Nahost-Konflikt News: USA greifen erneut Iran an – Straße von Hormus geschlossen
Wichtige Updates
Iranische Tageszeitung fordert Rache – auch gegen Merz
Iran wirft USA Vertragsbruch vor und droht
Irans Revolutionsgarden: Haben US-Militärbasen angegriffen
Crew verlässt Schiff in Straße von Hormus – Brand an Bord
Dennis Wippich
Gespräche über Straße von Hormus enden ohne Durchbruch
Der Iran und der Oman haben ihre Gespräche über die Straße von Hormus ohne Durchbruch beendet. Beide Länder hätten beschlossen, die Gespräche auf politischer sowie technischer Ebene fortzusetzen, „um zu einer gemeinsamen Verständigung über die Gewährleistung der Sicherheit der Schifffahrt“ in der Meerenge zu gelangen, hieß es in einer Erklärung des iranischen Außenministeriums.
Nach Angaben aus Teheran nahm auch eine Delegation des Golfstaats Katar an dem Format in der omanischen Hauptstadt Maskat teil. Katar trat den Angaben nach als Vermittler zwischen dem Iran und den USA auf.
Dennis Wippich
Iranische Tageszeitung fordert Rache – auch gegen Merz
Eine auflagenstarke Tageszeitung im Iran hat eine Infografik mit Racheaufrufen gegen Politiker aus dem Westen veröffentlicht. Auf ihrer Website publizierte das Blatt „Hamshahri“ aus der Hauptstadt Teheran eine Collage, die US-Präsident Donald Trump und Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu mit einem Fadenkreuz auf der Stirn zeigt.
Auf der Infografik sind zudem die Köpfe europäischer Regierungschefs zu sehen, allesamt in orangefarbenen Shirts, wie sie für US-Häftlinge typisch sind. Unter ihnen ist auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). „Eine Liste derjenigen, die auf die Vergeltung des iranischen Volkes warten müssen“, betitelt die Zeitung den Onlineartikel. „Die Verbrecher werden den Wunsch nach einem ruhigen Tod mit ins Grab nehmen“, heißt es in der Grafik.
Am Samstag hatte Irans Führung Vergeltung für die Tötung des Ende Februar getöteten obersten Führers Ajatollah Ali Chamenei geschworen. „Rache ist die Forderung unseres Volkes und muss ganz gewiss erfolgen“, hieß es in einer im Staatsfernsehen verlesenen Mitteilung, die Chameneis Sohn und Nachfolger Modschtaba zugeschrieben wurde.
Dennis Wippich
Iranische Angriffswelle: Kuwait meldet Beschuss und aktiviert Luftabwehr
Inmitten der iranischen Angriffswelle auf Ziele in den Golfstaaten hat Kuwait seine Luftabwehr aktiviert. „Der Generalstab der Armee weist darauf hin, dass alle zu hörenden Explosionsgeräusche darauf zurückzuführen sind, dass Luftabwehrsysteme feindliche Angriffe abwehren“, erklärte das kuwaitische Militär am Sonntag in Onlinediensten.
Der Iran hatte am Sonntag als Reaktion auf neue US-Angriffe Ziele in mehreren Golfstaaten ins Visier genommen. In den Vereinigten Arabischen Emiraten, Bahrain und Katar waren Alarmsirenen und Explosionen zu hören.
Dennis Wippich
Iran wirft USA Vertragsbruch vor und droht
Der Iran hat den USA nach der bereits dritten Angriffswelle diese Woche Vertragsbruch vorgeworfen. „Die Zeit der einseitigen Abmachungen ist VORBEI. Wir haben es euch gesagt: Haltet euer Wort oder zahlt den Preis“, schrieb der iranische Parlamentspräsident und Verhandlungsführer Mohammed Bagher Ghalibaf auf X.
Die USA hatten vergangene Nacht bereits zum dritten Mal innerhalb einer Woche den Iran angegriffen. Auslöser war erneut iranischer Beschuss eines Schiffs in der Straße von Hormus.
Vertreter aus Washington und Teheran hatten sich Mitte Juni auf ein Rahmenabkommen geeinigt, das den Weg für ein dauerhaftes Ende des Kriegs ebnen soll. Darin war vereinbart worden, innerhalb von 60 Tagen einen endgültigen Deal auszuhandeln. Es beinhaltet auch die Forderung nach einer Öffnung der für den Handel wichtigen Straße von Hormus.
