Warum Marokko eine Autobahn nach Donald Trump benennt
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1055 Kilometer pflügt sich die Schnellstraße zwischen Tiznit und Dakhla durch Landschaft gewordene Langeweile. Links und rechts der Asphaltpiste wächst kaum ein Strauch, die Gegend ist meist karg und wenig abwechslungsreich. Trotzdem gehört die 2025 fertiggestellte Straße zu den wichtigsten Infrastrukturprojekten Marokkos. König Mohammed VI. nennt sie eine „strategische Achse“, die den Süden Marokkos mit dem Norden verbinde.

Mit dem „Süden“ meint der Monarch die Westsahara, eine gerade einmal 600.000 Einwohner zählende Region, die bis 1975 spanische Kolonie war und im Anschluss von Marokko annektiert wurde. Beim sogenannten „Grünen Marsch“ zogen 350.000 Marokkaner in die Westsahara ein, um den marokkanischen Anspruch auf das Gebiet geltend zu machen. Die Folge waren erbitterte Kämpfe zwischen der linksgerichteten „Befreiungsfront“ Frente Polisario und marokkanischen Truppen, die bis 1991 andauerten. Seitdem beherrscht Polisario Teile im Süden und Westen der Westsahara, erhebt aber weiterhin Ansprüche auf die gesamte Region, die nach ihrem Willen ein unabhängiger Staat werden soll.
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USA erkennen marokkanische Oberhoheit über Westsahara an
Inzwischen hat Marokko wenigstens ein wenig eingelenkt. Mohammed VI. will den marokkanischen Anspruch auf die Westsahara zwar nicht aufgeben, plant jedoch, der Region weitreichende Autonomie zu gewähren. In Person von US-Präsident Donald Trump hat er einen mächtigen Unterstützer für seinen Plan gewonnen. Schon während seiner ersten Präsidentschaft erkannte Trump die marokkanische Oberhoheit über die Westsahara an. Im Gegenzug unterzeichnete Marokko mit weiteren arabischen Staaten das „Abraham-Abkommen“, das eine Normalisierung der Beziehungen der Staaten Bahrain, Vereinigte Arabische Emirate, Sudan und eben auch Marokko zu Israel einleiten sollte.
News aus den USA
Die Umbenennung der Schnellstraße in „President Donald J. Trump Highway“ ist nun quasi ein in Asphalt gemeißelter Dank an den US-Präsidenten. Dieser posaunte die Ehrung bereits am 26. Juli in seinem Netzwerk „Truth Social“ hinaus. Ein auf den 2. Juli datierter Brief des marokkanischen Königs, der allerdings erst dieses Wochenende publik wurde, bestätigte den neuen Namen offiziell.
Garniert ist das Schreiben mit allerlei Schmeicheleien. „Obwohl die Beziehungen unserer Länder schon immer von enger Freundschaft und Loyalität geprägt waren, waren sie dennoch niemals so stark und fruchtbar wie während Ihrer beiden Präsidentschaften“, umgarnte Mohammed VI. sein Gegenüber. Trump selbst hatte bereits davor erklärt, er wolle irgendwann einmal die Straße in ihrer gesamten Länge abfahren. Er sollte dafür wohl besser ein sehr schnelles Auto nehmen.