Ukraine-Krieg aktuell: Selenskyj macht Putin Angebot – und fordert Gegenleistung
Newsblog zum Krieg in der Ukraine
Selenskyj bietet Putin Stopp der Öl-Angriffe an – unter einer Bedingung
Aktualisiert am 11.10.2026 - 13:53 UhrLesedauer: 26 Min.
Selenskyj macht Putin ein Angebot. Die EU plant strengere Einreiseregeln für Russen. Alle Entwicklungen im Newsblog.
Sonntag, 11. Oktober
Selenskyj bietet Putin Stopp der Angriffe auf Ölraffinerien an
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Russland angeboten, die Angriffe auf dessen Ölraffinerien einzustellen. Voraussetzung sei, dass Moskau im Gegenzug seine Attacken auf die ukrainische Energieversorgung beende, erklärte Selenskyj am Sonntag auf Telegram. Schritte zur Deeskalation müssten von beiden Seiten kommen und mit konkreten Garantien verbunden sein, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.
Damit reagiert Selenskyj auch auf den wachsenden Druck aus Washington. US-Präsident Donald Trump hatte die ukrainischen Angriffe auf russische Raffinerien am Samstag scharf kritisiert und Selenskyj aufgefordert, sie einzustellen. Zugleich hatte Trump einen Führungswechsel in der Ukraine ins Spiel gebracht.
Der Streit hatte sich nach einer Vereinbarung zwischen Trump und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin über Diesellieferungen zugespitzt. Selenskyj kritisierte den Deal, weil er Russland wirtschaftlich stärken könnte.
Die Ukraine greift seit Längerem russische Raffinerien und andere Ölanlagen an, um Moskaus Einnahmen aus dem Energiegeschäft und die Treibstoffversorgung zu schwächen. Russland attackiert seinerseits regelmäßig die ukrainische Energieinfrastruktur. Ob Moskau auf Selenskyjs Angebot eingehen wird, ist offen.
EU plant strengere Einreiseregeln für Russen
Die EU-Kommission bereitet strengere Visaregeln für russische Staatsbürger vor. Hintergrund ist die Sorge, Russland könnte Reisen in die EU für Sabotage und andere hybride Angriffe nutzen. Wie "Politico" berichtet, soll im Januar ein Vorschlag vorgelegt werden.
Estland fordert darüber hinaus ein Einreiseverbot für ehemalige russische Soldaten. Außenminister Margus Tsahkna bezifferte deren Zahl auf rund 650.000. Er warnt, russische Geheimdienste könnten ehemalige Kämpfer für gewaltsame Aktionen in Europa einsetzen.
Auch Polen und Schweden drängen auf strengere Regeln. Im vergangenen Jahr erhielten russische Staatsbürger rund 478.000 touristische Schengen-Visa. Beschlossen sind die geplanten Verschärfungen bislang nicht.
Drittes Yandex-Rechenzentrum nach Drohnenangriff ausgefallen
Nach einer Serie von Drohnenangriffen auf den russischen Technologiekonzern Yandex ist ein weiteres Rechenzentrum vollständig ausgefallen. Die Anlage in Wladimir sei bei einem Angriff in der Nacht zum Sonntag beschädigt worden, berichtet die russische Wirtschaftszeitung "RBC" unter Berufung auf das Unternehmen. Verletzte habe es nicht gegeben.
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Es ist bereits das dritte betroffene Rechenzentrum innerhalb von vier Tagen. Am Donnerstag war eine Anlage in Sasowo in der Region Rjasan getroffen worden, am Freitag folgte ein Angriff auf einen Standort in Kaluga. Beide Vorfälle hatte Yandex selbst bestätigt.
Auch die Dienste des Konzerns sind offenbar beeinträchtigt. Nutzer meldeten Probleme mit der Taxi-App Yandex Go sowie weiteren Anwendungen. Ähnliche Störungen wurden nach Angaben des russischen Nachrichtenportals Ostorozhno Novosti aus Serbien, Kasachstan, Belarus und Armenien gemeldet.
Die Organisation NetBlocks, die Störungen von Internetverbindungen dokumentiert, meldete am Sonntag einen erneuten Zusammenbruch der Yandex-Netzwerke. Messdaten belegten einen zweiten größeren Ausfall, teilte NetBlocks auf der Plattform X mit. Ob sämtliche gemeldeten Probleme auf die Drohnenangriffe zurückzuführen sind, lässt sich bislang nicht unabhängig bestätigen.
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20 Tote nach russischem Angriff auf Wohngebiet in Saporischschja
Nach dem russischen Luftangriff auf die ukrainische Großstadt Saporischschja ist die Zahl der Todesopfer auf mindestens 20 gestiegen. Unter den Toten seien drei Kinder, teilte der ukrainische Katastrophenschutz am Samstagabend mit. Nach jüngsten Angaben der regionalen Behörden wurden zudem 32 Menschen verletzt, wie die ukrainische Nachrichtenagentur Ukrinform berichtet.
Russische Streitkräfte hatten die Stadt am frühen Samstagmorgen mit fünf gelenkten Fliegerbomben angegriffen. Zwei davon trafen Mehrfamilienhäuser. An einem fünfstöckigen Wohngebäude stürzten Teile eines Hauseingangs ein. Mehrere Bewohner wurden unter den Trümmern verschüttet.
Republikaner will Diesel-Deal von Trump kippen
Der republikanische Abgeordnete Brian Fitzpatrick hat einen Gesetzesentwurf angekündigt, mit dem der Kauf von russischem Öl durch die USA unterbunden werden soll. Der Name des Gesetzes soll "Ronald Reagan Peace Through Strength Act" (Ronald Reagan Gesetz für Kraft durch Stärke) heißen, schrieb er auf der Plattform X. Er wolle es beschleunigt zur Abstimmung bringen. Fitzpatrick geht davon aus, dass es mit großer Mehrheit angenommen wird. Zuvor hatte er die Solidarität der USA mit der Ukraine betont.
Samstag, 10. Oktober