Weltlicher Mord an spirituellem Ort: Ermittlungen in Santiago de Compostela
Stand: 20.08.2026, 07:00 Uhr
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Hauptkommissar Acosta zieht nach Santiago de Compostela, um die Kripoleitung zu übernehmen und die Beziehung zu seiner Familie zu retten. Kaum angekommen, muss er mit seinen Kollegen den Mord an einer Frau aufklären. Der mögliche Auftaktfilm einer „Galicien-Krimi“-Reihe wird am Samstag wiederholt.
An welchem schönen Ort dieser Welt könnte man ein weiteres Ermittlerteam auf Verbrecherjagd schicken? Diese Frage scheint man sich bei der ARD regelmäßig zu stellen. 2024 fiel die Wahl auf Santiago de Compostela, die Hauptstadt Galiciens an der rauen Atlantikküste im Nordwesten Spaniens. Sie ist das Ziel Tausender Pilgerinnen und Pilger des Jakobswegs, ihr Name leitet sich von „Santo Iago“ ab: „Heiliger Jakobus“. „Compostela“ wiederum bezeichnet die Urkunden, welche die Pilgernden hier erhalten. Die hiesige Kathedrale gilt als Grabeskirche des Heiligen.

Die spirituelle Atmosphäre des Ortes ist nicht nur im ARD-Krimi „Die Tote vom Jakobsweg“ (Drehbuch: Xaõ Seffcheque, Lina Schmeink) zu spüren, der am Samstagabend erneut zu sehen ist. Sie habe auch die Dreharbeiten beeinflusst, erinnert sich Hauptdarsteller Michael Epp: „Es gibt so viele hochemotionale Gründe, um diesen Pilgerweg zu gehen, und dieser Emotionalität begegnet man täglich in dieser schönen Stadt.“
Epp verkörpert den smarten Hauptkommissar David Acosta. Er hofft, durch seine Versetzung von Valencia nach Galicien die Beziehung zu seiner Ex-Frau Paola (Henriette Richter-Röhl) und Tochter Carmen (Padmé Hamdemir) zu kitten, die hier leben.
Eine Tote, mehrere Verdächtige
Kommissar Adrían Martinéz (Dirk Borchardt) blickt dem neuen Chef skeptisch entgegen: „Valencia, da kommt so ziemlich alles her, was keiner braucht: bescheuerte Operetten, FC Valencia, Franco ...“ - „Franco stammte aus Galicien“, korrigiert ihn seine Kollegin Mercédes Navarro (Mercedes Müller), die Dritte im Bunde. Sie und Martinez sind ein eingespieltes Team, trotz ihrer Gegensätze. Während er Kirchen meidet wie der Teufel das Weihwasser, wäre sie beinahe Nonne geworden. Die Hintergründe erfährt man stückchenweise im Laufe des vielschichtigen, gut unterhaltenden 90-Minüters,
Am Strand wird die Leiche der jungen Sofía (Sylvana Seddig) gefunden. Die Suche der Ermittler konzentriert sich auf zwei Personen: Mit einem unbekannten jungen Mann (Max Befort) hatte sich Sofía am Abend ihres Todes getroffen. Mit dem anderen, dem Restaurator Raúl Expósito (Beat Marti), hatte sie eine Affäre. Seine Frau Inés (Artemis Chalkidou) habe es ertragen, „weil wir eine Familie sind, in guten wie in schlechten Zeiten“, erklärt sie wenig glaubwürdig. Mord aus Eifersucht? Die hegte wohl auch Sofía gegen Yolanda Ramos (Linda Belinda Podszus), die Raúls Arbeit in der Kathedrale beaufsichtigt. Spannend wird es, als der gesuchte junge Mann die betrogene Inés Expósito kontaktiert - hat er in ihrem Auftrag die Nebenbuhlerin ermordet?
Aufregende Dreharbeiten
Nicht nur der Krimi selbst, auch die Dreharbeiten in Santiago de Compostela seien ziemlich spannend gewesen, berichtet Regisseur Adolfo J. Kolmerer: „Um in der Kathedrale drehen zu dürfen, musste ich den obersten Priester treffen und einen Plan vorlegen: maximal 25 Minuten Drehzeit mit einem sehr kleinen Team, ohne Störungen. Ein Teil der Crew war als Pilger verkleidet, um die Kamera zu verbergen.“
Auch eine Bleibe für alle Beteiligten zu finden, sei nicht so einfach gewesen, erinnert sich das Produzenten-Team Daniel Hetzer, Stefan Retzbach und Jakob Neuhäusser: „Zwischen Lenny Kravitz' Luxus-Retreat und den mit uns 'konkurrierenden' Dreharbeiten zu 'The Walking Dead' war es ein kleines Wunder, dass wir ein Zuhause auf Zeit ergattern konnten.“
Hauptdarsteller Michael Epp wiederum kommt aus dem Schwärmen über die Dreharbeiten gar nicht mehr heraus: „Obwohl ich letztes Jahr mit Kristen Stewart, Natalie Portman und Guy Ritchie drehen durfte, war 'Die Tote vom Jakobsweg' tatsächlich mein berufliches Highlight von 2024.“ Ob daraus eine „Galicien-Krimi“-Reihe entsteht, ist aktuell nicht bekannt. Die Einschaltquote jedenfalls war bei der Erstausstrahlung im Mai 2025 mit 4,94 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauern ein Erfolg für den Sender. (Dieser Artikel entstand in Kooperation mit teleschau.)