US-amerikanische Führung heißt heute: Feinde für ein paar Pennys hofieren
Stand: 11.10.2026, 17:00 Uhr
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Für eine Nebelkerze verrät Donald Trump die Ukraine und finanziert Putins Raketen. Ein Kommentar.
Lange bevor US-Präsident Donald Trump das Oval Office in ein kitschiges Mini-Versailles verwandelte, stand auf dem Schreibtisch von Präsident Harry Truman ein Schild mit dem Satz „The Buck Stops Here“: Die Verantwortung endet bei mir. Trump hält es umgekehrt. Schuld sind immer die anderen. Gut drei Wochen vor den Zwischenwahlen, bei denen dem 80-Jährigen eine historische Klatsche droht, trifft es nun den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj.
Wer das verstehen will, muss an die US-Zapfsäulen treten. Dort werden die Midterms entschieden, und dort zahlen die Menschen in den USA die Rechnung für Trumps desaströsen Iran-Krieg. Die Spritpreise steigen, seine Umfragewerte sind im freien Fall.
Abhilfe soll Kremlchef Wladimir Putin schaffen. Seine 2,25 Millionen Barrel Diesel drücken die Preise kaum. Doch für den Kriegsverbrecher im Kreml sind die Geschäfte Gold wert. Für diese Nebelkerze verrät Trump die Ukraine und finanziert Putins Raketen. US-amerikanische Führung heißt heute: Feinde für ein paar Pennys hofieren und Freunde dafür opfern.
Als Selenskyj den Deal kritisierte, forderte Trump prompt einen neuen Präsidenten in Kiew. Schuld an den Preisen seien ohnehin die ukrainischen Angriffe auf russische Raffinerien. Wir kennen das schon: Das Opfer wird zum Täter erklärt – Diktator hatte Trump Selenskyj ohnehin längst genannt. Seine Ablösung zu fordern, ist allerdings eine neue Eskalationsstufe und verrät vor allem, wie groß der Druck auf Trump selbst ist.
Den Preis zahlen andere. Am Samstag töteten russische Angriffe mindestens 20 Menschen in der Ukraine, darunter drei Kinder. Putins „Dankeschön“, wie Selenskyj es nannte. Trump befeuert den einen Krieg, um von seinem Versagen im anderen abzulenken.