USA: Frau nach gescheiterter Hinrichtung wieder bei Bewusstsein


Rettungsfahrzeuge treffen nach gescheiterter Hinrichtung bei Christa Pike ein

Todesstrafe in Tennessee Frau nach gescheiterter Hinrichtung wieder bei Bewusstsein

Stand: 07.10.2026 • 01:56 Uhr

Nach einem gescheiterten Hinrichtungsversuch in Tennessee war Christa Pike zunächst bewusstlos. Nun ist sie laut ihren Anwälten wieder ansprechbar - sie fordern, ihre Todesstrafe in lebenslange Haft umzuwandeln.

Christa Pike, die eine Hinrichtung in den USA überlebt hat, ist nach Angaben ihres Anwaltsteams wieder bei Bewusstsein und ansprechbar. Die 50-Jährige werde weiter intensivmedizinisch behandelt. Ihre Prognose sei noch unklar, es sei aber mit einer langen Genesungszeit zu rechnen.

Pike habe bei dem Hinrichtungsversuch schwere Schäden an den Armen erlitten, erklärten die Anwälte. Dennoch sei sie weiterhin mit Handschellen und Fußfesseln an das Krankenhausbett gefesselt.

Pike war nach Angaben ihrer Anwälte zuvor bewusstlos gewesen und wurde in einem Krankenhaus im Raum Nashville im Bundesstaat Tennessee künstlich beatmet. Ihr waren am vergangenen Mittwochabend nach Angaben der Behörden die im Hinrichtungsprotokoll vorgesehenen zwei Dosen des Mittels Pentobarbital verabreicht worden. Dennoch lebte sie weiter.

Forderung nach Umwandlung der Strafe

Die genaue Ursache für die gescheiterte Hinrichtung ist weiterhin unklar. Pikes Anwälte berichteten von erheblichen Problemen beim Legen der Venenzugänge. Die Strafvollzugsbehörde erklärte zuvor, das Hinrichtungsprotokoll sei vollständig abgearbeitet worden. Pikes Anwälte forderten, ihre Todesstrafe in lebenslange Haft umzuwandeln, und kündigten weitere rechtliche Schritte an.

In ihrer neuen Stellungnahme bekräftigten sie die Forderung an Tennessees Gouverneur, Pikes Todesstrafe in eine lebenslange Haft ohne Möglichkeit einer vorzeitigen Entlassung umzuwandeln.

Debatte über Todesstrafe in den USA

Der Fall hat damit auch die seit Jahren geführte Debatte über die Todesstrafe in den USA und insbesondere über die Zuverlässigkeit von Hinrichtungen mit der Giftspritze erneut in den Fokus gerückt.

Pike war 1996 für den Mord an der damals 19-jährigen Colleen Slemmer zum Tode verurteilt worden. Sie selbst war zur Tatzeit 18 Jahre alt. Pike lockte zusammen mit ihrem Freund und einer Bekannten Slemmer aus Eifersucht in ein stillgelegtes Kraftwerk. Dort folterte und erschlug sie Slemmer und nahm ein Stück ihres Schädels als Trophäe mit.