Wacken und dann Klinik: So heftig war die Festivalwoche
Schleswig-Holstein
Von Wacken in die Klinik: Deutlich mehr Festivalbesucher mit schweren Verletzungen
Beim Wacken Open Air geht es meist ziemlich friedlich zu. Das heißt aber nicht, dass es dort keine Verletzungen, Krankheiten und andere Beschwerden gibt, die im Krankenhaus behandelt werden müssen. Eine Bilanz.
Oh, dieser Metalhead hatte beim Wacken Open Air (WOA) 2026 wirklich Pech: Er war am Sonntag, 26. Juli, wegen des Metal-Festivals angereist – und am Abend schon lag er im Krankenhaus in Itzehoe aufgrund einer Beinverletzung.
In einer WOA-Facebook-Gruppe postete er am Dienstag, 28. Juli, einen Tag vor dem offiziellen Start, ein Foto von sich in einem Krankenhausbett des Klinikums Itzehoe und von seinem bandagierten rechten Unterschenkel. Sein Kommentar an die anderen 84.999 Wacken-Besucher: „Tja, Sonntag angereist und seit Sonntagabend in Itzehoe – leider was gebrochen … Feiert für mich mit!“
Das WOA schien somit für ihn gelaufen zu sein, einige, die ebenfalls gute Besserung wünschten, empfahlen noch den Livestream des Festivals auf Magenta TV, damit er immerhin indirekt mitfeiern konnte. Unsere Redaktion hat im Itzehoer Krankenhaus nachgefragt, wie das Personal das diesjährige WOA erlebt hat, was alles an Verletzungen und zu behandelnden Krankheiten und weiteren gesundheitlichen Beschwerden anfiel und wie oft Rettungswagen (RTW) aus Wacken dort eintrafen.
Anzeige
Wacken Open Air 2026: Das war los im Krankenhaus in Itzehoe
Dazu teilt am Mittwoch, 5. August, Klinikums-Sprecherin Gesine Walsleben mit: „Wie auch in den vorherigen Jahren waren wir auf das Festival in Wacken vorbereitet und haben das Personal über die gesamte Woche aufgestockt.“ Insgesamt habe es während der gesamten Wacken-Woche im Durchschnitt 34 Prozent mehr Patienten als in anderen, vergleichbaren Wochen gegeben. „Die Zahlen steigen im Laufe der Woche, sodass wir am Freitag beispielsweise 53 Prozent und am Samstag 56 Prozent mehr Patienten und Patientinnen versorgt haben.“
Anzeige
Hinsichtlich der Diagnosen habe es „keine Auffälligkeiten“ gegeben, „die Anzahl der Hitzepatienten und Hitzepatientinnen aus Wacken war eher gering“. Man bewerte die Situation so, „dass sich die Besucher und Besucherinnen auf das vorhergesagte Wetter vorbereitet haben“.
Die Sprecherin teilt aber auch mit: „Hinsichtlich der Transportwege können wir lediglich feststellen, dass wir um zirka zehn Prozent mehr RTW-Anfahrten im Schnitt in dieser Woche hatten.“ Da das Klinikum Itzehoe das nächste Krankenhaus sei, sei es sicher primär angesteuert worden. Walsleben: „Verabredungen dieser Art gibt es so aber nicht.“ Die Patientenverteilung erfolge mit Unterstützung eines digitalen Systems. (Dieser Artikel erschien zuerst auf SHZ.de.)