Sardinien: Touristinnen ignorieren Warnschild und versinken im Schlamm


Publiziert15. September 2026, 20:56

SardinienTouristinnen ignorieren Warnschild – und versinken im Schlamm

Trotz Absperrung betraten zwei Touristinnen ein Salzbecken auf Sardinien. Sie versanken bis über die Hüfte im Schlamm und mussten gerettet werden.

Karin Leuthold

Darum gehts

Auf dem Schild am Eingang des Parks steht klar und deutlich: «Die Salzbecken sind weder zugänglich noch begehbar.» Dennoch betraten zwei Touristinnen einen gesperrten Bereich des Molentargius-Parks auf Sardinien und versanken bis über die Hüfte im Schlamm. Die Frauen mussten von der Feuerwehr in einer gross angelegten Rettungsaktion gerettet werden.

Wie «Sardegna Notizie» berichtet, sollen die beiden Touristinnen am Montag trotz Warnhinweisen die Absperrungen übertreten und sich in ein Salzwasserbecken begeben haben. Der Untergrund gab unter ihren Füssen nach, sodass sie im Sediment feststeckten. Aufnahmen von Parkmitarbeitenden zeigen, wie die beiden Frauen bereits zu versinken begonnen hatten, bevor sie weiter in das Becken hineingingen.

Die Bergung erforderte spezielle Ausrüstung: Einsatzkräfte ziehen eine der Touristinnen auf einer Leiter liegend aus dem Sediment.

Die Bergung erforderte spezielle Ausrüstung: Einsatzkräfte ziehen eine der Touristinnen auf einer Leiter liegend aus dem Sediment.Instagram/Parco Molentargius Saline

Brutplatz für Rosaflamingos

Der Molentargius-Park zwischen Cagliari und Quartu Sant’Elena gilt als wichtigstes Brutgebiet für Rosaflamingos im Mittelmeerraum. Die Salzbecken gehören zu den ehemaligen Staatssalinen der Insel. Künstliche Dämme teilen sie in zahlreiche Becken, deren Wasser wegen salzliebender Mikroorganismen oft rötlich schimmert. Die Salinen waren bis 1985 in Betrieb. Heute wird die Wasserzirkulation zum Schutz des Ökosystems aufrechterhalten. Das Gebiet ist Teil eines Naturparks und Lebensraum für insgesamt rund 230 Vogelarten.

Wie gehst du mit Verbotsschildern an Naturorten um?

Ich halte mich konsequent daran.

Ich schaue zuerst, ob das Verbot wirklich nötig ist.

Wenn es abgeschirmt ist, bleibe ich draussen.

Ich bin manchmal zu neugierig und gehe trotzdem näher ran.

Ich bin lieber ganz vorsichtig und meide solche Orte.

Etwas anderes.

Die Leitung des Regionalparks wies nach dem Vorfall darauf hin, dass das Betreten der gesperrten Bereiche für die Öffentlichkeit untersagt ist. Diese Vorschriften dienen sowohl dem Schutz der Vogelwelt und der Lebensräume im Park als auch der Vermeidung von Gefahrensituationen für Besucherinnen und Besucher.

«Die Oberfläche des Sediments mag zwar stabil wirken, verbirgt jedoch extrem tückische Bedingungen, und die Gefahr des Versinkens kann plötzlich auftreten – wie es leider geschehen ist», sagte Parkdirektorin Marianna Mossa zu «Sardegna Notizie».

Karin Leuthold

Karin Leuthold (kle), Jahrgang 1968, arbeitet seit 2005 für 20 Minuten und ist derzeit am Newsdesk tätig.

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