Handelsstreit eskaliert: Trump benannt See zu Kanada kurzerhand in „Lake America


Trotz-Reaktion auf Zoll-Streit mit Kanada: Trump tauft See an Grenze um – Ozean als nächstes dran?

Stand: 27.08.2026, 23:08 Uhr

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Im Handelsstreit setzt Trump auf eine weitere Provokation. Per Verordnung benennt er den Ontariosee zwischen den USA und Kanada in „Lake America“ um.

Washington, D. C. – US-Präsident Donald Trump nutzt Namen von Landschaftsmerkmalen schon länger gern als symbolträchtiges Zeichen. Sein neuestes Opfer hat Trump im Handelsstreit mit Kanada ausgewählt: den Ontariosee, der sowohl an die USA als auch an Kanada angrenzt. Dieser soll ab sofort „Lake America“ (Amerikasee) heißen.

Donald Trump, Präsident der USA, hält im Oval Office des Weißen Hauses eine unterzeichnete Executive Order in die Höhe. Dahinter der Ontariosee mit der Skyline von Toronto.

Trump benennt Ontariosee um: Soll ab jetzt „Lake America“ heißen (Montage). © picture alliance/dpa/AP | Manuel Balce Ceneta + picture alliance/dpa/The Canadian Press via AP | Keito Newman

Im Oval Office unterzeichnete Trump dafür eine Verordnung. Die US-Regierung betonte laut der Deutschen Presse-Agentur, dass der größte Teil des Seevolumens in den USA liege. Auch die tiefsten Stellen des Sees fände man dort. Mit der Verfügung von Trump wird der Eintrag in der offiziellen US-Datenbank für geografische Orte und Namen geändert.

Kanada reagiert mit Vergeltung auf US‑Zölle – Donald Trump benennt aus Trotz See um

Trump hatte die Umbenennung des Lake Ontario bereits vor Tagen auf Truth Social ins Gespräch gebracht. Dort schrieb er, man erwäge die Umbenennung, „da wir nicht mehr damit rechnen, nennenswerte Geschäfte mit Ontario zu tätigen“. Kanada und die USA hatten versucht, einen nahenden Handelskonflikt mit Gesprächen zu schlichten. Diese scheiterten jedoch, und der Streit zwischen den Nachbarländern verschärfte sich deutlich.

Nach gescheiterten Verhandlungen waren am vergangenen Samstag (22. August) US-Zölle von 50 Prozent auf kanadische Importe in Kraft getreten. Kanada reagierte am Dienstag (25. August) mit der Ankündigung von Vergeltungsmaßnahmen im Wert von knapp 20 Milliarden US-Dollar, wie Reuters berichtet. Die Namensänderung ist wohl eine Reaktion darauf.

Beim Unterzeichnen der Umbenennung schoss Trump laut der AFP erneut gegen Kanada. „Die Leute fragen mich oft, mit wem der Handel am schlimmsten ist“, begann der US‑Präsident. „Das ist einfach: Kanada.“ Die Verantwortlichen seien „fiese Leute“ unten hätten die USA „sehr schlecht behandelt“. In Kanada prallte die Namensänderung unterdessen ab.

Trump benennt See an Grenze zu Kanada um – ohne Rückhalt aus US-Bevölkerung

Viel Rückhalt hat Trump in seinem Streit mit Kanada nicht. In einer Reuters/Ipsos-Umfrage vom Mai gaben rund 72 Prozent der US-Bürger an, ein positives Bild von Kanada zu haben. Kein anderes Land in der Befragung erreichte eine höhere Prozentzahl. US-Innenminister Doug Burgum zeigte sich laut der AFP jedoch „stolz“, die Anordnung zur Umbenennung in die Tat umzusetzen.

Der Ontariosee ist einer der fünf sogenannten Großen Seen, von denen drei weitere sowohl an die USA als auch an Kanada grenzen. Laut dem Spiegel geht der Name des Sees zurück auf die Ureinwohner der Region. Die Übersetzung lautet laut dem National Museum of the Great Lakes in Toledo (Ohio) etwa: „großer See“ oder „schönes Wasser“. Auf einer Karte im Oval Office bei der Unterzeichnung standen die Großen Seen mit der Überschrift „Making the Great Lakes Even Greater“  (Die Großen Seen noch größer machen).

Umbenennungen haben limitierte Reichweite – Trump hat Ozean für nächste Namensänderung im Blick

Bereits kurz nach Trumps Amtsantritt hatte der US-Präsident mit einer Namensänderung versucht, ein Zeichen zu setzen. Damals hatte er den Golf von Mexiko kurzerhand in „Golf von Amerika“ umbenannt. Mexiko hatte diese Änderung jedoch nicht akzeptiert. In den USA kann die Namensänderung unter diesen Umständen dennoch durchgeführt werden. Internationale Organisationen wie die UN und andere Länder können jedoch auch den ursprünglichen Namen nutzen.

„Jetzt brauchen wir nur noch einen Ozean.“

Für Trump könnten die nächsten Namensänderungen schon bald anstehen. Ein Golf, ein See – „Jetzt brauchen wir nur noch einen Ozean.“ Man könne den Atlantik oder Pazifik umbenennen. „Vielleicht ändern wir sogar beide.“ Auch das wäre nur in den offiziellen US-Regierungsdokumenten und ‑karten möglich. Über die USA hinaus hätten die Umbennungen keine große Wirkung, außer Google Maps beugt sich Trump, wie beim „Golf von Amerika“. (Quellen: Reuters, Deutsche Presse-Agentur, AFP, Spiegel) (lismah)