Wiesbaden baut den Elsässer Park als Schutz vor Hitze und Starkregen


Stand: 14.07.2026, 18:04 Uhr

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Auf der Baustelle Elsässer Platz / Elsässer Park in Wiesbaden werden zurzeit Spielgeräte aufgebaut.

Aus dem Elsässer Platz wird ein Stadtpark mit Grünflächen und Spiel- und Aufenthaltsbereichen. © Michael Schick

Aus dem vollversiegelten Parkplatz im Westend wird ein klimaresilienter Stadtpark. Eine bereits fertiggestellte Zisterne hält Niederschlagswasser zurück und bewässert später die Grünflächen.

Als Ende Juni die Hitzewelle über Deutschland kam, heizten sich die Städte auf. Die Sonne brannte auf Asphalt und Fassaden, nachts gaben Straßen und Häuser die gespeicherte Wärme wieder ab. In Wiesbaden besonders stark betroffen: das Westend. Dort, mitten in einem der am dichtesten besiedelten Viertel Deutschlands, entsteht derzeit eines der wichtigsten Klimaanpassungsprojekte der Landeshauptstadt. Aus dem Elsässer Platz, auf dem jahrzehntelang Hunderte Autos parkten, wird der Elsässer Park.

Auf dem Elsässer Platz in Wiesbaden parken Autos unter Bäumen. Der Platz soll zu einem Stadtpark entwickelt werden.

Die fast komplett versiegelte Fläche diente einst Hunderten Autos als Parkplatz. © Michael Schick

Die Bauarbeiten auf der rund 9.400 Quadratmeter großen Fläche verlaufen nach Angaben der Stadt planmäßig. Im Herbst sollen die letzten Bäume und Pflanzen gesetzt werden. Dann wird aus einem nahezu vollständig versiegelten Parkplatz ein klimaresilienter Stadtpark – mit Grünflächen, Spiel- und Aufenthaltsbereichen sowie einem ausgeklügelten Regenwassermanagement.

Dass der Park ausgerechnet im Westend entsteht, ist kein Zufall. Das Viertel verfügt bislang über lediglich rund 0,37 Quadratmeter öffentliche Grünfläche pro Einwohner:in. Gleichzeitig sorgen enge Straßenzüge, dichte Bebauung und versiegelte Flächen dafür, dass sich das Quartier an heißen Sommertagen besonders stark aufheizt. Der neue Park soll deshalb mehr als eine Grünanlage sein: Er soll die Folgen des Klimawandels abmildern und die Lebensqualität im Viertel verbessern.

Gebaut wird er nach dem Schwammstadtprinzip. Statt Regenwasser möglichst schnell in die Kanalisation abzuleiten, wird es dort gespeichert, wo es fällt. Eine bereits fertiggestellte unterirdische Zisterne mit einem Fassungsvermögen von rund 200 Kubikmetern hält Niederschlagswasser zurück und stellt es später für die Bewässerung der Grünflächen zur Verfügung.

Wandel wird inzwischen sichtbar

Auf den entsiegelten Flächen und mit rund 40 klimaresilienten Bäumen soll ein Park entstehen, der bei Hitze durch Schatten und Verdunstung für Kühlung sorgt und bei Starkregen Wasser aufnehmen kann.

Auch oberirdisch wird der Wandel inzwischen sichtbar. Entlang der Klarenthaler Straße wurden bereits sieben bis zu neun Meter hohe Platanen gepflanzt. Insgesamt sieht das Begrünungskonzept neben den Bäumen etwa 2.200 Quadratmeter Strauch- und Staudenpflanzungen vor. Hinzu kommen Rasenflächen. Spielflächen, Aufenthaltsbereiche und Terrassen laden zum Verweilen ein. Ein Fontänenfeld sorgt für Abkühlung an heißen Tagen, neue Geh- und Radwege verbinden Park und Quartier.

Die Regenwasserzisterne, der Gehweg, die barrierefreie Bushaltestelle und die Radwegeverbindung sind fertiggestellt, die Spielgeräte aufgebaut. Derzeit entstehen das Technikgebäude mit öffentlichen Toiletten sowie das Fontänenfeld und die angrenzende Platzfläche, die künftig den Mittelpunkt des Parks bilden sollen.

Die Umgestaltung kostet rund 7,6 Millionen Euro und wird über das Städtebauförderprogramm „Wachstum und nachhaltige Erneuerung“ finanziert. Bundesweit gilt der Elsässer Park inzwischen als Beispiel dafür, wie sich stark versiegelte innerstädtische Flächen in klimaangepasste Freiräume umwandeln lassen. Dafür war das Projekt für den Bundespreis „Blauer Kompass“ nominiert, die wichtigste staatliche Auszeichnung für Klimaanpassungsprojekte.