Ukraine News: Selenskyj verkündet neue Kriegsziele – Angriffsbefehl
Wichtige Updates
US-Senat stimmt für Gesetz zu Russland-Sanktionen
Selenskyj ordnet Operation gegen russische Rüstungsindustrie an
Gemüsehändler attackiert: Selenskyj wirft Russland Drohnen-„Safari“ vor
Polnische Jets fangen russischen Aufklärer ab – dritter Vorfall binnen weniger Tage
Tobias Köberlein
US-Senat stimmt für Gesetz zu Russland-Sanktionen
Der US-Senat hat nach langem Tauziehen für ein Sanktionsgesetz gestimmt, mit dem Russland wegen des Ukraine-Kriegs stärker unter Druck gesetzt werden soll. Die Senatoren votierten mit einer deutlichen Mehrheit von 86 zu 11 Stimmen für das Gesetz, das noch das Repräsentantenhaus als zweite Kongresskammer passieren muss.
Tobias Köberlein
Ukrainischer Drohnenangriff setzt Wildberries-Logistikzentrum in Brand
Ein ukrainischer Drohnenangriff hat in Jekaterinburg ein Logistikzentrum des größten russischen Versandhändlers Wildberries in Brand gesetzt. Aufgrund der Attacke sei ein Feuer ausgebrochen, teilte das Unternehmen mit. Mitarbeiter seien rechtzeitig evakuiert worden.
Drei Drohnen stürzten laut dem Gouverneur des Gebiets Swerdlowsk, Denis Pasler, auf das Dach eines Logistikzentrums, das aus Sicherheitsgründen geräumt worden sei. Feuerwehrleute seien zur Brandbekämpfung im Einsatz. Verletzte gebe es nicht.
In sozialen Medien kursierten nicht überprüfbare Fotos und Videos, die den Angriff und Rauchsäulen über einer Lagerhalle zeigen sollen. Bereits Ende Juli hatte die Ukraine ein Wildberries-Logistikzentrum in Jekaterinburg angegriffen. Das Unternehmen gab danach an, dass es keine Schäden gegeben habe.
Tobias Köberlein
Russische Rakete reißt Loch in Stadiondach in Odessa
In Odessa hat eine russische Attacke das Fußballstadion "Tschornomorez" des gleichnamigen Erstligisten im Zentrum der Hafenstadt getroffen. Einen Tag vor einem Pokalspiel wurde ein Loch ins Stadiondach gerissen, die Tribüne wurde beschädigt. Nach Angaben der Gebietsverwaltung wurde eine Frau verletzt.
Tobias Köberlein
Tote nach Raketenwerferbeschuss in Region Charkiw
Durch russischen Raketenbeschuss sind zwei Menschen in der Stadt Isjum in der Ostukraine getötet worden. Vier weitere seien verletzt worden, teilte der Gouverneur des Gebiets Charkiw, Oleh Synjehubow, bei Telegram mit. Ein ausgebrochener Brand auf 400 Quadratmetern werde gelöscht. Das russische Militär setzte nach Angaben der Militärverwaltung von Isjum Mehrfachraketenwerfer mit der für Zivilisten besonders gefährlichen Streumunition ein.
Isjum ist etwa 30 Kilometer von der Frontlinie entfernt. Die Stadt stand 2022 nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine für mehrere Monate unter russischer Kontrolle und wurde im September 2022 befreit. Im benachbarten Gebiet Sumy wurden bei einem Drohnenangriff auf einen Markt zehn Menschen verletzt.
Jonas Stein

