Warum Niclas Füllkrug aufs Thema DFB keine Lust hat


Stand: 18.10.2026, 12:22 Uhr

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Der Stürmer ist die Lebensversicherung für Werder Bremen und schießt Tor um Tor in der Bundesliga. Über die Nationalmannschaft will er trotzdem nicht mehr reden. Aus gutem Grund. Ein Kommentar.

Fußball, Männer: Bundesliga, Werder Bremen - SC Paderborn 07, 6. Spieltag, Weserstadion. Niclas Füllkrug (Werder Bremen) jubelt über sein Tor zum 1:2. (zu dpa: „Die Comeback-Könige der Liga: Füllkrug treibt Werder an“)

Werder auf dem Rücken, Werder im Herzen: Niclas Füllkrug. © Carmen Jaspersen/dpa

Zu den gruseligeren Gedankenspielen, die im herbstlichen Bremen dieser Tage kursieren, gehört jenes, wonach Niclas Füllkrug nie in die Hansestadt zurückgekehrt wäre. Und wie es dann um den ortsansässigen Fußballbundesligisten SV Werder bestellt wäre. Mit größerer Wahrscheinlichkeit nämlich: gar nicht gut.

Ohne die Rückkehr des Mittelstürmers Füllkrug von seiner zweijährigen Irrfahrt durch den internationalen Fußball (Mailand, London) würden sich die Bremer wohl im tabellarischen Dunstkreis der Rautenfreunde von Borussia Mönchengladbach bewegen, weit, weit unten in der Tabelle, und zu Halloween wären aufwendige Kostüme nicht nötig gewesen. Der größte Schocker wäre ein Werder-Trikot gewesen.

Sechs Tore hat der Bremer Herzensspieler Füllkrug, 33 Jahre alt, erzielt in dieser Saison, an sechs Spieltagen. An diesem Wochenende waren es zwei beim Heimspiel gegen den SC Paderborn, und hätte es diese Tore nicht gegeben, so wäre Werder als Verlierer vom Platz gegangen, statt sich mit dem Aufsteiger die Punkte zu teilen. Nicht der erste derartige Fall in dieser Saison.

Die Bremer Verantwortlichen sind ein wenig verlacht worden, als sie die Leihe mit West Ham United im Sommer ausmachten. Einen alten Helden zurückzuholen, das sah aus wie Aktionismus. Nichts, wohinter ein größerer Plan stecken würde, eine Zukunftsvision.

Das mag sogar stimmen. Es funktioniert trotzdem. Die emotionale Bande zwischen Fans und Füllkrug, der sogar in seiner Zeit bei Borussia Dortmund mit Werder-Schienbeinschonern auflief und jetzt stolz mit Werder-Badelatschen in jeder Mixed Zone auftaucht, könnte enger nicht sein. Was sich natürlich nur entfaltet, weil es sportlich läuft.

So gut läuft es, dass Füllkrug ständig mit dem Thema Nationalmannschaft konfrontiert wird. Inzwischen aber riskieren Reporter, die das tun, mit den Werder-Latschen eins übergebraten zu bekommen. Niclas Füllkrug will davon nichts wissen, denn er weiß: Gedankenspiele, auch die schönen, zählen nicht. Es zählen Taten, Tore.

Füllkrug schützt sich damit auch selbst. Bundestrainer Jürgen Klopp bastelt gerade an der Nationalmannschaft der Zukunft, 33-Jährige haben es da grundsätzlich schwer. Schwerer jedenfalls als in Bremen, wo man sich von Gegenwart zu Gegenwart hangelt.