Triathlon: Weiterlaufen, wenn alles wehtut: Spurzem löst das Hawaii-Ticket
Triathlon Weiterlaufen, wenn alles wehtut: Spurzem löst das Hawaii-Ticket
Chattanooga/Zweibrücken · Mit Platz zwei seiner Altersklasse in Chattanooga sichert sich der Zweibrücker Triathlet seine siebte Teilnahme an der Ironman-WM auf Hawaii.
30.09.2026 , 19:30 Uhr
Hat seine siebte Teilnahme an der Ironman-WM auf Hawaii fest im Blick: Triathlet Oliver Spurzem aus Zweibrücken.
Foto: Privat
Oliver Spurzem hat es geschafft! Der Triathlet aus Zweibrücken hat am Wochenende beim Ironman Chattanooga im US-Bundesstaat Tennessee den zweiten Platz seiner Altersklasse M45-49 belegt – und sich damit für die Ironman-Weltmeisterschaft im kommenden Jahr auf Hawaii qualifiziert.
Zwar war im Vorfeld des Triathlons in den USA bekannt gewesen, dass nur die jeweiligen Altersklassensieger ein sicheres Ticket für die Langstrecken-WM 2027 erhalten würden. Doch auch die anderen Athleten auf den jeweiligen Altersklassenpodien hatten gute Chancen. Dass es für ihn gereicht hatte, wusste Spurzem dann auch unmittelbar nach der Veranstaltung, als ihm per Urkunde die Hawaii-Qualifikation bescheinigt wurde. Er wird im kommenden Jahr bereits zum siebten Mal in Kona an den Start gehen. „So viele Kilometer. So viel Schmerz. So viele Zweifel. Und am Ende war die Mission erfolgreich. Kona 2027 is calling“, schrieb der 49-Jährige in den sozialen Medien.
Der Triathlon begann für den Zweibrücker mit der extrem schnellen Schwimmstrecke über 3,86 Kilometer flussabwärts im Tennessee River. Nach 44:52 Minuten stieg Spurzem aus dem Wasser – das drittbeste Ergebnis seiner Altersklasse. Weiter ging es auf der anspruchsvollen, hügeligen Radstrecke über 180,2 Kilometer, die die Athletinnen und Athleten von Tennessee bis in den Norden des Nachbarstaates Georgia führte. In 5:07:11 Stunden bewältigte Spurzem den Kurs – auch dies war das drittbeste Ergebnis seiner Altersklasse.
Doch das Beste, beziehungsweise das Härteste, kam zum Schluss: Der Marathon über 42,195 Kilometer. Auf der zweiten der beiden Runden durch die Innenstadt von Chattanooga und entlang des Tennessee Riverwalks seien „die Beine leer“ gewesen, schreibt Spurzem. „Die Rampen waren brutal. Der Kopf sagt: Es reicht. Aber irgendwo tief drin war noch etwas. Ohne zu wissen, wo ich wirklich stehe, musste ich einfach alles geben, was noch da war.“
Und tatsächlich: Spurzem bewältigte den Marathon in 3:38:04 Stunden – und stürmte damit in der Gesamtzeit von 9:37:43 Stunden (inklusive Wechselzeiten) noch auf Platz zwei seiner Altersklasse. Unter allen Teilnehmern landete er auf Rang 32. „In diesem Moment war einfach nur noch Glück. Pure Emotion“, beschrieb der 49-Jährige den Moment, als er von seiner Podiumsplatzierung und der Hawaii-Qualifikation erfuhr. Spurzem schloss mit den Worten: „Manchmal musst du einfach weiterlaufen, wenn alles in dir sagt, dass es nicht mehr geht.“