Selenskyj ordnet Operation gegen russische Rüstungsindustrie an
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat bei einer Sitzung der militärischen und politischen Führung seines Landes spezielle Einsätze gegen Russlands Rüstungsindustrie angeordnet. Dabei gehe es um „bestimmte Unternehmen, die wir bereits identifiziert haben“, teilte Selenskyj auf Facebook mit. Alle Anwesenden bei der Sitzung hätten klare Aufgaben erhalten. „Ich erwarte, dass sie vollständig erfüllt werden.“ Russlands Militärindustrie müsse „spürbar eingeschränkt“ werden.
Details zu den bevorstehenden Einsätzen nannte Selenskyj nicht. Er beklagte, dass Moskau weiterhin Unterstützung sowie wichtige Komponenten für seine Kriegsführung aus dem Ausland erhalte. „Wir sehen, dass jede russische Rakete, jede Drohne und andere Waffen kritische Komponenten aus anderen Ländern enthalten, ohne die solche Waffen einfach nicht existieren könnten.“
Die Ukraine hat zuletzt die Erdölindustrie und auch die Rüstungswerke Russlands schwer getroffen. Dazu setzt Kiew Langstreckendrohnen ein, die mehrere Tausend Kilometer tief auf russisches Staatsgebiet, sogar bis Sibirien, vordringen können.
Jonas Stein

Russische Angriffe: Tote und Verletzte in der Ostukraine
Durch russische Angriffe sind in den ukrainischen Gebieten Dnipropetrowsk und Charkiw mindestens sieben Menschen getötet worden. Mindestens zwei Tote habe es bei einer Attacke auf die Industriestadt Pawlohrad gegeben, teilte der Militärgouverneur der südostukrainischen Region Dnipropetrowsk, Olexander Hanscha, bei Telegram mit. Sieben Menschen seien dazu verletzt worden. Einen weiteren russischen Luftangriff mit drei Toten und drei Verletzten gab es den Angaben nach auf die Gemeinde Wyschnewe rund 70 Kilometer westlich der Gebietshauptstadt Dnipro.
Bei einer Drohnenattacke auf den Bahnhof in der Stadt Losowa im ostukrainischen Gebiet Charkiw kamen nach Behördenangaben zwei Männer ums Leben. Acht weitere Menschen seien verletzt worden. Nach Auskunft der ukrainischen Eisenbahn wurden bei dem Angriff das Bahnhofsgebäude, Oberleitungen und Waggons beschädigt. Acht weitere Verletzte gab es laut den Behörden zudem nach einem russischen Raketenschlag auf die Stadt Balaklija.
Jonas Stein

Umfrage: Ukrainer haben wenig Vertrauen in Selenskyj
Der frühere ukrainische Armeechef Walerij Saluschnyj ist in einer Umfrage zum vertrauenswürdigsten Politiker seines Landes gekürt worden. Auf den Plätzen unmittelbar dahinter landeten der erst vor Kurzem entlassene Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow sowie der Kommandeur der ukrainischen Drohnen-Streitkräfte, Robert Browdy. Präsident Wolodymyr Selenskyj landete in der Umfrage des sozialen Umfrageinstituts „Sozis“ nur auf dem sechsten Rang, noch hinter dem neuen Armeechef Mychajlo Drapatyj und dem Leiter seiner Präsidialkanzlei, Kyryllo Budanow.
Die repräsentative Umfrage unter 2000 Ukrainern wurde nach Angaben von „Sozis“ zwischen dem 28. Juli und 2. August durchgeführt. Neben einer Reihe von Fragen zu möglichen Favoriten bei eventuellen Wahlen lautete die wichtigste Frage: „Inwieweit vertrauen sie den folgenden politischen Führern?“ Dabei schnitt Saluschnyj, inzwischen Botschafter in London, mit 27,8 Prozent „voll und ganz“ und 37,1 Prozent „eher ja“ am besten ab, ganz knapp vor Fedorow.
Selenskyj konnte 18 Prozent der Befragten mit vollem Vertrauen hinter sich sehen, ein „eher ja“ erhielt der Präsident von 24,5 Prozent. Wenig Vertrauen in ihn hatten 17 Prozent, während 37 Prozent angaben, überhaupt kein Vertrauen in ihren Staatschef zu haben.
Jonas Stein