Dennis Wippich
Iran: Revolutionsgarden greifen weiteres Schiff in Straße von Hormus an
Der Iran hat nach eigenen Angaben ein weiteres Schiff in der Straße von Hormus angegriffen. „Ein zweites Schiff, dem Verstöße gegen die Vorschriften in der Straße von Hormus vorgeworfen werden, wurde angegriffen“, erklärten die iranischen Revolutionsgarden am Sonntag in einer vom Staatsfernsehen und der Nachrichtenagentur Irna verbreiteten Erklärung. Sie griffen demnach außerdem einen US-Stützpunkt in Katar mit Raketen an.
Die Revolutionsgarden hatten bereits am frühen Sonntagmorgen nach eigenen Angaben Warnschüsse auf ein Schiff abgefeuert, das eine „nicht genehmigte Route“ in der Straße von Hormus befahren habe. Sie verkündeten zudem die Sperrung der für den Welthandel wichtigen Meerenge.
Dennis Wippich
US-Militär: Angriffswelle im Iran beendet
Das US-Militär hat eigenen Angaben zufolge seine jüngste Angriffswelle gegen den Iran beendet. Die Attacke sei ein Vergeltungsschlag für den Angriff auf ein weiteres Handelsschiff in der Straße von Hormus gewesen, teilte das zuständige US-Regionalkommando Centcom mit. Nach einer früheren Centcom-Mitteilung handelte es sich dabei um das unter zyprischer Flagge fahrende Containerschiff „GFS Galaxy“.
Irans Revolutionsgarden hatten eigenen Angaben zufolge Warnschüsse gegen das Schiff abgegeben und es gestoppt, weil es sich auf einer nicht genehmigten Route befunden habe. An Bord des Schiffes brach laut Centcom ein Feuer aus. Wegen erheblicher Schäden konnte es seine Fahrt demnach nicht fortsetzen.
Dennis Wippich
Irans Revolutionsgarden: Haben US-Militärbasen angegriffen
Irans Revolutionsgarden (IRGC) haben sich zu Angriffen auf US-Militärbasen in mit den USA verbündeten Golfstaaten und Jordanien bekannt. Die Luftstreitkräfte hätten in einer ersten Phase „wichtige militärische Infrastruktur und Anlagen“ auf dem Luftwaffenstützpunkt Prince Hassan Air Base in Jordanien angegriffen, teilten die Revolutionsgarden über ihren Kanal Sepah News auf Telegram mit. Die Revolutionsgarden behaupteten, mit mehreren ballistischen Raketen ein Kommando- und Kontrollzentrum sowie Hangars für MQ-9-Drohnen zerstört zu haben. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig prüfen.
Als Grund für die Vergeltungsschläge nannten die Revolutionsgarden angebliche Versuche der USA, dem Oman „seinen Willen aufzuzwingen“. Unter anderem hätten die USA mehrere Schiffe zur „illegalen Durchfahrt durch die südliche Straße von Hormus“ angestiftet. Die sei durch die Reaktion der iranischen Marine verhindert worden. Zudem hätten die USA Ziele entlang der Südküste des Irans angegriffen. Die „fortgesetzte Aggression“ der USA werde zu „noch schärferen Reaktionen“ führen, hieß es in der Mitteilung weiter.
Dennis Wippich
Crew verlässt Schiff in Straße von Hormus – Brand an Bord
Bei einem erneuten Vorfall in der Straße von Hormus ist die Crew eines Containerschiffs nach einem Brand von Bord gegangen. Die Besatzungsmitglieder hätten sich auf ein Rettungsschiff begeben, teilte die britische Behörde für Sicherheit der Handelsschifffahrt UKMTO am frühen Morgen mit. Dies hätten ein Sicherheitsoffizier des Schiffs und Militärbehörden gemeldet. Die UKMTO berichtete zuvor, dass das Schiff östlich des Omans beschädigt wurde.
