Rechenzentren, Flüssiggas, Wasserstoff: Emirate wollen 40 Milliarden Euro zusätzlich in Deutschland investieren
Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) wollen nach eigenen Angaben zusätzlich 40 Milliarden Euro in Deutschland investieren. Dies kündigte ihr Industrieminister Sultan Ahmed al-Dschaber am Donnerstag an. „Deutschland ist seit Jahrzehnten ein wichtiger strategischer und wirtschaftlicher Partner“, sagte er. Die nun angekündigten Mittel kommen demnach zu bestehenden Investitionen des Golfstaates in Deutschland in Höhe von 34 Milliarden Euro hinzu.
Es gehe unter anderem um die Stärkung der Energieversorgung und der Lieferketten. Die Emirate sind beispielsweise bereits finanziell am Offshore-Windpark Baltic Eagle vor der deutschen Küste beteiligt. Geplant sei nun unter anderem der Bau hochmoderner Rechenzentren mit einer Kapazität von rund einem Gigawatt, hieß es in dem englischsprachigen Dokument. Zudem unterzeichneten Unternehmen beider Länder 29 Absichtserklärungen und Abkommen mit einem Gesamtvolumen von mehr als 9,36 Milliarden Euro.
Flüssigerdgas, erneuerbare Energien und Wasserstoff
Um die Zusammenarbeit in Bereichen wie Verteidigung, Handel, Energie und Künstlicher Intelligenz (KI) dauerhaft zu vertiefen, vereinbarten Merz und der VAE-Präsident die Aufnahme eines strategischen Dialogs. Die Kooperation bei Flüssigerdgas (LNG), erneuerbaren Energien und Wasserstoff soll ebenfalls ausgebaut werden. Deutschland gewährt den VAE zusätzliche Verkehrsrechte im Flugverkehr: Emirates fliegt künftig täglich von Berlin nach Dubai.
International vereinbarten Berlin und Abu Dhabi gemeinsame humanitäre Hilfe für die ukrainische Bevölkerung, die sich auf dezentrale Infrastruktur und Ernährungssicherheit konzentrieren soll.
VAE-Präsident Scheich Mohammed bin Zayed Al Nahyan ist zu einem zweitägigen Staatsbesuch in Berlin. Ein Top-Diplomat aus den VAE hatte die Unterzeichnung von Investitions-, KI- und Energieabkommen im Wert von mehreren Milliarden Dollar angekündigt. (dpa)