Bald „konkrete Ergebnisse“: Selenskyj sieht Fortschritte bei eigenem Raketensystem
Die Ukraine macht nach den Worten von Präsident Wolodymyr Selenskyj Fortschritte bei der Entwicklung ihres eigenen Systems zur Abwehr ballistischer Raketen. Nach einem Treffen mit Verteidigungs- und Sicherheitsexperten bei Telegram mit, dass er mit "konkreten Ergebnissen" rechne: „Wir können feststellen, dass auch unsere Waffenhersteller bereits das erforderliche Niveau erreicht haben“, so Selenskyj. Die Ukraine sei in der Lage, Raketen und Startrampen selbst zu produzieren. „Wir gehen davon aus, dass die Ukraine im Zeitraum 2026-2027 die angestrebten Ergebnisse erzielen wird“, sagte er.
Die Ukraine setzt auf ein eigenes Abwehrsystem mit dem Namen Freyja, weil sie den Angriffen durch russische ballistische Raketen beinahe schutzlos ausgeliefert ist. Selenskyj beklagt immer wieder, dass der Ukraine die wirksamen Patriot-Abwehrraketen fehlten. Er hat die Verbündeten wiederholt aufgefordert, eigene Bestände freizugeben. Parallel entwickelt das Land ein eigenes Abwehrsystem.
Nur eine kleine Zahl an Ländern sei in der Lage dazu, meinte Selenskyj. Die Ukrainer hätten die wissenschaftliche Basis und die Kompetenzen. Das Freyja-Programm komme voran. „Europa braucht eine gemeinsame und wirklich großangelegte Fähigkeit, um sich wirksam gegen jegliche ballistischen Bedrohungen verteidigen zu können“, betonte er.
Selenskyj hatte im Juli in Paris für die Schaffung eines neuen europäischen Flugabwehrsystems geworben. Freyja soll eine kostengünstige und leistungsfähige Alternative zum US-amerikanischen Patriot-System sein.
Philipp Luther

Ukrainer wegen Verdachts auf Agententätigkeit in U-Haft
Beamte des LKA Bayern und der Thüringischen Polizei haben am Sonntag einen 33-Jährigen festgenommen, dem Agententätigkeiten zur Sabotagezwecken vorgeworfen wird. Das geht aus einer Mitteilung der Generalstaatsanwaltschaft München und des bayerischen Landeskriminalamts hervor. Demnach befinde sich der Verdächtige in Untersuchungshaft.
Dem Mann wird konkret vorgeworfen, als "Low-Level-Agent" eines Nachrichtendienstes einer ausländischen Macht, ein Betriebsgelände einer nicht näher genannten bayerischen Rüstungsfirma ausspioniert zu haben. Er soll im Juni 2026 Aufnahmen des Geländes angefertigt und seinem Auftraggeber zur Verfügung gestellt haben. Für den Beschuldigten gelte die Unschuldsvermutung.
Philipp Luther

Russland greift Schiff in der Ukraine an – Toter und Verletzte
Bei einem neuen russischen Angriff auf ein Schiff in der Schwarzmeerregion Odessa sind nach ukrainischen Behördenangaben mindestens ein Mensch getötet und drei weitere verletzt worden. "Diesmal wurde ein unter der Flagge von Guinea-Bissau fahrender Handelsfrachter getroffen, der mit ukrainischem Weizen beladen war", teilte Regionalgouverneur Oleh Kiper bei Telegram mit. Der Rumpf des Schiffs sei beschädigt, die anderen Besatzungsmitglieder seien an Land gebracht worden.
"Der Feind greift weiterhin ununterbrochen zivile Schiffe im Schwarzmeerraum an", sagte Kiper. "Solche Angriffe zeigen einmal mehr die Systematik und den Zynismus des russischen Terrors sowie die Gefahr, die der Aggressor sowohl für das Leben der Zivilbevölkerung als auch für die weltweite Ernährungssicherheit insgesamt darstellt", sagte er. Die Ukraine gehört zu den großen Getreideexporteuren und nutzt dafür die Häfen um Odessa als Umschlagplatz.
Philipp Luther

Wildberries-Angestellte dürfen keine Smartphones mehr in Logistikzentren mitnehmen
Mitarbeiter des russischen Online-Versandhändlers Wildberries dürfen keine Handys mit Kamerafunktion mehr in die Logistikzentren der Firma mitnehmen. Russische Medien berichten, Wildberries habe seinen Angestellten seit dem 3. August untersagt, Smartphones mitzunehmen. Offenbar, weil Mitarbeiter Videoaufnahmen ukrainischer Angriffe auf Wildberries-Zentren verbreitet haben. Telefone ohne Kamera seien weiterhin erlaubt.
Das Unternehmen argumentiert, Aufnahmen der Angriffe gefährdeten die Sicherheit der Angestellten und könnten die Position von Flugabwehrsystemen verraten. Der Online-Händler gerät seit Wochen in das Visier ukrainischer Drohnentruppen, denen oft spektakuläre Angriffe auf die Logistikzentren gelingen.
Philipp Luther

