Verpflichtung von russischem Weltstar könnte für Diskussionen sorgen
Sie gehört zu den größten Opernstars der Gegenwart und ist eine der bekanntesten Sopranistinnen der Welt: Nun kommt Anna Netrebko erstmals an die Oper Bonn. Noch in dieser Spielzeit 2026/27 wird die Sopranistin dort in gleich zwei Produktionen zu erleben sein. Die Verpflichtung der Sopranistin dürfte allerdings auch für Diskussionen sorgen.
Im Rahmen der Reihe "Weltstars in Bonn" übernimmt Netrebko am 6. November 2026 die Rolle der Abigaille in Giuseppe Verdis Oper "Nabucco". Die Rolle gilt als eine ihrer Paraderollen und verlangt eine besonders kraftvolle und dramatische Stimme. Am 10. Januar 2027 steht die Sängerin dann als Mimi in Giacomo Puccinis "La Bohème" auf der Bühne. Die Figur ist deutlich lyrischer angelegt und gehört zu den emotionalsten Rollen des Opern Repertoires.
Netrebkos Weltkarriere führt nach Bonn
Die in Russland geborene und heute auch österreichische Staatsbürgerin Anna Netrebko zählt seit Jahrzehnten zu den bekanntesten Opernsängerinnen weltweit. Seit Beginn ihrer internationalen Karriere in den 1990er-Jahren trat sie an fast allen bedeutenden Opernhäusern auf: Darunter die Metropolitan Opera in New York, die Mailänder Scala, das Royal Opera House in London sowie die Staatsopern in Wien, Berlin und München.
Für ihre künstlerischen Leistungen wurde Netrebko mehrfach ausgezeichnet. Unter anderem erhielt sie mehrere Grammy-Nominierungen sowie die britischen Classical BRIT Awards als "Sängerin des Jahres" und "Künstlerin des Jahres".
Oper nimmt mögliche Kritik in Kauf
Bei der Aufführung von "La Bohème" wird Anna Netrebko gemeinsam mit dem britisch-italienischen Tenor Freddie De Tommaso auf der Bühne stehen. Er übernimmt die Rolle des Rodolfo. Bei der Personalie Netrebko geht die Bonner Oper derweil bewusst ein Risiko ein. Man sei sich darüber im Klaren, dass Netrebko umstritten ist. In einem offiziellen Statement der Bonner Oper heißt es:
"Uns ist bewusst, dass Anna Netrebko als öffentliche Person unterschiedlich bewertet wird und ihr Auftreten sowie ihre öffentlichen Positionierungen Gegenstand einer kontroversen und sensiblen gesellschaftlichen Debatte sind. Wir nehmen diese Diskussion ernst und werden dieser mit der gebotenen Sachlichkeit und Offenheit begegnen. Als Theater verstehen wir es zugleich als unsere Aufgabe, künstlerische Begegnungen zu ermöglichen und die Qualität und Bedeutung von Künstlerinnen und Künstlern in ihrer jeweiligen künstlerischen Arbeit zu würdigen." Bonner Oper