Das US-Militär hatte zuvor mitgeteilt, Irans Revolutionsgarden (IRGC) hätten das unter zyprischer Flagge fahrende Containerschiff „GFS Galaxy“ in der Straße von Hormus angegriffen. Ein ziviles Besatzungsmitglied wird demnach vermisst. Das 300 Meter lange Schiff sei wegen eines Feuers an Bord sowie erheblicher Schäden im Maschinenraum nicht in der Lage, seine Reise fortzusetzen.
Dennis Wippich
US-Militär: Rund 140 militärische Ziele im Iran angegriffen
Die US-Armee hat bei ihren neuen Attacken auf den Iran nach eigenen Angaben rund 140 militärische Ziele angegriffen. Dazu gehörten iranische Raketen- und Drohnenstellungen sowie Munitionsdepots, teilte das zuständige US-Regionalkommando Centcom im Onlinedienst X mit. Die neuen US-Angriffe auf den Iran waren nach Centcom-Angaben erfolgt, nachdem die iranischen Revolutionsgarden ein Schiff in der Straße von Hormus angegriffen hatten.
Die iranischen Revolutionsgarden erklärten, sie hätten Warnschüsse auf ein Schiff abgefeuert, das eine „nicht genehmigte Route“ befahren habe. Das Schiff sei von Warnschüssen getroffen und angehalten worden, erklärten die Revolutionsgarden laut der staatlichen Nachrichtenagentur Irna. Das Schiff habe wiederholt Anweisungen zur Nutzung eines genehmigten Schifffahrtskorridors ignoriert. Die iranischen Revolutionsgarden verkündeten zudem die Sperrung der für den Welthandel wichtigen Straße von Hormus.
Dennis Wippich
Nach US-Angriffen auf den Iran: Alarm in den Emiraten, Bahrain und Katar
Nach neuen US-Angriffen auf den Iran ist in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Bahrain und Katar am Sonntag Alarm ausgelöst worden. Die Luftabwehr in den Vereinigten Arabischen Emiraten war nach Angaben des Verteidigungsministeriums gegen Bedrohungen durch Raketen und Drohnen im Einsatz. In Bahrain ertönte Luftalarm. Bahrains Innenministerium rief die Menschen auf, Ruhe zu bewahren und sich in Sicherheit zu begeben.
In Katars Hauptstadt Doha waren Explosionen zu hören, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten. Sie beobachteten Abfangmanöver über Doha. Die Menschen wurden in Nachrichten auf ihren Handys aufgefordert, zu Hause und an sicheren Orten zu bleiben.
Dennis Wippich
Vorfall in Straße von Hormus: USA greifen erneut den Iran an
Das US-Militär hat eigenen Angaben zufolge in der Nacht erneut Ziele im Iran angegriffen. Die Attacke sei eine Reaktion auf einen Angriff der Iranischen Revolutionsgarden (IRGC) auf das unter zyprischer Flagge fahrende Containerschiff „GFS Galaxy“ in der Straße von Hormus, teilte das zuständige US-Regionalkommando Centcom auf der Plattform X mit. Ein ziviles Besatzungsmitglied wird demnach vermisst. Das Schiff sei wegen eines Feuers an Bord sowie erheblicher Schäden im Maschinenraum nicht in der Lage, seine Reise fortzusetzen.
Irans Revolutionsgarden hatten zuvor mitgeteilt, Warnschüsse auf ein Schiff in der Meerenge abgegeben zu haben. Das Schiff habe die maritime Sicherheit in der Meerenge gefährdet, teilten die Revolutionsgarden über ihren Kanal Sepah News auf Telegram mit. Demnach hätten zuvor mehrere Schiffe versucht, eine nicht genehmigte Route zu befahren, und Aufforderungen der Revolutionsgarden ignoriert, ihre Route zu korrigieren. Infolge dieses Vorfalls werde die Straße von Hormus bis auf Weiteres und bis zum Ende der US-amerikanischen Eingriffe in der Region geschlossen bleiben, hieß es in der Mitteilung weiter.
Tobias Köberlein
Berichte über Sicherheitsmängel bei Air Force One: Journalisten vorgeladen
Nach Berichterstattung über angebliche Sicherheitsbedenken bei der neuen Präsidentenmaschine von Donald Trump haben mehrere "New York Times"-Journalisten nach Angaben der Zeitung Vorladungen der Bundesstaatsanwaltschaft in Manhattan erhalten. Die Reporter sollen kommende Woche vor einer Grand Jury aussagen. In den Vorladungen werde als Begründung lediglich ein nicht näher ausgeführter mutmaßlicher Verstoß gegen Bundesstrafrecht genannt.
