Ukraine-Krieg aktuell | Drohnenangriff löst Brand auf Öltanker aus


Newsblog zum Krieg in der Ukraine

Drohnenangriff löst laut Russland schweren Brand auf Öltanker aus


Aktualisiert am 07.10.2026 - 02:22 UhrLesedauer: 12 Min.

Ein Tanker im Schwarzen Meer ist russischen Behörden zufolge in Brand geraten. Russische Raketen treffen eine Klinik in Krywyj Rih. Alle Entwicklungen im Newsblog.

Mittwoch, 7. Oktober

Russland: Besatzung des in Brand geratenen Tankers gerettet

Ein Tanker im Schwarzen Meer ist russischen Behörden zufolge in Brand geraten. Die Strände in der Ortschaft im Süden der russischen Region Krasnodar seien für die Öffentlichkeit gesperrt, teilen die Behörden mit, ohne jedoch Einzelheiten zur Brandursache zu nennen. Die 23-köpfige Besatzung des unter liberianischer Flagge fahrenden Tankers, der "Aframax Rio", sei gerettet worden, teilt das russische Verkehrsministerium mit. Er war nach einem Angriff von einem unbemannten Schiff in Brand geraten. Die Besatzung habe ausschließlich aus indischen Staatsangehörigen bestanden. Verletzt wurde niemand. Das Ministerium erklärt, die Feuerwehr habe über ausreichende Mittel verfügt, um den Brand zu bekämpfen, sobald er an Intensität nachgelassen habe.

Ukrainischer Drohnenangriff löst schweren Brand auf Öltanker aus

Bei einem ukrainischen Drohnenangriff ist nach russischen Angaben am Dienstagabend ein Öltanker vor der Küste Südrusslands getroffen worden und in Brand geraten. Ein unter der Flagge Liberias fahrender Tanker sei von "Seedrohnen" angegriffen worden, teilte das russische Verkehrsministerium mit. Zudem brenne "Rohöl offen auf dem Wasser des Schwarzen Meeres" unweit des beliebten Urlaubsorts Sotschi. Wegen seines Ausmaßes hätten die Einsatzkräfte den Brand nicht löschen können, hieß es weiter. Die 23-köpfige Besatzung, allesamt indische Staatsbürger, sei jedoch gerettet worden.

In den Onlinediensten verbreiteten sich zahlreiche Videos und Fotos aus Sotschi. Teile der 500.000-Einwohner-Stadt waren darin von Rauch eingehüllt zu sehen. Zudem waren orange lodernde Flammen auf dem Meer und eine dichte, schwarze Rauchsäule zu sehen, die von dort aufstieg. Der Zugang zur Küste und zu den Stränden werde eingeschränkt, teilte der Bürgermeister der Stadt in den Onlinenetzwerken mit.

Sowohl die Ukraine als auch Russland haben in den vergangenen Monaten ihre gegenseitigen Angriffe auf zivile und industrielle Ziele verstärkt, darunter Energie-, Transport- und Hafeninfrastruktur sowie Schiffe im Schwarzen Meer. Beide Seiten kündigten in den vergangenen Wochen an, ihre Angriffe zu intensivieren. Russland greift vermehrt wichtige Brücken in Kiew an. Die Brücken in der ukrainischen Hauptstadt sind von entscheidender Bedeutung für Verkehr und Logistik. Bei früheren ukrainischen Angriffe auf Ölanlagen in Südrussland kam es zur Bildung von Ölteppichen und zur Schließung von Stränden.

Dienstag, 6. Oktober

Selenskyj warnt vor massivem russischem Angriff hin

Russland bereitet dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zufolge einen massiven Angriff auf die Ukraine vor. "Es liegen aktuelle Geheimdienstinformationen vor, die darauf hindeuten, dass Russland einen massiven Angriff vorbereitet", sagt Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache. "Die ukrainischen Sicherheitsdienste und unsere Luftwaffe sind bereit, im Rahmen unserer verfügbaren Verteidigungsmittel darauf zu reagieren."

Russische Drohne tötet Polizisten in Kramatorsk

Beim Einschlag einer russischen Drohne in ein Polizeiauto in Kramatorsk in der Ostukraine ist ein Polizist ums Leben gekommen. Drei weitere Polizeibeamte seien bei dem Angriff verletzt worden, teilte der regionale Polizeichef Olexander Biloschizkyj auf Facebook mit. "Es fällt schwer, Worte zu finden, wenn man einen der Seinen verliert", schrieb er.

