Ukraine droht Putin "schlimmsten Sommer seit Kriegsbeginn" an – Ukraine-Krieg aktuell


Newsblog zum Krieg in der Ukraine

Ukraine droht Putin "schlimmsten Sommer seit Kriegsbeginn" an


Aktualisiert am 12.07.2026 - 19:21 UhrLesedauer: 22 Min.

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Im Video: Die Ölraffinerie wurde von mehreren Drohen angegriffen.

In Russland brennt eine Raffinerie. Ein Sprecher des ukrainischen Verteidigungsministeriums droht Putin. Alle Entwicklungen im Newsblog.

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Sonntag, 12. Juli

Ukraine droht Putin "schlimmsten Sommer seit Kriegsbeginn" an

Der Berater des ukrainischen Verteidigungsministers, Serhij Sternenko, erwartet eine deutliche Intensivierung der ukrainischen Luftangriffe auf Russland. Im Interview mit dem ukrainischen öffentlich-rechtlichen Sender Suspilne sagte der 31-Jährige, dieser Sommer "der schlimmste Sommer für Russland seit Beginn des Krieges" werde. Die Ukraine erhöhe die Zahl ihrer Drohnenangriffe kontinuierlich und setze inzwischen auch eigene Raketen ein. Der Trend zeige nach oben, bis zum Jahresende rechnet Sternenko nach eigenen Angaben mit weiteren Fortschritten.

Als Schlüssel der ukrainischen Kriegsführung bezeichnete Sternenko den massiven Ausbau der Drohnenproduktion. Moderne Systeme könnten russische Nachschubwege angreifen, bewegliche Ziele in Echtzeit verfolgen und in vielen Fällen teure Raketen ersetzen. Selbst weit entfernte Ziele seien erreichbar: Als Beispiel nannte er Angriffe auf die Raffinerie im russischen Omsk sowie zerstörte Brücken in den besetzten Gebieten der Ukraine.

Nach Einschätzung Sternenkos ermöglichen kostengünstig produzierte Drohnen der Ukraine eine asymmetrische Antwort auf die militärische Überlegenheit Russlands. Durch neue Technologien und die hohe Zahl verfügbarer Systeme sei es gelungen, die eigenen Fähigkeiten deutlich auszubauen.

Tödlicher Angriff: Ukraine trifft russische Raffinerie

Im russischen Gebiet Samara an der Wolga ist offiziellen Angaben nach ein Mann durch ukrainische Drohnenangriffe ums Leben gekommen. "Drei Personen wurden verletzt, darunter auch ein Kind", teilte Gouverneur Wjatscheslaw Fedorischtschew mit. Es gebe Schäden an Wohnhäusern und an einem Industrieobjekt, schrieb er zudem, ohne genauere Angaben dazu zu machen. Dabei handle es sich um die Ölraffinerie in Sysran, berichtete das unabhängige Internetportal "Astra" nach Auswertung von Bildern und Videos aus sozialen Netzwerken. In der Anlage sind mehrere große Brände zu sehen.

Der ukrainische Generalstab bestätigte später die Attacke. Explosionen und Brände seien auf dem Gelände fixiert worden, heißt es in der Mitteilung des Generalstabs. Neben der Raffinerie haben die Drohnen nach Angaben aus Kiew auch zehn weitere Öltanker und vier Fähren im Asowschen Meer getroffen.

Die Ukraine hat die Raffinerie in Sysran schon mehrfach attackiert. Zuletzt musste die Anlage mit einer Verarbeitungskapazität von 8,5 Millionen Tonnen Ende Mai nach einem Angriff ihre Arbeit einstellen. Die zum staatlichen Ölkonzern Rosneft gehörende Raffinerie produziert unter anderem Benzin, Diesel und Kerosin. In Russland herrscht wegen der ständigen ukrainischen Angriffe auf die Ölverarbeitungskapazitäten inzwischen ein Treibstoffdefizit. Tankstellen geben Sprit nur noch in begrenzten Mengen aus und die Autofahrer müssen lange anstehen, um überhaupt noch welchen zu bekommen.

