Weißes Haus und die Pressefreiheit: Donald Trump verwehrt MS NOW Zugang
Reporter von drei US-Medien dürfen offenbar nicht mehr vom Amtssitz des US-Präsidenten aus berichten. Damit setzt Donald Trump eine Ankündigung um.
19.09.2026, 18.12 Uhr
MS-NOW-Korrespondentin Akayla Gardner in der Nähe des Weißen Hauses in Washington
Foto: Jose Luis Magana / AP
Journalisten des US-Fernsehsenders MS NOW, von CNN und von Politico ist am Samstag der Zutritt zum Gelände des Weißen Hauses verwehrt worden, ihre Akkreditierungen wurden eingezogen. Alle drei Medien gaben unabhängig voneinander an, dass die Presseausweise ihrer Teams am Samstagmorgen beschlagnahmt wurden, als ihre Journalisten zum Weißen Haus kamen. Sie haben angedeutet, dass sie gegen das Verbot vorgehen könnten.
In einer Erklärung vom Samstag bezeichnete CNN das Verbot als »illegalen Angriff« auf das verfassungsmäßige Recht, ohne Einmischung der Regierung journalistisch tätig zu sein.
Der Ausschluss folgte auf eine entsprechende Ankündigung von US-Präsident Donald Trump. Die MS-NOW-Korrespondentin fürs Weiße Haus, Akayla Gardner, erklärte in einem Videoaufsage r, dass sie mit dem Kameramann und ihrer Produzentin »wie immer« das Weiße Haus betreten wollte, als an der dritten Schleuse der Scan ihres Hausausweises scheiterte. Auch ihr Kameramann konnte die Kontrolle nicht passieren. Ihre Ausweise seien dann von Mitgliedern des Secret Service eingezogen worden. Ihre Produzentin habe keine Probleme gehabt.
Am Freitag hatte Trump auf Truth Social geschrieben, Journalisten des Senders CNN, des Nachrichtenportals »Politico« sowie von MS NOW dürften »ab sofort« nicht mehr auf dem Gelände des Weißen Hauses arbeiten. Er warf ihnen vor, Falschnachrichten zu verbreiten. MS NOW, bis November MSNBC, ist ein US-amerikanischer Nachrichtensender. Im Weißen Haus finden unter anderem regelmäßig Pressekonferenzen statt.
Sender: Unabhängigen Journalismus verteidigen
MS NOW erklärte, der Sender stehe hinter seinen Journalisten: »Das Weiße Haus gehört dem amerikanischen Volk, und die dort getroffenen Entscheidungen werden aus unseren Steuergeldern finanziert.« Der Sender werde alle nötigen Schritte unternehmen, um »unsere Rechte gemäß dem ersten Verfassungszusatz und die wesentliche Rolle des unabhängigen Journalismus in unserer Demokratie zu verteidigen.« Der erste Verfassungszusatz garantiert unter anderem die Pressefreiheit.
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Der Verein White House Correspondents’ Association (WHCA), der Journalisten, die über das Weiße Haus berichten, vertritt, reagierte empört auf Trumps Ankündigung. »Hier geht es um mehr als die Rechte von Journalisten. Es geht um das Recht der amerikanischen Bevölkerung, eine umfassende und unabhängige Darstellung der Aktivitäten, politischen Maßnahmen und Entscheidungen derjenigen zu erhalten, die das höchste Amt der Nation innehaben«, teilte WHCA-Präsidentin Jacqui Heinrich mit.
Trump geht in seiner zweiten Amtszeit hart gegen ihm missliebige Medien vor. Journalisten beleidigt er häufig, wenn ihm deren Fragen nicht gefallen. Wohlwollende Berichterstattung wird dagegen ausdrücklich gelobt. In seinem Post schrieb Trump, Medienunternehmen sollten nicht ständig über »FIKTION und LÜGEN« schreiben oder sie verbreiten dürfen, wenn sie über die USA oder ihren Präsidenten berichteten. Trump kündigte an, dass weitere Medienhäuser folgen würden.
msk/AP/dpa