Traumberufe im Handwerk: Von der Weihnachtsmarkthütte zum Coffee-Point


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Traumberufe im Handwerk Von der Weihnachtsmarkthütte zum Coffee-Point

17.10.2026 00:01 Uhr

In einer Tischlerwerkstatt begutachtet ein Ausbilder gemeinsam mit zwei Auszubildenden verschiedene Holzverbindungen und Werkstücke. Während der Ausbilder ein präzise gefertigtes Holzbauteil erklärt, verfolgen die beiden Nachwuchstischler aufmerksam seine Ausführungen. Auf der Werkbank liegen Handwerkzeuge, Holzproben und weitere Übungsstücke, im Hintergrund sind Werkzeuge und Maschinen der Werkstatt zu sehen.
Tischlermeister Michael Zimmermann (Mitte) bespricht mit seinen beiden Azubis Frederik Eggers (links) und Luke Ridsdale verschiedene Eckverbindungen – von Fingerzinken und schrägen Schwalbenschwanzzinken über Gratleisten bis zu eingestemmten Zapfenverbindungen. © Gabi Bender

Die Tischler-Azubis Frederik Eggers und Luke Ridsdale schätzen das Arbeiten mit Holz.

2 Min Lesezeit

Verfasst von:
Von Gabi Bender

Wenn Frederik Eggers über die Weihnachtsmärkte im Kreis Soest schlendert, wird er womöglich einige der Hütten, in denen Kunsthandwerk und Christbaumschmuck, Glühwein und Punsch angeboten werden, wiedererkennen, denn schließlich hat er an ihnen mitgebaut.

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„Wir haben zu Hause schon immer viel mit Holz gemacht, denn mein Vater baut Hütten für Weihnachtsmärkte und vermietet diese“, erinnert sich der 17-Jährige. Da dem Werler das Arbeiten mit Holz gefiel, entschied er sich dafür, mehrere Praktika bei einer Tischlerei zu machen. Nachdem er den Realschulabschluss in der Tasche hatte, bewarb er sich als Azubi bei der Tischlerei von Michael Zimmermann in der Höingstraße 4a in Unna und wurde genommen. Mittlerweile ist er im zweiten Lehrjahr und hat seine Entscheidung bis heute nicht bereut.

„Ich schätze die handwerkliche Arbeit mit Holz und dass diese so vielfältig ist, denn man kann unglaublich viel mit Holz machen“, so Frederik Eggers. „Außerdem gefällt mir, dass man sehr präzise und genau arbeiten und viele Dinge beachten muss, damit am Ende alles passt.“ So wie bei dem „Coffee-Point“, an dem er derzeit gemeinsam mit dem 18-jährigen Azubi Luke Ridsdale arbeitet. Diesen vier Meter langen und anderthalb Meter breiten Eichentisch hat ein IT-Unternehmen aus Dortmund bei dem Meisterbetrieb in Unna in Auftrag gegeben.

Seinen Namen verdankt das überdimensionale Möbelstück seinem Einsatzzweck, denn an dem Stehtisch sollen Kunden und Mitarbeiter bei einer Tasse Kaffee ins Gespräch kommen. „Damit das Holz nicht zu sehr arbeitet, montieren wir auf der Unterseite mehrere Gratleisten aus Stahl und gleichen anschließend Astlöcher mit Epoxitharz aus, um die Oberfläche homogen zu machen“, erklärt Luke Ridsdale, der sich im ersten Lehrjahr seiner Tischler-Ausbildung befindet.

Parallel arbeitet das Team an mehreren quadratischen Besprechungstischen, denn für den Dortmunder Auftraggeber stattet der Meisterbetrieb gleich eine ganze Büroetage aus. „Alle Tische werden hartwachsgeölt und nach dieser Grundierung zwischengeschliffen, bevor sie erneut geölt werden“, verrät der 35-Jährige. „So entsteht nach und nach der Schichtaufbau der Wachsoberfläche.“

Auch Privatleute gehören zu den Kunden der Unnaer Tischlerei. „In meinem ersten Lehrjahr haben wir beispielsweise gleich mehrere Eckschränke und Dachbodenschränke gebaut, mit denen wir jede Menge Stauraum geschaffen haben“, berichtet Frederik Eggers. Auch individuelle Küchen werden immer häufiger nachgefragt. „Erst vor Kurzem haben wir eine Küche mit ganz individuellen Maßen angefertigt und vor Ort montiert“, berichtet Michael Zimmermann.

„Auf der Arbeitsfläche im Hintergrund haben wir Schiebetüren eingebaut, hinter denen der Kunde Haushaltsgeräte wie Toaster und Wasserkocher verstauen kann.“ Großen Wert legt der Tischlermeister aber nicht nur auf die Funktionalität, sondern auch auf die Optik. „Wir achten beispielsweise auf den Verlauf der Maserung, die auf den Unterschränken anfängt und auf den Oberschränken weiterläuft, denn uns ist das Gesamtbild genauso wichtig wie jedes noch so kleine Detail.“