„Dieses Auge wird uns fehlen“: Kult-Felsformation am Vesuv eingestürzt – und niemand weiß, was als Nächstes folgt


Vesuv verliert sein Wahrzeichen: „Auge des Teufels“ im Höllentalweg ist plötzlich verschwunden

Stand: 18.08.2026, 21:42 Uhr

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Ein geologisches Wahrzeichen am Vesuv ist verschwunden: Das „Auge des Teufels“ im Höllentalweg ist eingestürzt. Experten hatten es kommen sehen.

Die Naturelemente hatten es geformt, und eben diese Naturelemente haben sein Verschwinden verursacht. Das „Auge des Teufels“, eines der charakteristischsten und bekanntesten Elemente des Höllentals entlang des Weges Nummer 1 im Nationalpark Vesuv, ist nicht mehr da. Das Vorher und Nachher lassen sich aus zwei Fotos ablesen, die von Vincenzo Marasco, Mitarbeiter des Zivilschutzes und profunder Kenner des Vulkans, aufgenommen wurden.

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Dieser Artikel von Fabrizio Geremicca entstand in Kooperation mit Corriere della Sera.

Das erste stammt vom vergangenen Frühjahr und zeigt deutlich die Struktur, die der Fotograf heute so beschreibt: „Das Loch, das sich in den inneren Ausläufern des alten Monte Somma im Lavadamm (eine Intrusion aus magmatischem Gestein, Anm. d. Red.) öffnete, der über dem Vallone dell’Arena im Inneren des Höllentals thront.“

Cityscape with Certosa di San Martino and Mount Vesuvius Naples Campania Italy

Am Vesuv ist das „Auge des Teufels“ eingestürzt. © IMAGO/Chalres Bowman

„Auge des Teufels“ am Vesuv eingestürzt

Das zweite Foto wurde gestern aufgenommen und zeigt, dass das Auge des Teufels verschwunden ist. Als Erster bemerkte dies, so Marasco, Giuseppe Miranda, Organisator des Vesuvio Ultra Marathon, während seiner gewohnten morgendlichen Exkursion. Er fährt fort: „Der langsame und unerbittliche Verfall der fragilsten und am stärksten exponierten geologischen Formationen hat seinen natürlichen Lauf genommen. Dieses Auge, das starr auf diejenigen blickte, die das Wegenetz durch das Höllental entlangwanderten, wird uns fehlen.“

Ciro Teodonno, Ausbilder des Club Alpino Italiano und Leiter der Untersektion Vesuv, erinnert sich daran, das Auge des Teufels schon bei seinen ersten Touren auf dem Berg gesehen zu haben: „Ich kenne es, seit ich denken kann, und ich habe es zum letzten Mal im Dezember vergangenen Jahres beobachtet, als ich an einer Exkursion im Höllental teilnahm.“ Er fügt hinzu: „Es war eine Art natürlicher Bogen, und wie es bei natürlichen Formationen oft geschieht, setzt sich die Fantasie der Betrachtenden in Bewegung, bis sie diesen Gebilden Formen und Symbole zuschreibt, die auf den Menschen oder das Übernatürliche verweisen.“

Er betont weiter: „Ich bin kein Geologe, aber es wundert mich nicht, dass diese Struktur eingestürzt sein könnte. Sie befindet sich in einem sehr instabilen und sensiblen Gebiet. Nur ein einziges Mal bin ich dorthin näher herangegangen, und schon bei einer leichten Bodenerschütterung fielen Felsstücke herab.“ Im Vesuv-Nationalpark gibt es elf Wanderwege, doch nicht alle sind für Besucher geöffnet und zugänglich. Sie unterstehen alle der Parkverwaltung, die jedoch, so erklärt Teodonno, „nur über wenige Mitarbeitende verfügt“.

„Es wundert mich nicht, dass diese Struktur eingestürzt sein könnte“

Für Pflege und Instandhaltung der Wege verlässt man sich überwiegend auf die SMA, das Unternehmen der Region Kampanien, das ursprünglich für den Brandschutz gegründet wurde, sowie auf die Forstbehörde. Er wird konkreter: „Die Wege Nummer 1 und 2, die sich auf einem Teilstück überschneiden, sind die am besten begehbaren und am stärksten frequentierten. Weg Nummer 3 ist gefährlich, weil am Monte Somma häufig Erdrutsche auftreten und er deshalb nicht für die Öffentlichkeit zugänglich ist.

Weg Nummer 4 wird von den Carabinieri Forestali betreut. Er ist zugänglich, aber es ist eine Genehmigung erforderlich. Es kommt jedoch vor, dass der Park und die Carabinieri Forestali zu besonderen Anlässen im Laufe des Jahres Tage der Öffnung organisieren. Dann gibt es noch Weg Nummer 5, den des Gran Cono, den einzigen kostenpflichtigen.

Vesuv-Nationalpark: Wanderwege, Zugangsbeschränkungen und Umweltprobleme

Weg Nummer 6, die sogenannte Strada Matrone, wird nur auf Anfrage geöffnet. „Es ist eine Straße, die teilweise asphaltiert ist und in einen Pfad mündet, der von der Seite von Ottaviano bis auf tausend Meter Höhe führt.“ Der Vertreter des CAI fährt fort: „Es gibt dann Weg Nummer sieben – Il Vallone della Profica – in San Giuseppe Vesiviano. Er befindet sich nach relativ jüngsten Instandhaltungsarbeiten in gutem Zustand.

Weg Nummer 8 ist nicht begehbar. Die Wege 9 und 11 sind sehr kurz, sie haben vorwiegend didaktischen Wert. Weg Nummer 10 ist derjenige, an dem sich die sogenannten Quellen befinden, in Wirklichkeit Wasserfassungstunnel, die in der bourbonischen Epoche angelegt wurden. Es ist ein Gebiet, in dem leider häufig illegale Ablagerungen von Abfällen und verschiedensten Reststoffen vorkommen.“