Willeke sagt Ja: Wie ein Nachbarsmädchen die „Golden Girls“ möglich machte


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Willeke sagt Ja Wie ein Nachbarsmädchen die „Golden Girls“ möglich machte

19.10.2026 08:17 Uhr

Die U13-Mädchenfußballmannschaft des SV Wambel in Trikots, die den Aufdruck „Die Goldschmiede Willeke“ tragen, posiert zusammen mit mehreren Erwachsenen. Sie stehen vor einem hellblauen Gebäude, an dessen Fassade der Schriftzug „Goldschmiede“ zu lesen ist.
Die U13 des Wambeler SV präsentieren stolz ihre neuen Trikots. Goldschmiedemeister Reinhold Willeke freut’s. © Petra Zimmermann

„Ich spiele in der U13. Wir suchen einen Trikot-Sponsor. Gibt's da eine Möglichkeit?“ Ein Mädchen aus der Nachbarschaft steht vor Reinhold Willeke.

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Darum geht‘s:

„So ein Scheiß!“, denkt er. „Die Jungs haben alle ihre Trikots. Die haben Sponsoren. Und die Mädchen stellen sie wieder hinten an. Geht gar nicht.“ So schildert der Goldschmied die Begegnung. „Okay, mache ich.“

Golden Girls

Die Silhouette der Goldschmiede Willeke und der Name kommt auf die Trikots. Dazu der Schriftzug „Golden Girls“. „Als Motivationsschub für die Mädchen“, sagt Willeke.

Beim Fototermin mit der Mannschaft steht Willeke mittendrin. Die Mädchen finden ihre neuen Shirts „klasse, total schön“. Willeke hat sein Ziel erreicht: Die Mädchen erleben Unterstützung und sind voll motiviert.

Die Trikots sind schön geworden, finden die Mädchen.© Petra Zimmermann

Der Kontakt zum Wambeler SV besteht schon länger. Reinhold Willeke lebt seit den 1980er-Jahren in Wambel. Sein Sohn ging hier zur Schule. Willeke engagierte sich an der Comenius-Grundschule und im Kindergarten. Eine Band aus dem Viertel darf ihre Plakate an seinen Schaufenstern anbringen. Jetzt plant die Comenius-Grundschule ein Zirkusprojekt – auch dafür will Willeke etwas beitragen. „Also immer direkt vor Ort und an den Menschen dran“, sagt er. „Nicht irgendwie in den blauen Dunst geschossen. Sondern genau da, wo es gebraucht wird.“

Die eigene Chance

„Ich bin in diesen Beruf hineingekommen durch die Initiative einer jungen Referendarin, die sich für mich eingesetzt hat“, erzählt er. Sie besorgte ihm einen Praktikumsplatz in einer Dortmunder Goldschmiede. „Und das habe ich mir immer als Vorbild genommen.“

Willeke wollte seinen Beruf nie nur in einem Teilbereich ausüben. „Ich habe mich nicht über Jahre in diesem Bereich weitergebildet, um jetzt stillzustehen“, erzählt er von seinen Anfangsjahren. Schließlich wechselte er innerhalb eines Jahres zweimal die Stelle. „Wenn man mich in Ruhe arbeiten und mich entwickeln lässt, passiert viel.“

Reinhold Willeke mit grauem Bart und Brille präsentiert lächelnd ein aufwendig gestaltetes Schmuckstück in einer schwarzen Schatulle. Das kunstvolle Exemplar, das goldene, schwarze und farbige Elemente aufweist, wird offenbar in einer Werkstatt gezeigt.
Kreativ und „am Puls der Zeit“ – für Reinhold Willeke ist das der Maßstab seiner Arbeit. Mit diesem Schmuckstück gewann er den Gestaltungswettbewerb.© Petra Zimmermann

Dieser Grundsatz kommt auch denjenigen zugute, die heute bei ihm lernen und arbeiten. Willeke verlangt saubere handwerkliche Arbeit. Gleichzeitig unterstützt er seine Mitarbeiter und Auszubildenden, ihre eigenen Wege zu finden. Sie nehmen erfolgreich an Wettbewerben teil. Gesellin Aylin Yurtseven war jüngst bei den „Jungen Cellinis“ erfolgreich. Willeke selbst bekam für seine Arbeit beim Gestaltungswettbewerb des Landesinnungsverbandes der Gold- und Silberschmiede NRW den ersten Platz in der Kategorie „Schmuckvisionen“. Sauberes Handwerk allein reicht dabei nicht. Schmuck müsse auch in die Zeit passen. Willeke will am „Puls der Zeit“ bleiben.

„Und ich mecker gerne“

Ob Schüler- und Jahrespraktikanten oder Auszubildende: Bei Willeke bekommen auch junge Menschen eine Chance, die über Umwege zu ihm kommen. „Die brauchen Zeit, sich zu entwickeln und Aufgaben, an denen sie wachsen können“, sagt er.

Ein Herzensprojekt waren Gürtelschnallen nach historischen Jugendstil-Vorbildern. Eine junge Frau, die in der Schule immer wieder angeeckt war und keinen Abschluss geschafft hatte, arbeitete regelmäßig in der Goldschmiede an einem solchen Werkstück. Sie konnte dadurch ihren Schulabschluss nachholen. Mehrere dieser Arbeiten besitzt Willeke noch heute. „Das sind so meine Herzstückchen“, sagt er. „Wenn man den jungen Menschen keine Chance gibt, hat man keinen Grund, über sie zu meckern. Und ich mecker gerne.“

Die Spielerinnen sind bereit für die Saison.© Petra Zimmermann

Beim Fototermin mit der U13 des Wambeler SV wirbeln die Mädchen durch die Goldschmiede, zeigen ihre neuen Trikots und bringen Bewegung in den Raum. Willeke steht zwischen ihnen, mittendrin in diesem Lärm und in dieser Freude. Er kündigt einen Besuch bei einem Heimspiel an. Und für eine erfolgreiche Saison verspricht er eine Überraschung.

Kontakt

Reinhold Willeke – Goldschmiedemeister
Akazienstrasse 83, 44143 Dortmund

Telefon (0231) 59 99 42
E-Mail[email protected]
Website www.goldschmiedewilleke.de