Russlands Raketen zerstören Lager deutscher Firma bei Kiew
Bei einem Raketenangriff in der Region Kiew ist das Zentrallager der Firma Liqui Moly zerstört worden. Der deutsche Schmierölhersteller teilte in seinem ukrainischen Facebook-Auftritt mit: "Wegen eines feindlichen Angriffs ist unser Zentrallager in der Ukraine von einem Feuer zerstört worden." Alle Angestellten seien unverletzt geblieben. "Ein Menschenleben ist unbezahlbar", schreibt Liqui Moly weiter. Russland habe tonnenweise Ware bei dem Angriff vernichtet worden, könne aber das Team, den Ruf und "unseren Glauben an die Ukraine" nicht zerstören. Man arbeite bereits daran, die Lieferungen an Kunden wieder aufnehmen zu können.
Jonas Stein

Russland weist Bericht über Rekrutierung kolumbianischer Söldner zurück
Die russische Botschaft in Kolumbien hat einen Bericht über ihre Verwicklung in die Rekrutierung von Söldnern aus dem südamerikanischen Land für den Ukraine-Krieg zurückgewiesen. In einer am Mittwoch veröffentlichten Erklärung der Vertretung Moskaus in Bogotà hieß es, die Botschaft habe „weder eine Verbindung zu den im Bericht genannten Rekrutierern noch die geringste Ahnung, wie diese ihre Aktivitäten finanzieren“.
Das kolumbianische Nachrichtenportal Noticias Caracol hatte am Montag einen Bericht veröffentlicht, wonach Moskau in Kolumbien Männer für den Krieg in der Ukraine rekrutieren lasse. Dabei stützte es sich auf entsprechende Zeugenaussagen und Dokumente.
Angehörige berichteten dem Portal, dass es sich bei den angeworbenen Kolumbianern hauptsächlich um frühere Armeeangehörige handele. Diese seien offiziell für Sicherheitsdienstleistungen im Ausland rekrutiert worden. Dem Bericht zufolge hat die russische Botschaft Verbindungen zu den mutmaßlichen Rekrutierungsnetzwerken.
Eileen Wagner
Von der Leyen: Weitere 1,4 Milliarden Euro für Ukraine
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat die nächtlichen russischen Angriffe auf die Region Kiew mit mindestens 17 Toten scharf verurteilt. Die Angriffe seien „schreckliche Gräueltaten“, erklärte von der Leyen am Mittwoch nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP. „Russland muss für die Zerstörung bezahlen."
Zugleich kündigte die EU-Kommission weitere finanzielle Unterstützung für die Ukraine an. Demnach sollen Kiew zusätzliche 1,4 Milliarden Euro aus Zinsgewinnen erhalten, die auf eingefrorene Vermögenswerte der russischen Zentralbank in der EU zurückgehen. Die Mittel stammen aus dem ersten Halbjahr 2026.
Nach Angaben der EU-Kommission sind auf diesem Weg bislang insgesamt acht Milliarden Euro an die Ukraine geflossen. Das ursprünglich eingefrorene russische Vermögen selbst wird dabei nicht an Kiew übertragen, sondern lediglich die daraus entstehenden Erträge.
Eileen Wagner
Russland meldet Treffer auf sieben ukrainische Drohnen-Lager
Russland hat nach eigenen Angaben bei den nächtlichen Angriffen auf die Ukraine sieben Lagerhäuser mit Bauteilen für Drohnen getroffen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf das russische Verteidigungsministerium.
Demnach seien die Lager bei den jüngsten Raketen- und Drohnenangriffen getroffen worden. Unabhängig überprüfen ließen sich die Angaben zunächst nicht.
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