Winter 2026/27: Dieses Eis-Szenario würde ganz Deutschland lahmlegen


Stand: 17.10.2026, 13:03 Uhr

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Minus 40 Grad, platzende Rohre und eingefrorene Autos: Kann Deutschland solch ein Eis-Hammer in diesem Winter treffen? Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.

Für richtig brutale Kälte braucht Deutschland eine ganz bestimmte Wetterlage. Ein kräftiges Hoch setzt sich über Skandinavien und Nordrussland fest und dreht den Wind bei uns auf Ost. Dann strömt eisige und knochentrockene Festlandsluft direkt aus Sibirien heran, wochenlang und ohne Pause.

Alles ist vereist. Große Kälte lähmt das Leben.

Welche Folgen hätte ein Eiswinter in der heutigen Zeit für Deutschland? © IMAGO / Markus Tischler

Liegt dazu noch eine geschlossene Schneedecke, wird es richtig heftig. In klaren, windstillen Nächten strahlt der Boden seine Wärme ungebremst ins All ab, und die Luft kühlt immer weiter aus. In Tälern und Senken sammelt sich die Kälte wie in einer Badewanne. Besonders gefährdet wären Bayern, Thüringen und das Erzgebirge.

Ein Gedankenspiel: Wenn Deutschland zur Eiswüste wird

Was dann passiert, wäre für viele ein Schock. Wasserleitungen in schlecht gedämmten Häusern platzen reihenweise. Selbst Winterdiesel macht bei extremem Frost irgendwann schlapp, Lkw und Autos bleiben einfach stehen. Bei der Bahn frieren Weichen und Oberleitungen ein, E-Autos verlieren massiv an Reichweite. Die Heizungen laufen rund um die Uhr am Anschlag, der Energieverbrauch schießt nach oben. Für Obdachlose und Tiere wird jede Nacht draußen lebensgefährlich. Schulen und Betriebe müssten in den betroffenen Regionen wohl tagelang schließen.

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Wie realistisch ist der Eis-Hammer?

Jetzt die gute Nachricht. Flächendeckend minus 40 Grad sind in Deutschland so gut wie ausgeschlossen. Der Rekord an einer regulären Wetterstation liegt bei minus 37,8 Grad, gemessen im Februar 1929 im bayerischen Hüll. Noch kälter wurde es nur am Funtensee in den Berchtesgadener Alpen, dort fiel das Thermometer an Heiligabend 2001 auf minus 45,9 Grad.

Das ist allerdings ein extremer Kältekessel und kein normaler Ort. Minus 20 bis minus 25 Grad sind dagegen in strengen Wintern auch heute noch drin. Die Winter werden zwar insgesamt milder, knackige Kälteeinbrüche aus Russland gibt es aber weiterhin. Ob uns dieser Winter so eine Eis-Peitsche beschert, kann heute noch niemand seriös sagen. Warm anziehen sollte man sich trotzdem.