Ukraine attackiert Russlands größten Online-Händler – zum dritten Mal in einer Woche


Stand: 23.07.2026, 13:16 Uhr

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Die Ukraine hat ein Wildberries-Lager, eine Raffinerie und eine Pumpstation in Russland angegriffen.

Woronesch – Russlands größter Online-Händler Wildberries ist in der Nacht auf den 23. Juli scheinbar erneut unter ukrainischen Beschuss geraten. In der Stadt Woronesch meldeten Augenzeugen Explosionen und einen Brand im Bereich eines Wildberries-Logistiklagers, berichtet Kyiv Independent.

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Dieser Artikel entstand in Kooperation mit newsinfive.de.

Fotos und Videos in sozialen Medien zeigten großflächige Explosionen am nächtlichen Stadthimmel. Das genaue Angriffsziel konnte noch nicht bestätigt werden. Die ukrainische Armee äußerte sich bisher nicht zu den Angriffen.

Ukraine attackiert Russlands größten Online-Händler – zum dritten Mal in einer Woche

Die Ukraine hat ein Wildberries-Lager, eine Raffinerie und eine Pumpstation in Russland angegriffen. © © IMAGO / Ukrinform / Symbolbild

Für Wildberries wäre es bereits die dritte Angriffsnacht innerhalb einer Woche. In der Nacht auf den 22. Juli hatten ukrainische Drohnen zwei Lager des Unternehmens in Krasnodar und im Gebiet Stavropol getroffen, beide gingen in Flammen auf. Gründerin Tatjana Kim bestätigte die Angriffe und gab bekannt, der Lagerbetrieb sei vorübergehend eingestellt worden.

Besonders schwer wog der Angriff vom 18. Juli, bei dem Einrichtungen in der Moskauer Region und im Gebiet Tambov getroffen wurden. Dabei kamen laut übereinstimmenden Berichten mehrere Menschen ums Leben, Dutzende wurden verletzt.

Selenskyj: Lager belieferten russische Armee

Nach dem Angriff vom 18. Juli begründete Präsident Wolodymyr Selenskyj die Attacken. „Das sind russische Logistikeinrichtungen, konkret Lager, die zur Versorgung mit Kriegsmaterial genutzt werden: Navigationsausrüstung, Komponenten für die Drohnenproduktion und andere Lieferungen für die russische Armee“, sagte er in seiner Abendansprache.

Wildberries bietet auf seiner Website auch militärische Ausrüstung an, darunter Drohnenkomponenten und Schutzwesten. Das Unternehmen und Gründerin Kim stehen seit Beginn des russischen Angriffskriegs 2022 unter internationalen Sanktionen.

Raffinerie und Pumpanlage brennen

Parallel dazu brach in der Region Ulyanovsk ein Brand in der NS-Oil-Raffinerie im Ort Nowospasskoye aus. Gouverneur Alexej Russkikh bestätigte laut Kyiv Independent einen Drohnenangriff auf eine Energieanlage im Bezirk Nowospassky, Einsatzkräfte kämpften gegen das Feuer.

Die Raffinerie liegt rund 650 Kilometer von der russisch-ukrainischen Grenze entfernt und verarbeitet nach Medienangaben bis zu 600.000 Tonnen Rohöl pro Jahr. Das Ausmaß des Schadens blieb zunächst unklar.

In der Republik Baschkortostan sei zudem eine Ölpumpanlage nahe der Stadt Tuymazy getroffen worden, berichtet das Newsportal Kyiv Post. Auch dort stiegen laut Augenzeugen dichte schwarze Rauchwolken auf.

223 Drohnen in einer Nacht

Das russische Verteidigungsministerium erklärte, die Luftabwehr habe zwischen dem Abend des 22. und dem Morgen des 23. Juli insgesamt 223 ukrainische Drohnen über 19 Regionen, der besetzten Halbinsel Krim und dem Asowschen Meer abgefangen. Wie viele Drohnen ihr Ziel trotzdem erreichten, ließ Moskau offen.

Quellen: Kyiv Independent, Kyiv Post, nif/red.