Wie aus dem Nichts: Merlier jagt noch an Groenewegen vorbei | radsport-news.com
Belgier gewinnt 110. Kampioenschap van Vlaanderen
Von Matthias Seng

Tim Merlier (Soudal – Quick-Step) hat die 110. Kampioenschap van Vlaanderen gewonnen. | Foto: Cor Vos
18.09.2026 | (rsn) – Nach dem italienischen Intermezzo durch Jonathan Milan (Lidl – Trek) im vergangenen Jahr hatten die belgischen Fans bei der 110. Kampioenschap van Vlaanderen (1.1) wieder allen Grund zum Jubeln. Tim Merlier (Soudal – Quick-Step) sicherte sich nach 180,2 Kilometern mit Start und Ziel im westflämischen Koolskamp im Sprint seinen zweiten Sieg bei dem Traditionsrennen vor dem Niederländer Dylan Groenewegen, der die perfekte Vorbereitung seines Teams Unibet – Rose Rockets nicht krönen konnte und sich wie 2025 mit dem zweiten Patz begnügen musste.
Dritter wurde der Norweger Sören Waerenskjold (Uno-X Mobility) vor Groenewegens Landsmann Arvid de Kleijn (Tudor) und dem Belgier Jasper Philipsen (Alpecin – Premier Tech), dem Gewinner der Ausgaben von 2021 und 2023.
“Das Team war eigentlich gut vorbereitet, aber dann zu weit weg. Ich musste dann ein paar Emtscheidungen treffen und es waren am Ende die richtigen. Schöner Sieg, den ich noch gar nicht ganz begreifen kann. Ich war auf dem Schlusskilometer ja so weit hinten im Feld, aber manchmal braucht man eben nicht nur die Beine, sondern auch ein bisschen Glück“, kommentierte Merlier im Ziel-Interview seinen elften Saisonsieg.
Bester Fahrer von Red Bull – Bora – hansgrohe war der Italiener Davide Donati auf Rang 13, von den deutschen Sprintern schaffte es keiner in die Top 15.
Auf dem elfmal zu bewältigenden Rundkurs über brettebenes Terrain hatten die Sprinterteams alles unter Kontrolle und stellten eine letzte Ausreißergruppe um den Luxemburger Alex Kirsch (Cofidis) eingangs der Schlussrunde. Kurz darauf wurde das Feld in Folge eines Sturzes zweitweise geteilt. Doch an der Spitze nahm Lidl – Trek Tempo raus, so dass die abgehängten Fahrer wieder herankamen.
Auch im Finale kontrollierte das deutsche Team das Geschehen, ehe zwei Kilometer vor dem Ziel Uno-X nach vorne kam. Danach kämpften mehrere Teams um die Positionen, während von Soudal – Quick-Step zu diesem Zeitpunkt nichts zu sehen war. Die Unibet – Rose Rockets führten das Feld dann auf die Zielpassage, um Groenewegen den Sprint vorzubereiten.
Merlier hatte dahinter auf der rechten Seite freie Bahn und jagte aus hinterer Position entlang der Bande nach vorn, um zeitgleich mit dem Niederländer den Sprint zu eröffnen und diesen mit deutlichem Vorsprung auf Rang zwei zu verweisen.