UN: USA und Russland schwächen Vertrag über KI-gesteuerte Waffen - Golem.de
Bei UN-Verhandlungen sollen US- und russische Diplomaten heimlich Schutzbestimmungen aus einem völkerrechtlichen Vertrag gestrichen haben.
Den USA und Russland wird in einem Bericht der Washington Post vorgeworfen(öffnet im neuen Fenster), systematisch wichtige Schutzbestimmungen aus einem geplanten internationalen Abkommen über tödliche autonome Waffensysteme entfernt zu haben. Die Verhandlungen fanden Anfang September 2026 in einer UN-Konferenzstätte in Genf statt. Diplomaten aus aller Welt wollten dort den ersten weltweiten Vertrag über sogenannte Killer-KI-Waffen aushandeln.
Drei Personen mit Kenntnis der Verhandlungen sagten der Washington Post, dass US- und russische Delegationen am letzten Verhandlungstag rund 15 Stunden lang an dem Entwurf gefeilt hätten. Sie strichen Bestimmungen, die KI-gestützte Waffensysteme zu vorhersehbarem und zuverlässigem Verhalten verpflichtet hätten. Auch eine Formulierung, die ethische Abwägungen bei der Nutzung vorschrieb, fiel demnach weg.
Eine umstrittene Änderung betraf die Entfernung einer Klausel, die eine menschliche Überprüfung von KI-erarbeiteten Zielvorgaben vor dem Kampf gefordert hätte. Die Änderungen vollzogen sich angeblich so schnell, dass kleinere Delegationen den Überblick über die jeweiligen Anpassungen verloren hätten.
Der enorme diplomatische Aufwand aus Washington und Moskau verlieh beiden Seiten dem Bericht zufolge ein überproportionales Gewicht. Jede Delegation brachte demnach etwa zehn Juristen mit, doppelt so viele wie andere Nationen. Diese Menge an Rechtsexpertise ermöglichte es beiden Teams, zahlreiche Änderungen praktisch widerstandslos durchzusetzen.
Ein Teilnehmer charakterisierte die Taktik vor Journalisten als "Tod durch tausend Papierschnitte". Dieses Bild beschreibt den methodischen Ansatz, viele kleine, aber folgenschwere Änderungen über mehrere Sitzungen verteilt einzubringen.
Human Rights Watch(öffnet im neuen Fenster) kritisierte das Vorgehen scharf. Verity Coyle, die beim Verein für Waffenfragen in der Krise und dem Konfliktbereich zuständig ist, warnte in der Washington Post davor, dass Maschinen ohne ausreichende menschliche Aufsicht über Leben und Tod entscheiden könnten.
Die Verhandlungen bei den Vereinten Nationen sind derzeit unverbindlich. Wenn die Mitgliedsstaaten aber im November 2026 zustimmen, kann sich der Rahmen zu einem völkerrechtlich bindenden Vertrag entwickeln.
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