Verdacht auf Veruntreuung: Razzia bei Deutscher-Bank-Filiale
Stand: 16.07.2026, 18:36 Uhr
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Fahnder haben eine Privatkundenfiliale der Deutschen Bank in der Frankfurter Innenstadt durchsucht. Ein Mitarbeiter ist angeklagt.
Frankfurt – Wie ein Sprecher der Deutschen Bank gegenüber der FAZ erklärte, könne man zu den Ermittlungen zwar keine Auskunft geben, jedoch sei die Zentrale nicht von den Maßnahmen der Vollzugsbehörden betroffen, die am Dienstag dieser Woche stattfanden. Wie das Handelsblatt erfahren haben will, soll es bei der Durchsuchung um die Beweissicherung für einen Prozess gegen einen einzelnen ehemaligen Mitarbeiter der Deutschen Bank gehen, dem eine Veruntreuung von Kundengeldern vorgeworfen wird. Der Prozess soll bereits im August beginnen.
Schaden im mittleren sechsstelligen Bereich durch Veruntreuung steht im Raum
Wie das Handelsblatt weiter berichtete, geht es wohl um die Veruntreuung von Kundengeldern in Höhe von 630.000 Euro, die der Mitarbeiter auf das für seine Schwiegermutter eröffnete Konto überwiesen und sich dadurch angeeignet haben soll. Im aktuellen Fall soll die Deutsche Bank wohl selbst eine Geldwäscheverdachtsmeldung an die Financial Intelligence Unit (FIU) abgegeben haben, die diese dann an die Staatsanwaltschaft Frankfurt weiterleitete. Dem ehemaligen Bankmitarbeiter wird nun von der Staatsanwaltschaft vorgeworfen, zwischen Dezember 2023 und März 2025 in 21 Fällen Geld von Kunden auf das Konto überwiesen zu haben, wie die Süddeutsche Zeitung berichtete.
Der ehemalige Bankmitarbeiter wurde bereits Anfang Februar dieses Jahres angeklagt. Wie die Bank zum damaligen Zeitpunkt bestätigte, habe es in einer Filiale einen Fall von Unterschlagung von Kundengeldern gegeben. Die betroffenen Kunden seien bereits vollständig entschädigt worden. Außerdem könne ausgeschlossen werden, dass noch weitere betroffen seien. Der angeklagte Mitarbeiter habe durch falsche Angaben die Überweisungen durchgeführt und dabei interne Überprüfungen und Kontrollprozesse umgangen, berichtete die Süddeutsche Zeitung weiter.
Razzien bei der Deutschen Bank haben Tradition
Fahnder besuchten die Deutsche Bank in den vergangenen Jahren öfter. Ganze dreimal gab es im Jahr 2022 Durchsuchungen in der Zentrale. Gegenstand der damaligen Ermittlungen waren Straftaten rund um den Cum-Ex-Skandal, einen Geldwäscheverdacht und Greenwashing-Vorwürfe bei der Tochtergesellschaft DWS. Zuletzt im gab es im Januar 2026 Durchsuchungen des BKA in Frankfurt und Berlin wegen Geldwäscheverdacht und zusammenhängenden Straftaten durch Verantwortliche und Mitarbeiter, die zwischen den deutschen Instituten und ausländischen Gesellschaften vermutet werden. (Quellen: FAZ, SZ, Handelsblatt) (sts)