Weihnachtsmarkt-Dämpfer in Eschwege: „Die Baustelle würde ein Nadelöhr bedeuten“ – Obermarkt fällt aus


Stand: 22.10.2026, 19:55 Uhr

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Rathaus in Eschwege Stadthaus I wird für 1,1 Millionen Euro bis 2017 saniert. Dach und Putz werden erneuert, außerdem bekommt es eine Photovoltaikanlage mit Batteriespeicher und Notstromversorgung. Das Gerüst und die Absperrungen auf dem Marktplatz Obermarkt bleiben über den Weihnachtsmarkt stehen. Dazu kommt ein Kran

Vor dem Rathaus wird am Obermarkt demnächst ein stationärer Kran aufgebaut. Die Baustelle beeinflusst weiterhin den Wochenmarkt, im Dezember auch den Weihnachtsmarkt. © Foto: Tobias Stück

Der Obermarkt in Eschwege wird in diesem Jahr nicht als Weihnachtsmarkt bespielt. Die Stände ziehen zwischen Standesamt und Marktkirche um – die Anzahl der Stände soll gleich bleiben.

Eschwege – Die Sanierung des Eschweger Rathauses wird sich bis in das nächste Jahr hinziehen und nicht nur weiterhin den Wochenmarkt beeinflussen, sondern auch den Eschweger Weihnachtsmarkt. Neben der Fassade werden auch das Dach erneuert und eine Photovoltaikanlage aufgebaut. Deswegen wird ein stationärer Kran aufgestellt, der in den nächsten Monaten einiges an Platz auf dem Obermarkt beanspruchen wird.

Das sogenannte Stadthaus I aus den Jahren 1845/1846 wird umfassend saniert, weil Schäden an der Fassade und am historischen Fachwerk festgestellt wurden. „Ziel der Arbeiten ist es, die Standsicherheit des Gebäudes wiederherzustellen, Gefahrenstellen zu beseitigen und die historische Bausubstanz langfristig zu erhalten. Gleichzeitig wird das Gebäude energetisch verbessert und besser auf die Herausforderungen des Klimawandels vorbereitet“, heißt es vonseiten der Stadt Eschwege.

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Putz hatte sich gelöst, weil im Laufe der Jahre unterschiedliche Schichten aufgebracht wurden, die sich teilweise voneinander gelöst hatten. Nach dem Abtragen des Putzes wurden jetzt weitere Schäden am historischen Fachwerk und an den Gefachen sichtbar. Untersuchungen ergaben unter anderem Schäden durch holzzerstörende Pilze und Insekten. Als Ursachen wurden unter anderem kleinere Undichtigkeiten an der Dacheindeckung sowie Feuchtigkeit durch Kondensation ausgemacht. Einige geschädigte Fachwerkhölzer und Deckenbalken mussten ausgetauscht werden, um die Tragfähigkeit wiederherzustellen.

Nach der Sanierung der Holzkonstruktion erhält die Fassade ein Dämmputzsystem auf Kalkbasis. „Es eignet sich besonders für historische Fachwerkgebäude und unterstützt den Umgang mit Feuchtigkeit“, berichtet die Sprecherin der Kreisstadt, Scarlett Grebestein. Dadurch werde die vorhandene Bausubstanz geschützt und zugleich die energetische Qualität des Gebäudes verbessert.

„Die Sanierung unseres Rathauses geht deutlich über eine reine Fassadenerneuerung hinaus“, sagt Bürgermeister Nicola-Alexander Ferl. Das gesamte Dach wird erneuert. Unter den neuen Tonziegeln werden Holzfaserplatten als Unterdach eingebaut. Darüber hinaus werden die Dachrinnen, der Schneefang und die Blitzschutzanlagen erneuert.

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Von der CWD-Stiftung wurde eine Photovoltaikanlage gestiftet, die einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Energieversorgung des Stadthauses I leiste. Der erzeugte Strom soll für die Versorgung der Verwaltung genutzt werden. Zusätzlich wird ein Einspeisepunkt für eine systemrelevante Notstromversorgung eingerichtet. „Dadurch werden die Voraussetzungen geschaffen, wichtige Verwaltungsabläufe bei einem Stromausfall besser abzusichern“, sagt Ferl.

Die Sanierung berücksichtigt auch den Hitzeschutz. Beleuchtung und die Beschattung der Südseite und des Innenhofes sind vorgesehen. Sie sollen dazu beitragen, die Aufheizung des Gebäudes zu reduzieren und die Arbeits- und Aufenthaltsbedingungen insbesondere an heißen Tagen zu verbessern.

Die Kosten belaufen sich nach derzeitigem Stand auf rund 1,1 Millionen Euro. Die Sanierung wird zu zwei Dritteln über das Förderprogramm „Wachstum und nachhaltige Erneuerung“ gefördert. Für die PV-Anlage fallen durch die Spende keine Kosten an.

Für den Weihnachtsmarkt plant Organisatorin Annette Graumann zusammen mit dem Open Flair und der Stadt schon um. Der Obermarkt wird in diesem Jahr nicht bespielt, das Markttreiben wird sich zwischen dem Standesamt, wo die Bühne aufgebaut wird, und der Marktkirche abspielen. „Die Baustelle würde ein Nadelöhr bedeuten, das den Weihnachtsmarkt in zwei Hälften teilt“, sagt Annette Graumann im Gespräch mit unserer Zeitung. Die Anzahl der Marktstände soll sich durch die Umplanungen nicht ändern.