5. Etappe der Tour de France Femmes: Vollering siegt und Niedermaier glänzt


Demi Vollering jubelt im Ziel der 5. Etappe in Belleville-en-Beaujolais

5. Etappe der Tour de France Femmes Vollering siegt und Niedermaier glänzt

Stand: 05.08.2026 • 20:07 Uhr

Die anspruchsvolle 5. Etappe der Tour de France Femmes endet mit einem Sieg von Vollering, einem Rückschlag für Ferrand-Prévot und einer große Ehre für Niedermaier.

Demi Vollering (FDJ United-Suez) hat ihren Status als Topfavoritin bei der Tour de France Femmes mit einem Triumph auf der 5. Etappe gefestigt. Die Niederländerin gewann am Mittwoch nach 3:53:54 Stunden das anspruchsvolle Teilstück knapp vor den zeitgleichen Marlen Reusser (Movistar) im Gelben Trikot und Kasia Niewiadoma-Phinney (Canyon/Sram).

"Es war einfach ein tolles Rennen, weil jede einzelne Fahrerin aus dem Team ihren Teil dazu beigetragen hat", sagte Vollering.

Niedermaier mit starkem Auftritt

Starke Sechste wurde Antonia Niedermaier (Canyon/Sram) mit 45 Sekunden Rückstand. Die 23 Jahre alte Rosenheimerin hatte das Feld in einer Ausreißergruppe lange geprägt und kletterte in der Gesamtwertung auf Platz vier. Außerdem eroberte Niedermaier das Weiße Trikot der besten Nachwuchsfahrerin.

"Es war ein super harter Tag, aber es war auch schön", sagte die Teamkollegin von Niewiadoma-Phinney der Sportschau. Es sei gar nicht geplant gewesen, dass sie so früh in einer Ausreißergruppe gelandet sei. "Aber es war am Ende gut für uns."

Gesamt-Spitzenreiterin blieb Zeitfahr-Weltmeisterin Reusser mit nun zwölf Sekunden Vorsprung auf Vollering und 1:17 Minuten auf Niewiadoma-Phinney. Niedermaier hat 2:40 Minuten Rückstand.

Hannah Ludwig nicht mehr dabei

Die Tour erreichte mit der Etappe das Zentralmassiv im südlichen Frankreich, zwischen Macon und Belleville-en-Beaujolais waren 140 Kilometer zu absolvieren. Mit acht Anstiegen und insgesamt 2.850 Höhenmetern waren die Bergfahrerinnen gefragt.

Nicht am Start war Hannah Ludwig (Cofidis), die Heidelbergerin war aus gesundheitlichen Gründen aus dem Rennen genommen worden.

Ferrand-Prévot muss abreißen lassen

Bereits am vorletzten Anstieg musste die Titelverteidigerin Pauline Ferrand-Prévot (Visma - Lease a bike) abreißen lassen, sie wurde am Ende 19. mit 2:35 Minuten Rückstand. Auch beim Zeitfahren am Vortag hatte die Französin nicht ganz vorne mithalten können, mit dem Gesamtsieg dürfte sie in diesem Jahr angesichts von fünf Minuten Rückstand nichts mehr zu tun haben.

Team Vismas Pauline Ferrand-Prevot in Aktion

Ferrand-Prévot kam zeitgleich mit Anna van der Breggen (SD Worx-Protime) ins Ziel. Auch die mitfavorisierte Niederländerin verlor also viel Zeit in der Fahrerinnenwertung, hat nun 4:04 Minuten Rückstand auf Platz eins.

Niedermaier virtuell im Gelben Trikot

Niedermaier war gut 85 Kilometer vor dem Ziel in eine Ausreißergruppe von 19 Fahrerinnen gegangen. Mit dabei waren auch die deutsche Meisterin Franziska Koch und Ex-Tour-Etappensiegerin Liane Lippert. Zwischenzeitlich betrug der Vorsprung fast zwei Minuten, womit Niedermaier sogar virtuell in Gelb unterwegs war.

Im Hauptfeld drückten aber die Teams von Reusser und Vollering aufs Tempo, sodass es gut 22 Kilometer vor dem Ziel zum Zusammenschluss kam.

Vorentscheidung am letzten Berg des Tages

Wie erwartet war dann der letzte Anstieg der zweiten Kategorie zehn Kilometer vor dem Ziel die Vorentscheidung für den Tagessieg. Topfavoritin Vollering startete mehrere Attacken, nur Reusser und Niewiadoma-Phinney konnten folgen.

Im Schlusssprint ging dann Niewiadoma-Phinney in die Offensive, wurde aber noch knapp vor der Ziellinie abgefangen. "Die späte Attacke war echt beeindruckend, war nicht so abgesprochen, sehr spontan", sagte Rolf Aldag, Sportlicher Leiter beim deutschen Team Canyon/Sram, der Sportschau. "Fast hätte es geklappt."

Reusser und Vollering taktieren

Vollering und Reusser hatten zunächst gezögert. "Ich wusste, dass Marlen pokern würde und ich habe versucht, sie arbeiten zu lassen. Aber sie tat es nicht", sagte Vollering. "Und dann dachte ich: Ich muss es einfach versuchen. Vielleicht überholt mich Marlen noch, aber dann habe ich es wenigstens versucht."

Es sei noch ein sehr langer Sprint geworden. "Ich habe jeden Meter noch gebraucht, aber ich habe es geschafft." Vollering sprang auf den letzten Metern an Niewiadoma-Phinney vorbei und hielt Reusser auf Distanz.

Erneut mehrere Anstiege am Donnerstag

Am Donnerstag wartet eine ähnlich hügelige Aufgabe auf die Fahrerinnen, die sechste von neun Etappen führt von Montbrison Richtung Süden nach Tournon-sur-Rhone. Sechs Anstiege warten auf das Peloton, vier davon liegen auf den ersten 68 Kilometern und laden zu Ausreißversuchen ein.

Quelle: red