Was für ein Klang: 200 Jahre Wiener Klavierbau-Kunst


Klavierbaukunst seit 1828. Das heftet sich die Wiener Klaviermanufaktur Bösendorfer auf ihre Fahnen. Und diese Handwerkskunst wird in Wiener Neustadt, wo die Klaviere gebaut werden, seit jeher hochgehalten.

Fünf Jahre wird das Holz am Lagerplatz der Bösendorfer Klaviermanufaktur in Wiener Neustadt gelagert. Fichte, Ahorn und Buchenholz. 

Das passende Holz ist die Voraussetzung für den einzigartigen Klang der Klaviere von Bösendorfer. 80 Prozent Fichte aus Österreich, gewachsen auf über 800 Meter Seehöhe, wird verwendet. 

„Raumfüllende Strahlkraft“

„Nach wie vor beeinflusst Wien als die Stadt der Musik unser Zuhause, unser Klangverständnis“, ist man sich bei Bösendorfer der Geschichte bewusst: „Mit der Vienna Concert Technologie vereinen wir unsere traditionelle Handwerkskunst mit den technologischen Möglichkeiten des 21. Jahrhunderts.“ 

Das Ergebnis sei ein „beeindruckender Klang mit einzigartiger Klangtiefe und raumfüllender Strahlkraft“, heißt es auf der Webseite des Unternehmens.

Zwei Männer in einer Werkstatt spannen Holzteile mit vielen Schraubzwingen zusammen.

Bösendorfer

Da sitzt jeder Handgriff – seit fast zweihundert Jahren werden Bösendorfer Flügel nach der traditionellen Handwerkskunst gefertigt. 

Eine Person arbeitet mit einem Spiegel an der Mechanik im Inneren eines Flügels.

Bösendorfer

Handwerkskunst wie sie im Buche steht. 

Bösendorfer

Bösendorfer

Hunderte detailgenaue Handgriffe sind nötig, um in rund einem  Jahr im Werk in Wiener Neustadt einen Konzertflügel zu bauen.

Bösendorfer

Bösendorfer

Sehr genau gehen die Profis ans Werk. 

Bösendorfer

Bösendorfer

Jedes Stück Holz wird genau begutachtet und überprüft, ehe es für den Bau eines Bösendorfer-Klaviers zur Hand genommen wird. 

Ein Tischler bearbeitet in einer Werkstatt ein Holzstück mit einem elektrischen Handhobel.

Bösendorfer

Jeder Handgriff im Bösendorfer-Werk sitzt. 

Der Bau eines Klaviers

Vom Holzplatz wird das zu Pfosten geschnittene Holz zunächst ins Werk gebracht und von den Klavierbaumeistern begutachtet. Jedes Stück wird – je nach Beschaffenheit – einem speziellen Teil des Instruments zugeordnet.

Mindestens drei Monate lagert das Holz sodann zum Trocknen in speziellen Räumen, ehe es für den Klavierbau herangezogen werden kann. Durch die mit höchster Präzision zurechtgeschliffenen Metallteile entsteht in Kombination mit Fichten- und Buchenholz ein stabiler Rahmen – die Basis für den Bösendorfer-Resonanzkörper, der später Konzertsäle mit seiner Musik ausfüllen wird.

„Es wirkt massiv und klingt auch so“, ist man bei Bösendorfer stolz. Viele Stunden wird an einem Flügel in präzisester Kleinarbeit gearbeitet, bis der Stahlrahmen eingelegt werden kann, an dem schließlich die Saiten ihren Platz finden.

Saiten selbst gemacht

Die Basssaiten werden von Bösendorfer selbst hergestellt – mit einer eigenen Technik, die den Anforderungen eines Bösendorfer-Flügels gerecht wird. Um einen Saitenkern werden je nach Ton eine oder zwei Lagen Kupfer gesponnen.

Auch der Gussrahmen – der immerhin fast 20 Tonnen Saitenzuglast standhalten muss – wird in Österreich gefertigt und lagert sechs Monate im Freien, damit alle inneren Spannungen abgebaut werden. Und mit dem Einbau der Bösendorfer Mechanik, die in Zusammenarbeit mit Künstlern und Technikern entwickelt wurde, wird das Instrument finalisiert. 300 Klaviere werden so pro Jahr gefertigt. 

Dabei geht die Firma auch auf spezielle Wünsche der Kunden ein – nach Entgegennehmen eines Auftrags ist ein Klavier nach rund einem Jahr fertig. Zu hören sind die Bösendorfer-Klaviere in den großen Konzertsälen der Welt – aber auch im Bösendorfer Salon sowie ab 11. Dezember beim Bösendorfer Zyklus im Haus der Ingenieure.

kurier.at  |  11.07.2026, 10:00