Trump droht Kanada mit Zöllen von 50 Prozent


Politik & Wirtschaft

US-Präsident Donald Trump (l.) und der kanadische Premierminister Mark Carney im Juni 2026.
Evelyn Hockstein/Pool Reuters/AP/dpa

Der Handelskonflikt zwischen den USA und Kanada verschärft sich weiter. Der US-Präsident kündigt drastisch höhere Abgaben an. Kanada reagiert bereits mit Gegenzöllen.

Im festgefahrenen Handelsstreit mit Kanada erhöht US-Präsident Donald Trump den Druck. Ab dem 1. Januar 2027 sollen die Importabgaben für Autos, große und kleine Lastwagen, Autoteile und Stahl auf 50 Prozent steigen, teilte Trump auf seiner Plattform Truth Social mit.

Unternehmen könnten die Zölle wie schon in der Vergangenheit umgehen, wenn sie ihre Waren in den USA produzierten, erklärte Trump weiter.

US-Zölle gegen Kanada: Schon jetzt hohe Abgaben auf Autos und Metalle

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Bereits derzeit verlangen die USA nach kanadischen Angaben auf Grundlage von Abschnitt 232 des „Trade Expansion Acts“ aus dem Jahr 1962 Zölle von 25 Prozent auf importierte Autos, Lastwagen und entsprechende Teile. Auf Stahl, Aluminium und Kupfer werden zudem Importabgaben zwischen zehn und 50 Prozent erhoben.

Trump begründete seine neuerliche Drohung damit, Kanada „beute“ die Vereinigten Staaten seit Jahren „aus“. Außerdem behauptete der US-Präsident, sein Land sei nicht auf den Handel mit seinem Nachbarn angewiesen.

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Die Zahlen des US-Zensus zeigen allerdings die große Bedeutung der Handelsbeziehungen: Kanada ist derzeit der zweitgrößte Handelspartner der USA. Seit Jahresbeginn bis Juni wurden Waren im Wert von rund 200 Milliarden US-Dollar eingeführt und Güter im Wert von etwa 175 Milliarden US-Dollar ausgeführt. Nur Mexiko ist für die Vereinigten Staaten ein noch größerer Handelspartner.

US-Zölle gegen Kanada: Verhandlungen scheitern in letzter Minute

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Zuvor hatten Unterhändler beider Nachbarstaaten bis in die Nacht zum Samstag über eine Vereinbarung verhandelt. Ziel war es, die von Trump angekündigten Zölle noch abzuwenden.

Doch die Gespräche platzten. Noch in derselben Nacht traten Zölle von 50 Prozent auf eine Reihe kanadischer Waren in Kraft. Betroffen sind Güter im Wert von rund 20 Milliarden Dollar – etwa fünf Prozent der Einfuhren insgesamt. Dazu gehören unter anderem Hockeyschläger, Möbel, Honig und Wein.

Kanadas Premierminister Mark Carney kündigte daraufhin Gegenzölle ab dem 8. September an. Sie sollen sich auf Bereiche wie Stahl, Milchprodukte, landwirtschaftliche Ausrüstung und Elektrogeräte konzentrieren.

„Das ist eine gezielte Reaktion, um unsere Industriezweige zu schützen und zu verteidigen und ihnen zu ermöglichen, auf dem kanadischen Markt mit US-Produkten zu konkurrieren“, erklärte Carney.

US-Zölle gegen Kanada: Trump hatte die Abgaben zunächst ausgesetzt

Noch Mitte des Monats hatte Trump die inzwischen in Kraft getretenen 50-Prozent-Zölle zunächst auf Eis gelegt. Hintergrund war sein Versuch, einen Deal für das Öl-Pipeline-Projekt Keystone XL abzuschließen.

Der Republikaner will das Projekt trotz der Bedenken von Umweltschützern schon länger wiederbeleben. Zuletzt war von der Pipeline allerdings keine Rede mehr.

US-Zölle gegen Kanada: Trump drohte schon mit 100 Prozent

Auch zuvor hatte Trump im amerikanisch-kanadischen Handelskonflikt mehrfach seinen Kurs geändert. Im vergangenen Jahr verhängte er einen Zoll von 25 Prozent auf nahezu alle Waren – angeblich, weil Kanada zu wenig gegen Drogenschmuggel unternehme.

Zeitweise drohte Trump sogar mit einem Zollsatz von 100 Prozent. Sein bevorzugtes Druckmittel setzte er außerdem bei einem ganz anderen Streitpunkt ein: Immer wieder nutzte er Zolldrohungen, um bei einer Grenzbrücke zwischen beiden Staaten nahe Detroit nachzuverhandeln. (dpa/mp)