Von den Niederlanden bis RTL: „Die Verräter“ international – das unterscheidet die RTL-Version vom Original


Von den Niederlanden bis RTL „Die Verräter“ international – das unterscheidet die RTL-Version vom Original

„Die Verräter“ ist die deutsche Version des internationalen Erfolgsformats „The Traitors“. Das sind die wichtigsten Unterschiede bei Cast, Moderation, Kulisse und Spielregeln.

26.08.2026 , 19:50 Uhr

 Sonja Zietlow verlieht der deutschen Version von „Die Verräter“ einen ganz eigenen Charme.

Sonja Zietlow verlieht der deutschen Version von „Die Verräter“ einen ganz eigenen Charme.

Foto: RTL/Folge 04_001

Wer „Die Verräter – Vertraue Niemandem!“ schaut, kennt den entscheidenden Vorteil bereits: Das Publikum weiß, wer im Schloss ein doppeltes Spiel spielt. Die Mitspielerinnen und Mitspieler tappen dagegen im Dunkeln.

Das Grundspiel ist in Deutschland dasselbe wie im internationalen Format. RTL setzt jedoch eigene Schwerpunkte: Ein prominenter Cast, Sonja Zietlow als Moderatorin und eine stark auf Krimi getrimmte Inszenierung verändern die Dynamik.

„Die Verräter“ basiert auf einem niederländischen Original

Das Format wurde nicht in Großbritannien oder den USA erfunden. Die ursprüngliche Show startete 2021 in den Niederlanden unter dem Titel „De Verraders“. International wird das Konzept meist unter dem Namen „The Traitors“ vermarktet.

Warum RTL bei „Die Verräter“ auf Prominente setzt

Der größte Unterschied zur britischen Version ist die Besetzung. Während die britische Fassung zunächst vor allem mit unbekannten Kandidatinnen und Kandidaten arbeitete, setzt RTL in Deutschland auf einen reinen Promi-Cast.

Die Teilnehmer bringen dadurch nicht nur ihre Persönlichkeit, sondern auch ihr öffentliches Image mit ins Schloss. Wer gilt als besonders ehrlich? Wer ist für taktisches Verhalten bekannt? Und wer hat vielleicht schon aus anderen TV-Formaten den Ruf, überzeugend bluffen zu können?

Einige Prominente kennen sich zudem bereits aus gemeinsamen Sendungen, der Musikbranche oder dem Sport. Dadurch können sich schneller Bündnisse bilden. Gleichzeitig kann die Enttäuschung über einen Verrat besonders groß sein, wenn sich die Beteiligten schon vorher vertraut haben.

Im Unterschied dazu müssen die Zuschauer der britischen Version stärker beobachten, wie sich Menschen ohne öffentliche Vorgeschichte in der Gruppe verhalten. In der RTL-Ausgabe spielen öffentliche Images, persönliche Beziehungen und frühere Fernsehauftritte eine größere Rolle.

Wie Moderation, Schloss und Regeln die deutsche Version prägen

In Deutschland führt Sonja Zietlow durch das Spiel. Sie bestimmt zu Beginn die Verräter und begleitet die Gruppe durch Missionen, geheime Entscheidungen und die Runden Tische. Zietlow kennt die Machtverhältnisse, verrät den Spielern aber nicht die entscheidenden Informationen.

Auch die internationalen Versionen werden stark durch ihre Gastgeber geprägt. In Großbritannien moderiert Claudia Winkleman „The Traitors“, die US-Ausgabe wird von Alan Cumming präsentiert. Jede Moderation verleiht dem Format einen eigenen Ton – von britisch-trockenem Humor bis zur theatralischeren amerikanischen Inszenierung.

Sonja Zietlow führt die Show mit einer Mischung aus Ernst, Ironie und kontrollierter Distanz. Sie ist die Schlossherrin, aber keine Mitspielerin. Dadurch bleibt die Aufmerksamkeit bei den Prominenten und ihren gegenseitigen Verdächtigungen.

Einzelne Regeln, Vorteile und Wendungen können sich aber je nach Land und Staffel unterscheiden. In der RTL-Version können beispielsweise Schutzschilde oder besondere Vorteile eine Rolle spielen. Ein Schutzschild bewahrt eine Person vor dem Mord durch die Verräter, nicht aber automatisch vor der Verbannung am Runden Tisch. Auch Rekrutierungen, Verführungen und Erpressungen können den Kreis der Verräter im Laufe einer Staffel verändern.

In Staffel 4 führt RTL zudem einen besonderen Twist ein: Ein weiterer Verräter wird durch einen geheimnisvollen Anruf bestimmt. Die Gruppe erlebt die Auswahl mit, weiß aber nicht, wer die Nachricht erhält. Dadurch entsteht eine zusätzliche Ebene des Versteckspiels.

Die wichtigsten Unterschiede im Überblick

17 Bilder

Die Verräter 2026 – diese Promis nehmen teil

17 Bilder

Foto: RTL

Der entscheidende Unterschied liegt damit nicht in einer völlig anderen Spielidee. Entscheidend ist, wer das Spiel spielt und welche Vorgeschichte die Personen mitbringen.

Warum das Originalprinzip trotzdem funktioniert

Trotz aller lokalen Anpassungen bleibt der Reiz von „Die Verräter“ überall derselbe: Das Publikum kennt die Identität der Verräter, während die Loyalen sie erst über Beobachtungen und Abstimmungen entlarven müssen.

Gerade der Promi-Cast macht die deutsche Version für RTL-Zuschauer besonders zugänglich. Wer die Mitspieler aus anderen Sendungen kennt, glaubt, ihre Reaktionen einschätzen zu können. Doch genau dieses vermeintliche Wissen kann in die Irre führen. Ein vertrautes Image ist im Schloss kein Beweis für Loyalität.

Die deutschen Besonderheiten verändern also vor allem die Wahrnehmung des Spiels. Die Regeln bleiben vertraut, aber öffentliche Rollenbilder, persönliche Bekanntschaften, Sonja Zietlows Moderation und die Krimi-Kulisse laden die psychologischen Fallstricke neu auf.

(pjl)