Küstenabschnitt zu verhindern.

Landesweite Sicherheitsstrategie mit Polizei und Guardia Civil

Im ganzen Land hat die Regierung ein umfangreiches Sicherheitskonzept aktiviert, das 33.600 Beamtinnen und Beamte der Nationalpolizei und der Guardia Civil mobilisiert. Eine zentrale Einsatzleitung koordiniert die Überwachung zu Land, zu Wasser und aus der Luft und steht in dauerhaftem Kontakt mit der Verkehrsbehörde Dirección General de Tráfico, die zusätzlich 2.500 Kräfte einsetzt.

So soll gewährleistet werden, dass sowohl der Straßenverkehr als auch der Zustrom an die Küsten und in ländliche Gebiete geordnet verläuft.

Man geht davon aus, dass die Zahl der Fahrten insgesamt über eine Million Menschen hinausgeht, da viele eigens in die Zone der totalen Finsternis reisen. Die Zentralregierung hat 123 Risikogebiete aus Umweltgründen oder wegen erschwerter Evakuierungsmöglichkeiten gesperrt, um bei einem Notfall schnelle Rettungswege zu sichern.

Damit soll verhindert werden, dass Zuschauerinnen und Zuschauer sich in schwer zugänglichen Regionen aufhalten, in denen Rettungskräfte im Ernstfall nur langsam eingreifen könnten.