Weinlese startet Ende August – Winzer rechnen mit Problemen


Stand: 30.07.2026, 18:25 Uhr

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Weinreben, Weinberg14.10.2008 TZH Usingen Promo Lok.

Die Weinernte im MTK steht immer früher an. Hitze setzt den Reben zu, die Trauben reifen früher. © nn

Die Weinlese im Main-Taunus beginnt dieses Jahr ungewöhnlich früh. Die Trauben werden durch Hitze und Trockenheit zuckerreif, bevor sie physiologisch ausgereift sind.

Wicker/Hochheim – „Schlimm“, sagt Reiner Flick, Inhaber des Weingut Flick in Wicker, wenn man ihn fragt, wie die diesjährige Weinlese laufen wird. Sie sei viel zu früh dran mit einem Lesebeginn ab Anfang September. Bereits im vergangenen Jahr habe das Weingut keine sonderlich gute Lese gehabt. Für dieses Jahr können sie sich nicht viel mehr erhoffen. Aber: „Kein Jahr ist wie das Jahr zuvor“, erklärt Flick, weshalb man im Vorhinein nie genau sagen könne, wie gut oder schlecht die Lese ausfallen wird.

Weingut Flick: Physiologische Reife der Weintrauben ist wichtig

Für das Weingut Flick sei besonders die physiologische Reife der Weintrauben wichtig, sagt der Inhaber. Über die Reben nehmen die Weintrauben Zucker auf. Jedoch können Trauben einen hohen Zuckergehalt erreichen, ohne dass die Aromen oder Gerbstoffe, die in Schale, Kern und Stiel sitzen, völlig reif sind. Dann bezeichne man sie als zuckerreif, jedoch nicht als physiologisch reif.

Ähnliches Phänomen beim Weingut Künstler in Hochheim

Die hohen Temperaturen und Trockenheit führten dazu, dass die Trauben schneller süß würden und weniger Wasser aufnähmen, erklärt Rolf Schregel, Betriebsleiter des Weingut Künstler. Viele Trauben seien dieses Jahr somit also zuckerreif, bevor sie physiologisch reif seien. Dies sei der Grund, warum die Weinlese dieses Jahr schon so früh beginne.

In der Vergangenheit seien manche Weinlesen erst im Oktober gewesen, sagt Flick, was jedoch heute nicht mehr denkbar sei. Bereits im vergangenen Jahr begann die Lese am 10. September, am 21. September war sie schon beendet.

Im Jahr 2025 habe das Weingut Flick einen Ertrag von 58 bis 59 Hektolitern pro Hektar verbuchen können. Dieses Jahr hoffe er auf einen Ertrag von 75 Hektolitern, sagt Flick. „Trotzdem kann man das nicht genau sagen, ob es 70, 60 oder 50 Hektoliter werden“, ergänzt der Inhaber.

Auch Rolf Schregel sagt, dass die Lese dieses Jahr aufgrund der Trockenheit besonders früh sein würde. Die roten Weintrauben hätten schon begonnen, sich zu verfärben. Über die Menge und Qualität könne er auch noch nichts Genaues sagen, jedoch sei der Beginn der Weinlese für Ende August geplant. Allgemein sähen die Reben gut aus, das Ergebnis lasse sich dennoch erst am Ende beurteilen.

Vergangenes Jahr sei das Problem zu viel Feuchtigkeit gewesen, erklärt Schregel, weshalb die Trauben schnell gefault seien. Auch dieses Jahr scheinen die Umstände nicht ideal. „Der goldene Oktober wird es nicht“, meint der Betriebsleiter.

„Verhältnismäßig entspanntes Jahr“ beim Weingut Schreiber

Simon Schreiber, Inhaber des Weinguts Schreiber, sagt, dass sie dieses Jahr „ein verhältnismäßig entspanntes Jahr“ hatten. Anfang 2026 habe es weder Frost auf den Weinreben noch schlimme Unwetter gegeben, weshalb die Reben gut blühen konnten.

Er rechne mit einem Lesebeginn ab Mitte August, was mit Blick auf die vergangenen Jahre nicht untypisch sei. 2025 habe die Lese am 23. August begonnen, dieses Jahr würden sie etwa eine Woche früher damit anfangen, fügt Schreiber hinzu.