Verlust bei Wasserversorgung: Hoya hebt Preise weiter an


Stand: 24.09.2026, 19:20 Uhr

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Unerkennbare Frau hält Kanne mit Wasseraufbereitungsfilter in ihren Händen und zieht Wasser aus dem Wasserhahn hinein Un

In der Samtgemeinde Grafschaft Hoya steigen die Trinkwasserpreise. © IMAGO/Aleksei Isachenko

Der Eigenbetrieb der Samtgemeinde Hoya hat 2025 rund 210.000 Euro Verlust gemacht. Nun folgt die nächste Preiserhöhung. Auslöser sind auch sinkende Abnahmen der Industrie.

Samtgemeinde – Die Wasserversorgung der Samtgemeinde Grafschaft Hoya steht vor finanziellen Herausforderungen. Wie aus dem Jahresabschluss 2025 hervorgeht, schloss der Eigenbetrieb das Geschäftsjahr mit einem Verlust von rund 210.000 Euro ab. Damit fiel das Ergebnis deutlich schlechter aus als geplant und lag auch erheblich unter dem Vorjahresergebnis, in dem ein Fehlbetrag von rund 83.000 Euro entstanden war. Ursache sind vorwiegend ein rückläufiger Wasserverbrauch, insbesondere bei einem größeren Industriekunden, sowie gestiegene Aufwendungen für Verwaltung, Personal und Kreditzinsen.

Um die wirtschaftliche Situation langfristig zu stabilisieren, setzt die Samtgemeinde auf höhere Wasserpreise. Bereits zum 1. Januar 2026 wurde der Trinkwasserpreis von 1,60 auf 1,80 Euro je Kubikmeter angehoben. Nun hat der Betriebsausschuss eine weitere Erhöhung zum 1. Januar 2027 beschlossen. Der Arbeitspreis soll dann von den bislang vorgesehenen 1,90 Euro auf 2,27 Euro je Kubikmeter netto steigen, was einem Bruttopreis von 2,43 Euro entspricht. Der Grundpreis bleibt unverändert. Im Nachbarlandkreis sind vom zuständigen Trinkwasserverband Verden ebenfalls die Gebühren zum 1. Januar 2026 angehoben worden. Dort fallen die Kosten aber dennoch deutlich günstiger aus, sie liegen bei 1,05 Euro je Kubikmeter.

Das kostet es den Bürger

Für die Berechnung wird ein durchschnittlicher Wasserverbrauch von 125 Litern pro Person und Tag zugrunde gelegt. Eine vierköpfige Familie mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern verbraucht demnach rund 182,5 Kubikmeter Wasser im Jahr. Bei einem Trinkwasserpreis von 1,80 Euro (netto) pro Kubikmeter ergeben sich jährliche Kosten von rund 329 Euro. Zum Vergleich: Bei einem Preis von 2,27 Euro (netto) pro Kubikmeter lägen die jährlichen Trinkwasserkosten bei rund 414 Euro. Die Differenz beträgt damit etwa 86 Euro pro Jahr. In der Rechnung sind die Kosten für die Abwasserentsorgung nicht enthalten.

Nach Angaben der Verwaltung reichen die bisher kalkulierten Entgelte nicht mehr aus, um die steigenden Kosten zu decken. Neben dem sinkenden Wasserabsatz belasten vorrangig höhere Investitions- und Sanierungskosten im Leitungsnetz und im Wasserwerk die Kalkulation. Die Anpassung soll dazu beitragen, die Verluste nahezu auszugleichen. Während bei einem Wasserpreis von 1,90 Euro je Kubikmeter für 2027 noch ein Defizit von rund 270.000 Euro erwartet würde, läge der Fehlbetrag bei einem Preis von 2,27 Euro nur noch bei etwa 1.400 Euro.

Die Wasserversorgung stellte im vergangenen Jahr rund 885.000 Kubikmeter Trinkwasser bereit, abgerechnet wurden 775.000 Kubikmeter. Während privater und kommunaler Verbrauch zunahm, ging die Abnahme durch Industriekunden zurück. Die Umsatzerlöse sanken auf knapp 1,4 Millionen Euro. Der Eigenbetrieb investierte 403.000 Euro in Rohrnetz, Förderbrunnen, Wasserwerk und eine Photovoltaikanlage; dafür wurde Ende 2025 ein Darlehen über 800.000 Euro aufgenommen. Die Kreditschulden stiegen auf mehr als vier Millionen Euro.

Auch in den kommenden Jahren bleibt der Investitionsbedarf hoch. Für 2026 sind Maßnahmen von rund 1,55 Millionen Euro vorgesehen: Leitungserneuerungen, die Fertigstellung eines neuen Brunnens sowie Modernisierungen im Wasserwerk. Weitere Kreditaufnahmen werden erforderlich sein. Trotz der Preiserhöhung rechnet die Betriebsleitung für 2026 noch mit einem Verlust von rund 130.000 Euro.