„Das ist eine Frechheit und teilweise Leistungsverweigerung“: TV-Experten rechnen mit Frankreich ab
Stand: 19.07.2026, 05:20 Uhr
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Frankreich verliert nach dem WM-Halbfinale auch das Spiel um Platz drei. Besonders die Leistung der ersten Halbzeit wird hart kritisiert.
Miami – Im letzten Spiel der Ära von Didier Deschamps musste der französische Nationaltrainer eine Niederlage hinnehmen. Bei der Fußball-WM verlor seine Mannschaft trotz starker Aufholjagd mit 4:6 gegen England und verpasste die anvisierte Medaille. Besonders in der ersten Halbzeit zeigte sein Team, das er auf sieben Positionen im Vergleich zum Halbfinale geändert hatte, eine schwache Leistung.

„England hat den Franzosen absolut den Zahn gezogen. Die Geschwindigkeit über Mbappe kommt nicht wirklich raus, weil er 1-gegen-3 spielt. Olise sehen wir so gut wie gar nicht. Damit findet ein französisches Spiel einfach überhaupt nicht statt“, analysierte Expertin Tabea Kemme bei Magenta TV in der Halbzeitpause.
Harte Kritik am Auftritt: Frankreich wird von TV-Experten auseinandergenommen
Eine Sache untermauerte die ehemalige Fußballspielerin dabei: „Die Einstellungsfrage ist auf diesem Feld und diesem Niveau nicht das richtige Hinterfragen. Das ist wirklich Umsetzung von der ‚Smartware‘: Was sehe ich auf dem Platz, wie setze ich die Dinge um. Eine Einstellungsfrage ist es meines Erachtens nicht.“
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Eine gänzlich andere Meinung vertrat ihr Kollege Jan Henkel, der bei Magenta TV für die Analysen zuständig ist. „Das ist eine Frechheit und teilweise Leistungsverweigerung“, kritisierte er die Leistung der Franzosen. Dabei zeigte er die Szene vor dem 3:0, bei dem England einen Konter aus der eigenen Hälfte gestartet hatte. Dort offenbarte er, dass der Schiedsrichter schnell in Richtung französisches Tor lief als Warren Zaïre-Emery.
Auch Manuel Baum nahm kein Blatt vor den Mund bei seiner Analyse. „Was mich bei den Franzosen wundert: Da ist keiner drin, der sagt: Hey, Männer, wir müssen uns jetzt mal zusammenreißen. Das ist eine Weltmeisterschaft, wir können Dritter werden und wir lassen uns in der 1. Halbzeit da teilweise so vorführen“, monierte der frühere Augsburg-Trainer und aktuelle Taktik-Experte für Magenta TV.
Gänzlich unzufrieden war auch Deschamps mit dem Auftritt seiner Mannschaft. „Das dürfen wir uns nicht erlauben gegen einen Gegner, der ein richtiges Spiel spielt, und wir spielen ein Freundschaftsspiel. Sie tun uns bei jeder Aktion weh, sogar wenn wir einige Chancen hatten. So geht das nicht“, polterte er in einem Interview in der Halbzeitpause.
Dort fand er offenbar die richtigen Worte, denn sein Team präsentierte sich in der zweiten Hälfte deutlich griffiger und verkürzte innerhalb von 20 Minuten auf 3:4. Es entwickelte sich so noch eine packende Partie, bei der dem Vize-Weltmeister trotz WM-Rekord von Michael Olise der Ausgleich aber letztlich nicht gelang und somit der erhoffte versöhnliche Abschluss von Deschamps ad acta gelegt werden musste. (smu)