Trumps Mega-Öl-Deal mit Venezuela: Wer profitiert wirklich?


Venezuela öffnet 17 Ölfelder für die USA – doch wer profitiert wirklich vom Mega-Deal?

Stand: 30.08.2026, 17:56 Uhr

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Donald Trump verkündet den „größten Öl-Deal der Weltgeschichte“ mit Venezuela. Beuten die Amerikaner damit das Land aus? Was bekannt ist.

Caracas/Washington, D.C. – Nachdem Donald Trump am Freitag (28. August) den „GRÖßTEN ÖL-DEAL DER WELTGESCHICHTE“ mit Venezuela bekannt gegeben hat, sind immer noch viele Details unklar. Bisher liegt kein offizielles Abkommen in Textform vor. Washington hält sich bedeckt, die meisten Informationen stammen von der venezolanischen Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez. Diese hatte am Samstag (29. August) Sorgen beschwichtigt und bekannt gegeben, dass das Land die Kontrolle über seine Ressourcen behalte. Das berichtete die FAZ. Trump hatte damit geprahlt, die USA erhielten die Mehrheitskontrolle über 65 Milliarden Barrel Öl.

Venezuelas Ex-Präsident Nicolas Maduro landet nach seiner Festnahme beim US-Angriff auf Venezuela in New York.

Im Januar 2026 griffen die USA Venezuela an und nahmen den amtierenden Präsidenten Nicolás Maduro fest. © picture alliance/Zuma Press/Kyle Mazza-Cnp

Delcy Rodríguez sprach am Samstag von einem „Weg der Diplomatie“ und stellt die Vereinbarung als Chance dar, Venezuela wieder zu einer bedeutenden Energiemacht zu machen. Das Abkommen mit den USA werde Venezuela Kapital und die Technologie verschaffen, „um die Wiederbelebung einer strategischen Industrie zu unterstützen, die von den Sanktionen schwer getroffen wurde“, so Rodríguez laut FAZ. Im Januar 2019 haben die USA ein Embargo auf Importe von venezolanischem Öl verhängt.

Was über den Öl-Deal zwischen Trump und Venezuela bekannt ist

Konkret geht es laut venezolanischer Regierung um 17 unerschlossene Ölfelder mit einem nachgewiesenen Vorrat von 65 Milliarden Barrel Öl. Laut Informationen des US-Mediums PBS haben die US-Regierung und ein nicht namentlich genannter privater Betreiber aus Venezuela ein neues Unternehmen gegründet, dem die Rechte an den unerschlossenen Ölfeldern für 100 Jahre übertragen wurden.

Ein Vertreter des Weißen Hauses sagte dem Sender CNN, das Abkommen verschaffe den USA die Rechte an 55 % der effektiven Fördermenge des neuen privaten Unternehmens. Die USA bekämen außerdem eine Beteiligung und das Recht, Öl zum Produktionspreis zu kaufen. Die amerikanischen Öleinkäufe sollen wohl in die strategischen Ölreserven der USA sowie an das Militär gehen. Das sagte ein anonymer US-Beamter PBS.

Delcy Rodríguez stellte heraus, dass das Abkommen Venezuela Investitionen in Höhe von 100 Milliarden Dollar in die Ölindustrie bescheren und Steuereinnahmen von über 209 Milliarden Dollar einbringen könne. Venezuela hat nach Schätzungen die größten Erdölreserven der Welt. Bei der Ölförderung ist das Land jedoch auf Unterstützung aus dem Ausland angewiesen. Aufgrund einer jahrelangen Wirtschaftskrise verfügt das Land kaum über eigene Ressourcen. Ein venezolanischer Ölexperte sagte der Zeitung El Nacional, ohne ausländische Investitionen könnten die betroffenen Felder möglicherweise noch 10 oder 15 Jahre ungenutzt bleiben.

Donald Trump hat das venezolanische Öl schon seit Längerem im Visier. Anfang des Jahres nahmen US-Einheiten den damaligen venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro fest und verschleppten ihn nach New York. Schon kurz darauf kündigte Trump an, den venezolanischen Ölverkauf „auf unbestimmte Zeit“ in die Hände der USA zu nehmen. Die Demokraten werfen Trump vor, Venezuela von vornherein nur wegen seiner Ölreserven ins Visier genommen zu haben. Das berichtete dpa.

Was der Öl-Deal mit Venezuela für Donald Trump bedeutet

Für Trump könnte das Ölabkommen mit Venezuela nun ein innenpolitischer Trumpf werden. Trump steht wegen des zäh verlaufenden Iran-Kriegs massiv unter Druck. Im November stehen die Zwischenwahlen an, bei denen die Republikaner ihre Mehrheiten in beiden Kammern des US-Parlaments verlieren könnten. Nun kann Trump seinen Landsleuten niedrigere Benzinpreise versprechen, die infolge des Iran-Kriegs stark gestiegen waren. Der Deal koste den amerikanischen Steuerzahler keinen Penny, betont er. Für die USA bedeutet der Deal außerdem eine massive Stärkung ihrer Energiereserven. Laut der US-Energiebehörde EIA verfügten die Vereinigten Staaten Ende 2024 über Reserven von 46 Milliarden Barrel – mit dem venezolanischen Anteil würden sich diese mehr als verdoppeln.

Offen bleibt, ob der venezolanischen Regierung der Spagat gelingt, Donald Trump weiter friedlich zu halten und auf die eigenen Interessen zu achten. Wie viel von den erhofften Einnahmen und dem wirtschaftlichen Aufschwung letztlich bei der Bevölkerung ankommt, ist nach Jahren der Wirtschaftskrise und des Einbruchs der Ölproduktion alles andere als sicher. Wie genau die Gewinne verteilt werden, ist bislang auch nicht bekannt. (Quellen: PBS, dpa, FAZ, El Nacional, CNN) (cdz)