„Lake America“ statt Lake Ontario: Wie Trumps Umbenennung kanadische Websites in Erklärungsnot bringt


Trump nennt Lake Ontario um – und bringt kanadischen Stromversorger in Erklärungsnot

Stand: 31.08.2026, 14:05 Uhr

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Hydro One entschuldigte sich, da auf seiner Störungskarte „Lake America“ statt Lake Ontario angezeigt wurde. Verantwortlich soll ein externer Kartendienst sein.

Hydro One hat sich entschuldigt, nachdem auf seiner Online-Störungskarte der Lake Ontario fälschlicherweise als „Lake America“ angezeigt wurde, und erklärte, der Fehler sei von einem externen Kartendienst verursacht worden. Hydro One ist der größte Übertragungs- und Verteilnetzbetreiber für Elektrizität in der kanadischen Provinz Ontario.

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Dieser Artikel entstand in Kooperation mit newsweek.com.

Der Vorfall ereignete sich kurz nachdem Google Maps für Nutzer in den Vereinigten Staaten „Lake America“ anzeigte, nachdem Präsident Donald Trump per Erlass den Großen See umbenannt hatte. Die Bezeichnung tauchte damit in US-Kartendiensten auf, obwohl der offizielle Name in Kanada unverändert blieb.

Zollstreit USA Kanada - Lake Ontario

Blick vom Hafen aus auf den Ontariosee und die Skyline von Toronto. © Keito Newman

„Uns ist bewusst, dass Lake Ontario auf unserer Störungskarte falsch beschriftet ist“, sagte ein Sprecher von Hydro One in einem Beitrag auf X. „Das Problem stammt von einem externen Kartendienst. Wir arbeiten mit unserem Anbieter zusammen, um das Problem so schnell wie möglich zu beheben und die korrekte geografische Bezeichnung wiederherzustellen. Wir bedauern den Fehler und entschuldigen uns für jegliche dadurch entstandene Verwirrung.“ Newsweek kontaktierte Hydro One am Montag per E-Mail für weitere Stellungnahmen.

Externer Kartendienst als Ursache des Fehlers

Hydro One selbst hat den See nicht umbenannt. Das Unternehmen nutzt für seine Störungskarte einen externen Kartendienst, und dieser Dienst scheint die neue geografische Bezeichnung der US-Behörden übernommen zu haben. Dadurch erschien die amerikanische Namensvariante vorübergehend auch auf der Website eines kanadischen Versorgers.

Die Störungskarte zeigt inzwischen wieder Lake Ontario an, wie mehrere Beiträge auf X bestätigen. Nutzer berichteten, dass die frühere Bezeichnung „Lake America“ offenbar nach einem Update des Dienstleisters entfernt wurde.

Auswirkungen von Trumps Erlass auf Kartendienste

Google Maps begann seine Karten am Wochenende zu aktualisieren, nachdem Trump am 27. August einen Erlass unterzeichnet hatte, mit dem die US-Regierung aufgefordert wurde, Lake Ontario in „Lake America“ umzubenennen. Die Anordnung weist das U.S. Board on Geographic Names an, das Geographic Names Information System des Landes zu aktualisieren, damit der neue Name übernommen wird.

Wie von Newsweek berichtet, erklärte Google, dass Nutzer in den Vereinigten Staaten „Lake America“ sehen würden, während Nutzer in Kanada weiterhin „Lake Ontario“ angezeigt bekämen. Nutzer in anderen Teilen der Welt würden beide Bezeichnungen sehen, sodass die Namensänderung vor allem für ein US-Publikum sichtbar ist.

Die Änderung ist jedoch auch auf mehreren kanadischen Websites aufgetaucht, die externe Kartentools verwenden. Karten auf den Websites von Hydro One, der LCBO und Metrolinx gehörten zu den Angeboten, bei denen Berichten zufolge „Lake America“ angezeigt wurde und so für Irritationen bei kanadischen Nutzern sorgte.

Trumps Begründung für die Umbenennung

Der Erlass behauptet, dass die tiefsten Teile des Sees in US-Gewässern liegen und dass die Vereinigten Staaten einen Großteil der Infrastruktur und der Sicherheitsmaßnahmen bereitstellen, die das System der Großen Seen stützen. Er verpflichtet Bundesbehörden dazu, Verweise auf Lake Ontario durch „Lake America“ zu ersetzen, wenn es um US-Dokumente und -Karten geht.

Trumps Erlass argumentiert, die Vereinigten Staaten spielten eine zentrale Rolle beim Schutz und Management der Großen Seen und bezeichnet Lake Ontario als eine wichtige amerikanische wirtschaftliche, ökologische und historische Ressource. Die Umbenennung wird damit als Ausdruck nationaler Interessen und Verantwortung gerechtfertigt.

Die Namensänderung wird in Kanada nicht anerkannt. Lake Ontario bleibt der Name, den kanadische Behörden verwenden und der auf kanadisch ausgerichteten Versionen von Google Maps erscheint, sodass sich an der offiziellen kanadischen Nomenklatur nichts ändert.

Ontarios Premier Doug Ford hat sich gegen die Änderung gestellt und ein großes Schild enthüllt, auf dem steht: „Lake Ontario. Now and Always.“ Damit wollte er unterstreichen, dass die Provinz an der traditionellen Bezeichnung festhält.

Handelskonflikt als Hintergrund des Namensstreits

Der Streit um den Namen des Sees fällt in eine Zeit, in der sich die Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Kanada im Zuge der Handelsverhandlungen deutlich verschlechtert haben. Die politische Symbolik rund um die Großen Seen wird damit Teil eines breiteren Konflikts zwischen den beiden Nachbarstaaten.

Washington und Ottawa liefern sich einen Zollstreit über Waren im Wert von mehreren Milliarden Dollar, wobei beide Länder Zölle verhängen oder androhen. Die jüngsten Spannungen haben sich verschärft, nachdem die Handelsgespräche zwischen den beiden Ländern gescheitert waren und neue Strafmaßnahmen im Raum standen.

Die Umbenennung von Lake Ontario ist größtenteils symbolisch, hat sich jedoch zu einem weiteren Streitpunkt in den zunehmend feindseligen Beziehungen der Nachbarländer entwickelt. Reuters beschrieb den Schritt als Teil des wachsenden Handelskonflikts zwischen den USA und Kanada, der sich bereits auf zahlreiche Wirtschaftssektoren auswirkt.

Für Hydro One hat der politische Streit zu einem peinlichen technischen Problem geführt: Die Störungskarte eines kanadischen Stromversorgers zeigte vorübergehend den neuen Namen der US-Regierung für einen See an, den Kanadier weiterhin Lake Ontario nennen. Die Episode verdeutlicht, wie geopolitische Entscheidungen über digitale Schnittstellen in den Alltag ausstrahlen können.

Der Vorfall erinnert auch an Trumps Entscheidung im Jahr 2025, den Golf von Mexiko für Zwecke der US-Regierung in „Gulf of America“ umzubenennen. Google übernahm daraufhin die US-Bezeichnung für amerikanische Nutzer, behielt jedoch in anderen Teilen der Welt unterschiedliche Namenskonventionen bei.