FASD: Wenn Alkohol in der Schwangerschaft ein Leben prägt
Unsichtbare Schäden: Was Alkohol Babys im Bauch antun kann
Stand: 30.08.2026, 12:41 Uhr
Monique Hain lebt mit FASD, verursacht durch Alkohol in der Schwangerschaft. Warum es keine sichere Alkoholmenge in der Schwangerschaft gibt und welche Folgen das hat.
Ein Glas Sekt zur Feier, ein Bier zum Abschluss des Tages – für die meisten Erwachsenen ist Alkohol Alltag. Doch wenn eine Frau schwanger ist, kann jedes dieser Gläser ein ungeborenes Kind für immer verändern.
Monique Hain fragt sich bis heute, warum ihre Mutter in der Schwangerschaft getrunken hat. Sie lebt mit einer Fetalen Alkoholspektrumstörung (FASD). An ihrem Beispiel wird sichtbar, was das Zellgift Alkohol im Körper eines ungeborenen Kindes anrichten kann – und wie wenig die Gesellschaft darüber spricht.
FASD ist in der Öffentlichkeit kaum präsent, gehört aber zu den häufigsten angeborenen Erkrankungen. Schätzungen zufolge leben in Deutschland bis zu 1,5 Millionen Menschen mit Folgen von Alkoholkonsum in der Schwangerschaft. Jedes Jahr kommen mindestens 10.000 Neugeborene mit FASD zur Welt, rund 3.000 davon mit der schwersten Form, dem Fetalen Alkoholsyndrom.
Gibt es eine sichere Alkoholmenge in der Schwangerschaft?
Die Folgen können sichtbar und unsichtbar sein: Auffälligkeiten im Gesicht, Fehlbildungen an Gliedmaßen, Wachstumsstörungen, Organschäden. Gleichzeitig werden viele Betroffene zunächst mit anderen Diagnosen versehen – etwa ADHS, Depressionen oder Schizophrenie. Bis klar ist, dass Alkohol in der Schwangerschaft die Ursache ist, vergehen oft Jahre.
Fachverbände betonen: Eine sichere Alkoholmenge in der Schwangerschaft gibt es nicht.Schon regelmäßiges Trinken oder wiederholtes „Feiern“ an Wochenenden kann ausreichen, um ein Kind dauerhaft zu schädigen. Selbsthilfeorganisationen fordern deshalb mehr Aufklärung, klare Warnhinweise auf Flaschen und eine bessere Unterstützung für Familien.
Monique Hain ist in einer Pflegefamilie aufgewachsen. Zu ihrer leiblichen Mutter hat sie keinen Kontakt. Eine Frage wird sie trotzdem nicht los: Warum hat sie mir das angetan?
Warum es bei Alkohol in der Schwangerschaft kein „nur ein Glas“ gibt und welche Konsequenzen das für tausende Kinder hat, vertiefen wir im Video – inklusive der Geschichte von Monique Hain.