Die Bundesstaatsanwaltschaft in Manhattan war zunächst nicht für eine Bestätigung zu erreichen. Das US-Justizministerium ist angefragt. Der "New York Times" zufolge erhielten die Reporter die Vorladungen am Freitag. Teilweise seien sie von Bundesbeamten persönlich an den Wohnsitzen zugestellt worden.
Die Zeitung bezeichnete das Vorgehen als Einschüchterungsversuch gegen unabhängige Medien. "Das Erscheinen von Bundesbeamten vor der Haustür von Nachrichtenreportern sollte das Gewissen jedes Amerikaners erschüttern, der an die Verfassung und die von ihr geschützte Pressefreiheit glaubt", erklärte der Anwalt der Zeitung, David McCraw, in dem Bericht.
Martin Nefzger

Chamenei kündigt Rache für Tötung seines Vaters an
Irans oberster Führer Modschtaba Chamenei hat am Samstag „Rache“ für die Tötung seines Vaters Ali Chamenei bei den US-israelischen Angriffen Ende Februar angekündigt. Er erklärte in einer schriftlichen Botschaft, die Vergeltung für die Tötung seines Vaters Ali Chamenei sei „der Wille unserer Nation und muss unweigerlich vollzogen werden“. Er kündigte an, das „Blut“ seines Vaters und Vorgängers und aller „Märtyrer“ der „beiden Kriege“ gegen Israel und die USA zu rächen. Es gebe eine Liste mit den Namen der Zielpersonen. Der Brief war seine erste öffentliche Wortmeldung seit der Beisetzung seines Vaters am Freitag.
Ayatollah Ali Chamenei war am ersten Tag des US-israelischen Krieges gegen den Iran am 28. Februar bei einem Luftangriff auf seine Residenz in Teheran getötet worden. Sein Sohn Modschtaba wurde iranischen Angaben zufolge bei dem Angriff verletzt. Er wurde später zum Nachfolger seines Vaters ausgerufen, trat bislang aber nicht öffentlich auf.
Patricia von Thien

USA: Iran muss Öffnung der Straße von Hormus zusichern
Die USA fordern Medienberichten zufolge ein Bekenntnis des Irans zu einer freien und sicheren Schifffahrt in der Straße von Hormus. Bis Samstag solle die iranische Führung öffentlich versichern, dass die Meerenge offen sei und der Iran von Angriffen auf Handelsschiffe absehe, schrieben unter anderem das Portal "Axios" und das "Wall Street Journal" unter Berufung auf US-Regierungsbeamte. Die Botschaft sei dem Iran direkt und über die Vermittler überbracht worden.
Welche Konsequenzen der iranischen Führung drohen, sollte sie der Forderung nicht nachkommen, blieb zunächst unklar. Die USA hatten in den vergangenen Tagen Ziele im Iran angegriffen und das mit Angriffen auf Handelsschiffe begründet.
US-Präsident Donald Trump hatte am Freitag das Ende der Waffenruhe im Iran-Krieg bekräftigt. Zugleich ließ er die Tür für Gespräche weiter offen. Trump schrieb dazu, Teheran habe um eine Fortführung von Gesprächen gebeten, und die USA hätten zugestimmt. Das Wort "Gespräche" setzte Trump in Anführungszeichen.
Martin Nefzger

Wadephul kündigt deutsch-französische Initiative für Libanon an
Außenminister Johann Wadephul hat eine deutsch-französische Initiative für den Libanon angekündigt. "Wir wollen mit Frankreich eine gemeinsame Politik für den Libanon formulieren, um die Chance auf einen Frieden im Nahen und Mittleren Osten zu erhöhen", sagte der CDU-Politiker dem "Tagesspiegel" vor dem deutsch-französischen Ministerrat in der kommenden Woche. Einzelheiten nannte er nicht.
Zugleich kündigte der Minister weitere gemeinsame Initiativen mit Frankreich an. Beide Länder wollten Europa außenpolitisch handlungsfähiger machen und dazu unter anderem das «Kompetenzwirrwarr» in der EU-Außenpolitik auflösen.
Mehr laden