Weil Schülerin Seite fotografiert: Ministerium sagt landesweiten Mathetest ab
Stand: 11.10.2026, 14:00 Uhr
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Eine Schülerin am Josef-Effner-Gymnasium Dachau soll die erste Seite des Tests fotografiert haben. Das Foto kursierte bereits am Dienstag in sozialen Medien.
Dachau – Eigentlich sollten rund 37.000 Schülerinnen und Schüler in der 10. Klasse der Bayerischen Gymnasien am Donnerstag einen einheitlichen, verpflichtenden Mathetest schreiben. Doch am Mittwochabend erreicht die Schulen die Nachricht aus dem Kultusministerium, dass der Test abgesagt wird. Der Grund: die erste Seite der Aufgabenstellungen war bereits vorher bekannt. Den Dachauer Nachrichten berichten mehrere Quellen unabhängig voneinander, dass eine Schülerin am Dachauer Josef-Effner-Gymnasium die erste Seite des Tests fotografiert habe, der offen zugänglich im Sekretariat der Schule gelegen habe. Am Dienstag vor der Prüfung war das Foto des Tests in den sozialen Medien zu finden.

Das Bayerische Kultusministerium bestätigte auf Anfrage der Dachauer Nachrichten, dass „die Aufgabenstellung des für Donnerstag, 1. Oktober 2026, vorgesehenen Jahrgangsstufentests Mathematik, 10. Jahrgangsstufe, in Folge eines Versehens an einer einzelnen Schule vorzeitig bekannt geworden ist“. An welcher Schule der Test in falsche Hände kam, wollte eine Sprecherin nicht mitteilen. Der Schulleiter des Josef-Effner-Gymnasiums Dachau, Peter Mareis, wollte sich trotz mehrfacher Anfrage nicht zu dem Fall äußern.
Foto über die Aufgabenstellung
Da eine Gleichbehandlung der Schülerinnen und Schüler nicht mehr sichergestellt gewesen wäre, sei der Test abgesagt worden, so das Ministerium. Es sei den Schulen empfohlen worden, das Testmaterial für eine unbenotete, schulinterne Lernstandserhebung zu verwenden. Daraus könnten dann mögliche Ansatzpunkte für Schwerpunktsetzungen im Unterricht beziehungsweise die individuelle Förderung von Schülern gewonnen werden. Die Ergebnisse sollen auch nicht ans Kultusministerium gemeldet werden.
Schüler der Dachauer Gymnasien verbreiteten das Foto über die Aufgabenstellung in den sozialen Medien. Zwei Schülerinnen des Effner-Gymnasiums hätten später den Schulleiter des JEG darüber informiert. Wann dieser das Ministerium informierte und warum das Kultusministerium den Test erst am Vorabend absagte, ist bisher unklar. Auch darüber wollte das Kultusministerium keine Auskunft geben. Dessen Sprecherin teilte jedoch auf Anfrage weiter mit, dass das Ministerium „die Schulen nach dem ähnlichen Vorfall vor einem Jahr (Jahrgangsstufentest Englisch) nochmals eindringlich in einem Schreiben auf die Notwendigkeit der sicheren Verwahrung und Geheimhaltung“ hingewiesen habe. „Umso bedauerlicher ist dieser erneute Vorfall, den wir intensiv prüfen werden“, so die Sprecherin.
Konsequenzen offen
Die Frage, welche Konsequenzen die Schülerin, die den Test fotografiert hatte, zu erwarten habe, beantwortete die Sprecherin ebenso wenig wie die Frage, warum es keinen Ersatztest gab, der an den Schulen kurzfristig verwendet werden konnte. Dass es diese Ersatztests nicht gibt, sei, so eine Lehrerin gegenüber den Dachauer Nachrichten, schon mehrfach kritisiert worden.
Der Leistungstest war bereits vor den Sommerferien angekündigt worden und sollte wie ein kleiner Leistungsnachweis bewertet werden. Viele Schülerinnen und Schüler hatten sich darauf intensiv vorbereitet. (hi)
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