Ukraine-Krieg: Berlin schickt Kiew wohl zusätzliche Waffen – Reaktion auf Anschlag
Newsblog zum Krieg in der Ukraine
Berlin schickt Kiew wohl zusätzliche Waffen
Aktualisiert am 01.09.2026 - 19:41 UhrLesedauer: 8 Min.
Deutschland will wohl seine Waffenhilfe hochfahren. In Kiew sind mehrere Menschen durch einen russischen Angriff ums Leben gekommen. Alle Entwicklungen im Newsblog.
Dienstag, 1. September
Reaktion auf Drohnen-Angriff: Das wäre ein echtes Signal der Stärke gewesen
Dobrindt und Wadephul nennen Russland nach dem versuchten Drohnenanschlag in Leipzig nun offen beim Namen. Das ist überfällig. Doch für ein echtes Zeichen der Stärke hätte es den Kanzler gebraucht. Lesen Sie unseren Kommentar hier.
Insider kündigen zusätzliche Waffenlieferungen aus Deutschland an
Die Bundesregierung wird als Reaktion auf den mutmaßlich russischen Anschlag auf den Flughafen Leipzig/Halle neben Sanktionen auch die militärische Hilfe für die Ukraine verstärken. Im September werde man der Ukraine weitere Luftabwehrraketen des Typs Iris-T sowie "zeitnah" auch mehrere tausend Angriffsdrohnen liefern, hieß es aus Regierungskreisen in Berlin. Zudem werde die Zusammenarbeit der Geheimdienste mit Kiew weiter verstärkt.
"Die Ukraine war in den letzten Monaten maßgeblich dank deutscher Hilfe militärisch sehr erfolgreich", hieß es. Russland habe darauf keine strategische Antwort. Der Strategieersatz für Moskau sei Eskalation, sowohl mit militärischen Schlägen in der Ukraine als auch durch verstärkte hybride Attacken. "Wir müssen uns auf weitere, auch eskalierende hybride Angriffe Russlands einstellen."
Kanzler Friedrich Merz (CDU) habe wegen der Tragweite des Vorgehens durchgehend eine zentrale Rolle im Prozess gespielt, den Drohnenangriff in Leipzig/Halle Russland zuzuweisen und Gegenmaßnahmen festzulegen, hieß es weiter. "Er hat dabei politischen Rahmen und Richtung vorgegeben", hieß es in der Regierung.
Deutschland schließt Russisches Haus in Berlin – Kreml reagiert
Anfang August gab es einen Anschlagsversuch am Flughafen Leipzig/Halle. Die Bundesregierung sieht die Verantwortung in Russland – und reagiert. Lesen Sie den ganzen Artikel hier.
Ende des Ukraine-Krieges? Putin bekommt Gegenwind
Russland und China bauen beim Treffen der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit an ihrem Gegenmodell zum Westen. Doch während Xi Jinping seinen Spielraum vergrößert, stößt Wladimir Putin selbst bei engen Partnern an Grenzen. Lesen Sie den ganzen Artikel hier.
Russische Wunderwaffe? Neue Daten wecken Zweifel an Putins Hyperschall-Waffe
Russland präsentiert die Zirkon als hochmodernen Hyperschall-Marschflugkörper. Neue Daten aus Kiew sprechen für eine andere Technik. Gefährlich ist sie trotzdem. Lesen Sie den ganzen Artikel hier.
Acht Tote bei Angriff auf Kiew
Bei einem "massiven" russischen Angriff auf Kiew sind nach Angaben von Bürgermeister Vitali Klitschko acht Menschen getötet worden. Fünf Menschen seien verletzt worden, darunter zwei Kinder, sagte Klitschko am Dienstag. Bei dem Angriff seien ballistische Raketen und Drohnen zum Einsatz gekommen. Journalisten der Nachrichtenagentur AFP hörten am Dienstagmorgen etwa ein Dutzend laute Explosionen.
Der ukrainische Bahnchef Oleksandr Perzowskyj erklärte, eine Rakete habe ein Eisenbahndepot und weitere Bahnanlagen in Kiew getroffen. Sieben Menschen seien getötet worden, sechs von ihnen seien Bahnmitarbeiter gewesen. Ein weiterer Eisenbahnmitarbeiter sei ins Krankenhaus gebracht worden.
Das russische Verteidigungsministerium erklärte, die russischen Streitkräfte hätten einen "massiven Angriff" mit Waffen mit großer Reichweite und Drohnen ausgeführt. Der Angriff habe sich gegen militärisch-industrielle Einrichtungen sowie Kraftstoff- und Energieanlagen in Kiew und der umliegenden Region gerichtet. Das Ministerium erklärte zudem, es habe Infrastruktur in der Region Odessa sowie die Häfen von Odessa und Tschornomorsk getroffen.
Mindestens vier Tote bei massiven russischen Luftangriffen
Zu Beginn des neuen Schuljahres in der Ukraine sind bei neuen russischen Luftangriffen auf die Region Kiew laut Behörden mindestens vier Menschen getötet worden. "Leider kamen bei dem feindlichen Angriff auf die Hauptstadt drei Menschen ums Leben", teilte zunächst die Kiewer Militärverwaltung am Dienstag im Onlinedienst Telegram mit. Es gebe zudem Berichte über fünf Verletzte.
In Boryspil östlich von Kiew wurde den Militärbehörden zufolge zudem ein weiterer Mensch bei einem russischen Angriff auf ein Geschäft getötet. Der Chef der Militärverwaltung der Region Kiew, Timur Tkatschenko, sprach von einem "massiven" nächtlichen Angriff "mit russischen Raketen und Kampfdrohnen". Ihm zufolge wurde in Boryspil zudem ein Wohnhaus getroffen. Dabei seien acht Menschen verletzt worden.
Die ukrainische Luftwaffe hatte in der Nacht bei Telegram mitgeteilt, dass sich "mehrere Ziele" auf die Hauptstadt zubewegten. Kurz darauf sahen Journalisten der Nachrichtenagentur AFP in Kiew mehrere Lichtblitze und hörten laute Explosionen. Die ukrainische Luftwaffe hatte davor gewarnt, dass die Gefahr durch "ballistische Waffen und andere Angriffsmittel gegen Kiew und die Region weiterhin besteht". Die Einwohner wurden aufgefordert, in Schutzräumen zu bleiben.
Montag, 31. August
Feuer in Drohnen-Fabrik: Polens Geheimdienst prüft Sabotage
In Polen ist in einem Werk zur Herstellung von Kampfdrohnen ein Feuer ausgebrochen. Der Brand in der Fabrik WB Electronics in Skarzysko-Kamienna etwa 150 Kilometer südlich von Warschau sei kurz nach Mitternacht gemeldet worden und mittlerweile gelöscht, sagte eine Sprecherin der örtlichen Polizei der Boulevardzeitung "Fakt". Verletzt wurde niemand. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts auf Terrorismus und Tätigkeit für einen fremden Geheimdienst zum Schaden Polens, wie die Behörde auf der Nachrichtenplattform X mitteilte.