Umfrage: Elterntaxis sind bequem – aber eine Gefahr für den Schulweg
Stand: 06.09.2026, 08:13 Uhr
Kommentare
Sie sorgen sich um den sicheren Schulweg ihrer Kinder und sind doch Teil des Problems: Eltern, die ihren Nachwuchs mit dem Auto zur Schule fahren. Die ADAC Stiftung sieht auch Kommunen und Schulen in der Pflicht.
München (KNA) – Gerade bei Grundschülern sind Elterntaxis noch immer beliebt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage der ADAC Stiftung unter Eltern, die am Dienstag veröffentlicht wird und der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) vorliegt. Fast jedes vierte Grundschulkind zwischen fünf und sieben Jahren wird demnach mehrmals in der Woche mit dem Auto zum Unterricht gefahren und nach Schulschluss wieder abgeholt.
Artikel der KNA
Dieser Beitrag stammt von der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).
Aus Sicht der meisten Eltern ist das allerdings zu viel. 61 Prozent sind der Meinung, dass sich morgens oder mittags zu viele Autos vor der Schule befinden. 58 Prozent der Väter und Mütter finden, dass Elterntaxis gefährliche Situationen verursachen. Damit macht dieses Verkehrsaufkommen den Schulweg für die Mehrheit der Eltern für alle Kinder deutlich unsicherer.

Anschlusstermine und Zeitersparnis
Am ehesten auf den Fahrservice für die eigenen Kinder würden Eltern laut Umfrage verzichten, wenn die Infrastruktur des Schulwegs besser und der Zeitaufwand geringer wäre. Bislang sehen über zwei Drittel (70 Prozent) der Erziehungsberechtigten, die ihren Nachwuchs regelmäßig zur Schule fahren, keine Alternative.
Begründet wird dies unter anderem mit Anschlussterminen ihrer Kinder (37 Prozent), schlechtem Wetter (31 Prozent), der Verbindung mit eigenen Arbeitswegen oder Erledigungen (27 Prozent) sowie Zeitersparnis für die Grundschülerinnen und Grundschüler (18 Prozent).
Dennoch sollten Eltern aus Sicht der Stiftung auf solche Fahrdienste verzichten. „Zu Fuß gehen, Rollern und Radfahren schafft Bewegung, fördert Selbstständigkeit und intensiviert soziale Kontakte“, sagt Christina Tillmann, Vorständin der ADAC Stiftung. Sinnvoll sei, den Schulweg gemeinsam zu üben. 88 Prozent gaben an, dies bereits zu tun.
Mehr Schülerlotsen und Halteverbote
Tillmann fordert zudem Kommunen und Schulträger auf, den Verkehrsraum vor den Schulen anzupassen. So sollte es ausgewiesene Halte- und Warteflächen abseits der Schuleingänge geben. Um kritische Verkehrssituationen zu entzerren, müssten außerdem Rad- und Gehwege ausgebaut sowie verstärkt Schülerlotsen in Schulnähe eingesetzt werden. Absolute Halteverbote könnten den Schulweg zusätzlich sicherer machen.
Den Angaben zufolge wurde die Befragung des Meinungsforschungsinstituts Norstat zwischen dem 22. Juni und dem 2. Juli durchgeführt. Darin sollten 1.000 Eltern von 5- bis 15-Jährigen den Schulweg ihres Kindes beurteilen.