Tischtennis-WM für Parkinson-Patienten: Spielerin aus Fulda ist dabei
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PingPongParkinson "Wahnsinn": Parkinson-Patientin fährt als Anfängerin zur Tischtennis-WM
Tischtennisspielen gibt einer an Parkinson erkrankten Frau neue Lebensqualität. Sie hat sich in den Sport verliebt und nimmt an den Weltmeisterschaften teil. Bei ihrem Trainingsprogramm zieht die 61-Jährige alle Register und übt mit modernsten Mitteln.
Bettina Lahn spielt zwar erst seit rund einem Jahr Tischtennis, nimmt aber schon an der WM für an Parkinson Erkrankte teil. Bild © hr
Sobald Bettina Lahn Tischtennis spielt, ist ihr heftiges Handicap wie weggeblasen. Dann kann sie plötzlich ihre steife Hand und ihre eingeschränkten Beine wieder flüssiger bewegen. Beim Tischtennis harmonieren ihre Muskeln wieder wie gewünscht miteinander. "Das ist ein Phänomen. Dann vergisst man die Krankheit und spielt einfach", sagt Lahn in einer Trainingspause beim KSV Niesig in Fulda.
Die 61-jährige Frau aus Fulda ist eine von 400.000 Menschen in Deutschland, die mit der Krankheit Parkinson leben müssen. Seit etwas mehr als einem halben Jahr hat Lahn Tischtennis für sich entdeckt. Und sie spielt mittlerweile so gut, dass sie bald zur Weltmeisterschaft fährt.
800 Teilnehmende bei WM in Hannover
In Hannover finden vom 26. bis 30. September die Titelkämpfe unter dem Namen PingPongParkinson-WM statt. 800 Athletinnen und Athleten aus 35 Ländern nehmen an der mittlerweile siebten Auflage des Turniers teil. Es sind in Niedersachsen so viele Teilnehmende wie nie zuvor. Ein Jahr zuvor waren es in Italien gerade einmal etwas mehr als 300 Aktive aus 26 Ländern.
Gespielt wird diesmal an 90 Tischen in drei Hallen im Sportpark Hannover. Eingeteilt werden die Akteure je nach Handicap in verschiedene Leistungsklassen. Gespielt werden Einzel-, Doppel- und Mixed-Wettbewerbe bei Frauen und Männern.
Begegnung und Gemeinschaft bei der WM
Die WM hat aber nicht nur eine sportliche Dimension. Sie soll weltweit an Parkinson erkrankte Menschen zusammenbringen und Gelegenheit bieten für Begegnung, Austausch und Gemeinschaft, wie die Organisatoren von PingPongParkinson (PPP) mitteilten. PPP ist ein gemeinnütziger Verein, der Tischtennis als therapeutisches Mittel bei Parkinson fördert.
Die Krankheit verbindet die Sportlerinnen und Sportler. Parkinson ist eine fortschreitende Erkrankung des Nervensystems. Dabei gehen unter anderem Nervenzellen zugrunde, die für die Produktion des Botenstoffs Dopamin wichtig sind. Der Dopamin-Mangel beeinträchtigt insbesondere die Steuerung von Bewegungen.
Es kommt zu Bewegungsverlangsamung, Muskelsteifigkeit, Zittern und im weiteren Verlauf teilweise zu Gleichgewichts- und Haltungsproblemen. Um mit der Krankheit klarzukommen, braucht Lahn entsprechende Medikamente.
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Forschungen zu Tischtennis und Parkinson
Tischtennisspielen kann Parkinson natürlich nicht heilen oder verschwinden lassen. Aber erste Studien und Befragungen zeigen, dass Tischtennis bei Motorik, Gleichgewicht und beim Bewältigen von Alltagsaufgaben zu Verbesserungen führen kann. Positive Effekte zeigten sich bei Menschen, die sechs Monate lang einmal pro Woche aktiv waren. Die Datenlage ist zwar noch begrenzt. Aber die Sportart könne eine sinnvolle Ergänzung zur Behandlung mit Medikamenten und Physiotherapie sein.
Ende der weiteren InformationenBettina Lahn hat sich ins Tischtennisspielen verliebt. Im Urlaub fragte ihr Mann Mario, ob es mal ein paar Tage Tischtennis-Pause geben solle. Da sagte Bettina: "Oh, ich glaube, das wird schwierig." Sie haben dann eine Platte gefunden und natürlich wieder gespielt, morgens und abends. Zu Hause wurde schon die Garage umgebaut und mit einer Platte ausgestattet. Ehemann Mario sagt: "Tischtennis ist ein Teil unseres Lebens geworden."
Für Bettina Lahn und ihren Mann Mario ist Tischtennisspielen ein Teil ihres Lebens geworden. Bild © hr
Training mit VR-Brille als "Geheimwaffe"
Und im Haus spielt Bettina Lahn ebenfalls - mit einer Virtual-Reality-Brille. "Ich habe mir zwei Apps heruntergeladen und es funktioniert. Man kann toll damit üben." Wenn sie nachts Schlafprobleme habe, könne sie sich damit ablenken, berichtet Lahn. Dann trägt sie eine VR-Brille, hält Controller in den Händen und spielt im Schlafzimmer. Dieses Zusatztraining sei ihre "Geheimwaffe", sagt sie und lacht.
Bettina Lahn übt Tischtennisspielen auch mit Virtual-Reality-Technik. Bild © hr
Wie weit sie mit dieser Vorbereitung beim WM-Turnier kommt, wird Lahn in Hannover herausfinden. Sie ist voller Vorfreude: "Wahnsinn und verrückt. Dass ich so etwas noch erleben darf." In kurzer Zeit von der Tischtennis-Einsteigerin zur WM-Starterin. Schon die Teilnahme in der Anfängerklasse sei für sie ein Riesenerfolg. Durch das Tischtennisspielen hat sie neue Lebensfreude geschöpft - trotz Parkinson.
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PingPong-Parkinson-WM bei Youtube
Interessierte können die WM-Spiele bei Youtube verfolgen. An allen fünf Turniertagen (26. bis 30. September) sind drei Livestreams auf dem Youtube-Kanal von PingPongParkinson geplant. Neben den Spielen werden auch Interview-Gäste präsentiert.
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