Ukraine-Krieg: Russland warnt Ausländer vor Aufenthalt in Kyjiw
Russland verschärft seine Warnungen vor einem Aufenthalt in Kyjiw: Das Außenministerium in Moskau hat weitere Angriffe auf Kyjiw und andere ukrainische Städte angekündigt. Zugleich forderte es ausländische Bürger und diplomatisches Personal erneut auf, die ukrainische Hauptstadt zu verlassen beziehungsweise von Reisen in die Ukraine abzusehen.
Zur Begründung verwies das Ministerium auf angebliche »terroristische Akte« der ukrainischen Streitkräfte gegen Zivilisten und zivile Infrastruktur. Die russische Armee werde als Reaktion darauf ihre Angriffe auf militärische Einrichtungen fortsetzen, hieß es in der offiziellen Mitteilung. Für mögliche Folgen einer Missachtung der Warnung trügen die Betroffenen demnach selbst die Verantwortung.
Eine entsprechende Warnung hatte Russland bereits im Mai ausgesprochen. Moskau erklärte damals, einige Staaten hätten ihre Bürger zwar vor Reisen in die Ukraine gewarnt. Dennoch würden nicht alle diese Hinweise befolgt. Wer sich weiterhin in Kyjiw aufhalte, setze sein Leben nach Darstellung des russischen Außenministeriums bewusst einer »tödlichen Gefahr« aus.
Verstärkte Angriffe auf Kyjiw
Russland hat seine Luftangriffe auf die ukrainische Hauptstadt zuletzt verstärkt. Dabei kommen nach ukrainischen Angaben Drohnen sowie ballistische und andere Raketen zum Einsatz. Bei den Angriffen wurden zahlreiche Menschen getötet oder verletzt und Gebäude beschädigt.
Am Samstag wurde nach ukrainischen Angaben auch eine Brücke über den Dnipro getroffen. Die wiederholten Angriffe setzen die Infrastruktur der Millionenstadt unter erheblichen Druck. Besonders mit Blick auf die bevorstehenden Wintermonate sorgen die Schäden an Energie- und Versorgungsanlagen für zusätzliche Belastungen.
Der russische Präsident Wladimir Putin hatte in dieser Woche erklärt, die Ukraine müsse für ihre Angriffe auf Ziele in Russland einen Preis zahlen. Die russischen Streitkräfte würden deshalb ihre Angriffe auf verschiedene Ziele fortsetzen.
Ukraine weitet ihre Angriffe aus
Gleichzeitig hat die Ukraine ihre Angriffe auf Ziele in Russland ausgeweitet. In den vergangenen Monaten wurden unter anderem russische Ölraffinerien und andere Anlagen wiederholt mit Drohnen angegriffen. Auch Schiffe im Schwarzen Meer gerieten ins Visier beider Seiten.
In russischen Grenzregionen wurden zudem Zivilisten durch ukrainische Drohnenangriffe getötet. Russland und die Ukraine weisen jeweils Vorwürfe zurück, gezielt Zivilisten oder zivile Infrastruktur anzugreifen.