Kramatorsk liegt im Osten der Ukraine. Die Stadt gehört zu dem sogenannten ukrainischen Festungsgürtel, der seit Monaten schweren Angriffen der russischen Militärs widersteht.

Bei einem russischen Angriff auf eine belebte Landstraße bei Odessa im Süden der Ukraine sind mindestens fünf Menschen verletzt worden. Mehrere Fahrzeuge, hauptsächlich Sattelschlepper, seien beschädigt worden, berichtete der regionale Militärverwalter Oleh Kiper auf Telegram.

"Russland geholfen": Kiew kritisiert Verbündeten scharf

Die Ukraine hat Südkorea wegen der Lieferung von Treibstoff an Russland scharf kritisiert. Die Lieferungen stünden "in scharfem Kontrast" zur Sanktionspolitik Südkoreas, sagte der ukrainische Präsidentenberater Wladyslaw Wlasjuk. Seoul habe Moskau damit geholfen, die durch ukrainische Angriffe ausgelöste Treibstoffknappheit auszugleichen.

Laut einem Bericht des britischen "Guardian", der sich auf Angaben von Häfen und Schiffstracking-Daten stützt, wurden im Juli und August 176.000 Tonnen Ölprodukte von Südkorea nach Russland verschifft. Aus den Unterlagen geht demnach nicht hervor, wem der Treibstoff gehörte oder wer ihn verkaufte. Die Lieferungen machten dem Bericht zufolge im August fast ein Drittel der russischen Treibstoff-Importe auf dem Seeweg aus. Drei der sieben eingesetzten Tanker sind demnach mit westlichen Sanktionen belegt.

"Diese Lieferungen begannen genau zu dem Zeitpunkt, als ukrainische Angriffe auf russische Raffinerien die Verarbeitungskapazitäten verringerten und in der Russischen Föderation einen Treibstoffmangel verursachten", sagte Wlasjuk, der den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Sanktionsfragen berät. "Mit anderen Worten: Importe aus Südkorea haben Russland de facto dabei geholfen, die Folgen des Verlustes seiner eigenen Raffineriekapazitäten auszugleichen." Südkorea hatte nach dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine verschärfte Exportkontrollen gegenüber Russland und dessen Verbündeten Belarus verhängt. Außerdem schränkte Seoul Geschäfte mit den wichtigsten russischen Banken und der Zentralbank ein.

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Angriffe im Schwarzen Meer – ein Schiff sinkt

Zwei Handelsschiffe sind in bulgarischen Gewässern des Schwarzen Meeres von Drohnen angegriffen worden. Das teilte Bulgariens Ministerpräsident Rumen Radew laut der bulgarischen Nachrichtenagentur BTA in Sofia mit. Beide Schiffe wurden beschädigt, eines davon ist gesunken. Die gesamte Besatzung des gesunkenen Schiffs, das unter der Flagge von Togo unterwegs war, werde vermisst. Die Suche nach diesen sei im Gange. Auf dem anderen Schiff sei ein Brand ausgebrochen – 18 Menschen seien von dort gerettet worden, zwei davon schwer verletzt, sagte Radew weiter. Dieses Schiff habe unter der Flagge von Palau Getreide transportiert. Die Crew bestehe aus elf Türken und sieben Indern.

Zu dem Zwischenfall sei es gegen 03.00 Uhr morgens 70 Seemeilen östlich der bulgarischen Schwarzmeer-Stadt Byala gekommen. Zum Ursprung der Drohne äußerte sich Radew nicht. Es seien mehrere Drohnen gewesen, die aus dem Meer und aus der Luft gekommen seien. Radew verurteilte den Vorfall als "absolut groben Verstoß gegen das Völkerrecht" im Kontext des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. Es drohe eine Ausweitung dieses Krieges, falls er nicht beendet werde, sagte Bulgariens Premier weiter.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bezeichnete daraufhin die Situation im Schwarzen Meer als "zunehmend besorgniserregend", wie sie auf der Plattform X schrieb. "Handelsschiffe – und unschuldige Crews – werden zum Ziel genommen, es hat bereits Leben auf See gekostet." Die EU stehe solidarisch an der Seite ihrer Mitglieder an der Ostflanke. Von der Leyen bezog sich damit auch auf einen ähnlichen Vorfall am Montag an der rumänischen Küste. Dort war auf einem Handelsschiff Feuer ausgebrochen, zwei Seeleute starben. Rumänische Medien mutmaßten, dass ein Drohnenangriff Ursache des Vorfalls war, eine offizielle Bestätigung rumänischer Behörden gab es dafür bislang nicht.