Vipers Bad Wildungen verlieren Heimspiel gegen Leihgestern 26:33
Stand: 04.10.2026, 20:17 Uhr
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Die Wildungerinnen kassierten eine deutliche Niederlage vor eigenem Publikum. Trainer Radojevic zweifelt daran, ob sein Team im Spiel wie eine Mannschaft auftritt.
Bad Wildungen – Wenn Boxen die Sportart der Vipers wäre, dann wäre hier zu lesen, dass sie in der Schlussrunde schwer k.o. gegangen sind. Doch es geht um Handball. Dennoch fanden sich die Wildungerinnen nach der ernüchternden 26:33-Niederlage (15:15) im Heimspiel gegen die TSG Leihgestern konsterniert dreinblickend auf dem Hosenboden wieder.
Die Leistungskurve der Wildunger Mannschaft in dieser Drittligapartie glich einer Berg- und Talfahrt und sie startete im Tal. Obwohl Trainer Zoran Radojevic als Hauptaufgabe ausgegeben hatte, die Anzahl der technischen und leichten Fehler massiv zu senken, leisteten sich seine Spielerinnen in den ersten Minuten solche Fehler gleich zuhauf. Die zwei Fehlpässe von Turid Hartløff und die zwei vergebenen freien Bälle von Eva Svoboda nutzten die agilen und körperlich robusten Spielerinnen der TSG sofort zum 3:0.
„Wir sind völlig unkonzentriert in das Spiel gegangen, obwohl wir vorher so viel darüber geredet haben“, schimpfte Radojevic. Er und seine Spielerinnen wussten zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass sie in diesem Spiel nie in Führung gehen werden. Aber sie erholten sich nach etwa einer Viertelstunde von ihrem Fehlstart. Das lag vor allem an einer nun aggressiver spielenden Abwehrreihe mit einer guten Torfrau Mirella Gonçalves dahinter. Allerdings taten sich die Vipers im Spiel nach vorn weiterhin schwer. Jeder Angriff scheint derzeit Schwerstarbeit zu sein. Wohin jetzt mit dem Ball? Diese Frage kreist über fast jeder Aktion. Viele Anspiele an den Kreis oder auf die Flügel sind eher Notlösungen als gezielt herausgespielte Aktionen. Die Vipers schaffen es derzeit kaum, eine Spielerin für einen Wurf freizuspielen.
Dennoch hatte der Betrachter Mitte der ersten Halbzeit das Gefühl: Jetzt sind die Vipers im Spiel. Nach dem 4:8 (13.) robbten sie sich heran und glichen den Spielstand beim 14:14 durch das Tor von Lena Klöcker (28.) erstmals wieder aus. Die starke Phase der Gastgeberinnen wurde aber durch die Halbzeitpause (15:15) unterbrochen und sie fanden dieses Hoch nach dem Wechsel auch nicht wieder.
Die Vipers hielten das Spiel zwar bis Mitte der zweiten Halbzeit vom Spielstand her offen, mussten aber ständig einem Rückstand hinterherlaufen. Leihgestern gab den Gegnerinnen nun auch immer mehr das demoralisierende Gefühl: Egal was ihr auch macht, wir haben darauf die bessere Antwort.
Und statt eines Endspurts der Vipers, ließ nun auch die Abwehrarbeit zu wünschen übrig und so spielte die TSG ihren Gegner nun vollends an die Wand, baute den Vorsprung immer weiter aus und nutzte die Schlussminuten zum Schaulaufen. „Wir haben das heute sehr gut gemacht, obwohl wir viel basteln mussten, vor allem in der Abwehr, weil uns kurzfristig einige Spielerinnen ausgefallen sind“, lobte TSG-Trainerin Jonna Jensen den Auftritt ihres Teams.
Der brachte ihren Kollege Radojevic hingegen ins Grübeln, denn er sieht nicht nur sportliche Probleme. „Momentan sehen wir von außen nicht wie eine Mannschaft aus, in der Kabine und im Training wirken wir aber wie eine Mannschaft, im Spiel sind wir es derzeit nicht. Deshalb müssen wir etwas verändern, denn so können wir nicht weitermachen.“ Der Coach nimmt auch sich selbst nicht von der Kritik aus. „Wir haben unser Selbstvertrauen verloren und es ist meine Aufgabe, ihnen das wiederzugeben.“ Das hört sich nach einer gesprächsintensiven Trainingswoche an, bevor die Vipers am Sonntag beim starken PSV Recklinghausen antreten müssen. (Reinhard Schmidt)