Ukrainischer Kommandeur wegen Entführung und Mord gesucht

Die 155. Brigade der ukrainischen Armee war als Prestigeprojekt geplant, ist jedoch schon länger als Skandaleinheit bekannt. Jetzt gibt es erneut schwere Vorwürfe. Mehr dazu lesen Sie hier.

Klitschko warnt vor Zunahme von Angriffen auf Kiew

Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko spricht angesichts mehrerer schwerer russischer Luftangriffe in den vergangenen Tagen von einer weiteren Eskalation des Ukraine-Kriegs durch Moskau. Er habe so etwas seit Kriegsbeginn noch nicht erlebt. "Die Angriffe mit russischen ballistischen Raketen sind schlimmer als je zuvor", sagte er der Zeitung "Bild am Sonntag".

Innerhalb einer Woche hat das russische Militär Kiew dreimal schwer aus der Luft angegriffen. Dabei setzte es neben Drohnen auch Marschflugkörper und ballistische Raketen ein. Die Folgen für die ukrainische Hauptstadt sind verheerend. Dutzende Menschen kamen ums Leben, mehr als 100 wurden verletzt. Die Einschläge haben viele Wohnhäuser in Kiew beschädigt oder ganz zerstört.

Samstag, 11. Juli

Munitionslager explodiert: Selenskyj droht Rüstungsmanagern

Bei einem russischen Raketenangriff gingen vor einigen Tagen nahe Kiew Munitionslager in die Luft – nun will der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die verantwortlichen Beamten bestrafen. Es sei eindeutig verboten gewesen, Depots in der Stadt Wyschnewe anzulegen, "doch all diese Vorschriften wurden missachtet", klagte Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft. Dabei gebe es genügend Plätze in der Ukraine, um solche Depots in sicherer Entfernung von Wohnhäusern aufzubauen.

Laut Selenskyj waren für den Verstoß gegen die Sicherheitsvorschriften Leiter zweier Staatsbetriebe verantwortlich. Gegen sie und andere Manager werde ermittelt.

Das russische Militär hatte in der Nacht zum 6. Juli einen massiven Angriff mit Drohnen, Raketen und Marschflugkörpern auf die Ukraine gestartet. Ziel war neben Kiew auch die Stadt Wyschnewe unmittelbar westlich der ukrainischen Hauptstadt. Durch den Einschlag und die Folgeexplosionen kamen in Wyschnewe nach Behördenangaben neun Menschen ums Leben, Dutzende wurden verletzt. Wegen der andauernden Explosionsgefahr mussten die Behörden Hunderte Anwohner evakuieren. Tagelang kämpften die Einsatzkräfte gegen die Flammen.

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Ukraine beschießt 21 russische Öltanker

Die Ukraine hat nach eigenen Angaben in der Nacht weitere 21 russische Öltanker im Asowschen Meer mit Drohnen attackiert. Neben den Tankern hätten die Drohnen auch vier Schlepper, zwei Trockenfrachter und einen Schwimmbagger getroffen, teilte der Generalstab in Kiew im Messengerdienst Telegram mit. Das Ausmaß der Schäden werde noch geprüft, heißt es. Es wäre die zahlenmäßig größte Attacke einer schon seit Tagen laufenden Angriffswelle.

Russland hatte zuvor deutlich geringere Angaben zu dem Beschuss gemacht. So schrieb der Gouverneur der Region Rostow, Juri Sljussar, in der Nacht seien vier Schiffe auf See angegriffen worden. "Ein Mensch wurde getötet, der Matrose auf einem technischen Schiff", teilte er auf Telegram mit. Seinen Angaben nach sind die Schäden an Bord – unter anderem bei einem Tanker, der hochentzündliches Methanol geladen habe – gering. Es bestehe keine Gefahr, dass die Fracht auslaufe.