Uno fordert Untersuchung von Gewalt im pakistanischen Teil Kaschmirs
Konflikte
Uno fordert Untersuchung von Gewalt im pakistanischen Teil Kaschmirs
Uno kritisiert Internetbeschränkungen und warnt vor Eingriffen in Meinungs- und Versammlungsfreiheit in der Region
Genf/Srinagar – Nach Berichten über dutzende Todesfälle bei Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und Demonstrierenden im von Pakistan kontrollierten Teil Kaschmirs hat die Uno eine "umgehende, gründliche und unparteiische" Untersuchung der Gewalt verlangt. Darüber hinaus rief der Uno-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, "zur Ruhe im von Pakistan verwalteten Teil Kaschmirs auf", wie sein Sprecher Jeremy Laurence am Freitag erklärte.
Bei Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften im Vorfeld der für 27. Juli geplanten Regionalwahlen waren in der Region Berichten zufolge dutzende Menschen ums Leben gekommen. Der Uno zufolge handelte es sich bei den meisten Toten um Demonstranten, unter ihnen seien aber auch Sicherheitskräfte gewesen.
Proteste
Speerspitze der Bewegung sind die Anhänger des Joint Awami Action Committee (JAAC). Die Gruppe fordert unter anderem Wirtschafts- und Verwaltungsreformen und war im vergangenen Monat auf Grundlage von Gesetzen gegen Terrororganisationen verboten worden. Trotz zahlreicher Festnahmen gehen ihre Anhänger aber weiter auf die Straße.
Türk verurteilte die Festnahmen von JAAC-Mitgliedern und warnte, dass "die Kriminalisierung einer zivilgesellschaftlichen Gruppe sowie starke Einschränkungen von Demonstrationen ernsthafte Bedenken hinsichtlich der Meinungs-, Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit aufwerfen". Alle Festgenommenen müssten ein rechtsstaatliches Verfahren bekommen.
Der Uno-Hochkommissar für Menschenrechte äußerte zudem seine Besorgnis über Beschränkungen des Internets in der Region. Damit werde die "Ausübung der Meinungsfreiheit (...) unverhältnismäßig stark eingeschränkt". Stattdessen solle die Regierung einen Dialog mit den Demonstranten starten, "um die Grundursachen und Beschwerden der Bevölkerung zu adressieren". (APA, 17.7.2026)
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